Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 7. August 2018

Dienstag, 07 August 2018 05:18
Publiziert in Wirtschaft
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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 7. August 2018 Indizes vom 06.August 2018 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Anleger an Europa Börsen haben sich auch zu Wochenbeginn zurückgehalten. Hauptthema bleibt der Handelsstreit zwischen den USA und China, nachdem Peking am Freitag neue chinesische Strafzölle auf US-Importe im Volumen von 60 Milliarden Dollar angedroht hat. "Die Eskalationsspirale dreht sich weiter, in der Folge nimmt die Verunsicherung bei den Anlegern deutlich zu", so Thomas Altmann, Senior Portfoliomanager bei QC-Partners. Der DAX verlor 0,1 Prozent auf 12.598 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schaffte ein Plus von einem Punkt auf 3.483 Punkte.

Als sehr negativ für Linde (minus 7,5 Prozent) werteten Händler die Warnung vor weiteren Fusionshürden. Die Ankündigung, dass möglicherweise zusätzliche US-kartellrechtliche Auflagen für die geplante Fusion mit Praxair anstehen, könnte die Abspaltung weiterer Unternehmensteile zur Folge haben. "Damit dürften aber die Ziele der Fusion verfehlt werden", so ein Analyst mit Blick auf die zu erzielenden Synergien bei einem Zusammenschluss. 

 

 

Kepler Cheuvreux sprach mit Blick auf die zu scheitern drohende Fusion von Linde und Praxair von einer riesigen negativen Überraschung. Die neuen Anforderungen der amerikanischen Kartellbehörde FTC kämen unerwartet. Kepler beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Zustandekommens nur noch auf 33 Prozent. Die FTC schraube die Bedingungen zu einem ungewöhnlich späten Zeitpunkt nach oben. Bis zum 24. Oktober müssten alle involvierten Kartellbehörden ihre Zustimmung erteilen. 

HSBC verdient im ersten Halbjahr etwas mehr 

Die Großbank HSBC hat im ersten Halbjahr bei steigenden Einnahmen auch das Nettoergebnis leicht gesteigert. Das Geldhaus profitierte von besseren globalen Geschäften. Wegen um 7 Prozent gestiegener Ausgaben von 17,5 Milliarden Dollar sank das Ergebnis vor Steuern leicht um 2 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Etwas negativ wurde an der Börse gewertet, dass die Kernkapitalquote CET1 knapp unterhalb der Markterwartung ausgefallen sei. Die Aktie gab in London um 1 Prozent nach.

Trotz besser als erwartet ausgefallener Zahlen ging es mit der Aktie von Monte dei Paschi di Siena (MPS) an der Mailänder Börse um 2,5 Prozent nach unten. Positiv hob Goldman die höheren Nettozinserträge und die geringeren Rückstellungen für faule Kredite hervor. Allerdings stehe die Bank unter Gebührendruck, auch habe sich die CET1-Ratio deutlich verschlechtert. 

PostNL will sich von ihren Töchtern Postcon und Nexive trennen. Das Unternehmen, das im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht ist, senkte zudem das obere Ende der Prognosespanne für den Betriebsgewinn 2018. Die Aktie verlor 6,7 Prozent. 

IWG beendet Übernahmegespräche - Aktie wird abverkauft 

IWG brachen an der Londoner Börse um 20,5 Prozent ein. Der Büroraum-Anbieter hat die Übernahmegespräche mit verschiedenen Private-Equity-Unternehmen, Starwood Capital Group, Terra Firma Investments und TDR Capital, abgebrochen. IWG begründete den Schritt damit, dass man nicht davon ausgehe, dass die Gebote attraktiv genug ausfallen werden. Peel Hunt merkte an, dass sich die Anleger nun wieder den Fundamentaldaten zuwenden müssten. 

Für Semperit ging es nach der Bekanntgabe einer Wertminderung in der Medizin-Sparte Sempermed um 3,4 Prozent nach unten. Die Geschäftsentwicklung von Sempermed sei derzeit rückläufig, hieß es. Die Gründe hierfür seien vor allem der sich verstärkende Wettbewerbs- und Preisdruck, die eingeschränkte Verfügbarkeit und Verteuerung einzelner Inputfaktoren sowie Produktionsineffizienzen. 

Spire-Gewinnwarnung drückt auf Rhön-Klinikum 

Für Rhön-Klinikum ging es um 6,6 Prozent auf 24,24 Euro nach unten. Die Aktie wurde belastet von einer Kurszielsenkung durch Berenberg auf 27,75 Euro. Ein Händler verwies allerdings vor allem auf die Gewinnwarnung des britischen Gesundheits-Dienstleisters Spire Healthcare. Diese drücke auf das Branchen-Sentiment. Spire brachen an der Londoner Börse um 21,8 Prozent ein. 

Der Automobilzulieferer Stabilus hat im dritten Geschäftsquartal dank einer starken Nachfrage besonders in Asien sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Gebremst wurde das Unternehmen allerdings von negativen Währungseffekten. Am Ausblick für das Geschäftsjahr 2017/18 hält die im SDAX notierte Stabilus fest. Der Kurs gewann 2,9 Prozent. 

Sehr gut kamen auch die Halbjahreszahlen von Hypoport an. Wie das Unternehmen selbst mitteilte, erzielte es das stärkste Umsatzwachstum seit dem Börsengang. Der Konzernumsatz sprang um 28 Prozent, das EBIT um 11 Prozent. Die Aktie gewann 6,7 Prozent. Für Xing ging es nach Zahlen im TecDAX um 4,1 Prozent nach oben. Sie seien solide und lägen etwas über den Erwartungen, hieß es im Handel. 

(Quelle: finanzen.net)

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