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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 7. Juni 2019

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Indizes vom 06.06.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 06.06.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstagnachmittag die Erholung an den europäischen Börsen beendet. Der DAX fiel um 0,2 Prozent auf 11.953 Punkte, nachdem er am Mittag mit 12.077 Punkten noch den höchsten Stand seit über einer Woche markiert hatte. Der Euro-Stoxx-50 bröckelte um 1,5 Punkte ab auf 3.338 Punkte. "Die EZB hat enttäuscht", sagte Thomas Romig vom Vermögensverwalter Assenagon. "In Anbetracht eines Übergewichts der Abwärtsrisiken hätte der Markt mehr Inspiration erwartet", sagte er.

Die EZB versorgt den Markt zwar auch weiterhin mit günstiger längerfristiger Liquidität, sie wird aber nicht mehr ganz so billig sein wie in der Vergangenheit. "Aufschläge auf den Leitzins bei den günstigen Langfristdarlehen, den sogenannten TLTROs, war gerade nicht das, was die Börse hören wollte", sagte CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl. Die so genannte Überschussliquidität wird deshalb vermutlich sogar etwas zurückgehen.

Gewinner war der Euro, der in der Tagesspitze auf 1,1309 Dollar stieg und auch zur Schlussglocke an den Aktienmärkten mit 1,1294 Dollar noch deutlich fester im Markt lag. Der DAX wiederum dürfte nun vermutlich erst einmal in der Konsolidierung der vergangenen Wochen verharren. Allerdings liegen die Karten an den Märkten auch bei der US-Notenbank, die zuletzt eine Lockerung der Geldpolitik angedeutet und damit die Aktienmärkte gestützt hat.

Daneben setzt der Markt weiter auf kojunkturstützende Maßnahmen in China. Rückenwind kam am Vormittag auch vom Auftragseingang der deutschen Industrie. Er ist im April höher ausgefallen als erwartet, und die März-Zahlen sind nach oben korrigiert worden.

Dass die Märkte die EZB nicht überbewerten, zeigte auch der Rentenmarkt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen verharrte mit minus 0,23 Prozent in der Nähe des jüngsten Rekordtiefs.

Auf der Aktienseite standen Renault unter Druck, nachdem Fiat Chrysler die Übernahmepläne überraschend wieder aufgegeben hat. Immobilienaktien litten unter Plänen des Berliner Senats zu einem Verbot von Mietpreiserhöhungen.

Renault kommen unter die Räder - Berliner Senat bremst Immobilienaktien aus

Nach dem überraschenden Scheitern der Fusionspläne zwischen Fiat Chrysler und Renault kamen die Aktien des französischen Automobil-Konzerns unter die Räder. Die Italiener haben die Gespräche beendet und dies mit den politischen Widerständen in Frankreich begründet. Der französische Staat, der mit 15 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, wollte mehr Zeit und offenbar die Unterstützung des Partners Nissan. Der wollte sich bei der Abstimmung über den Deal aber offenbar enthalten. Renault fielen um 6,4 Prozent, Fiat Chrysler gewannen 0,1 Prozent. Erwartet worden war, dass Fiat Chrysler eine Prämie für Renault bezahlen würde.

Größter DAX-Verlierer waren Vonovia mit einem Minus von 4,7 Prozent. Der Berliner Senat will Mieterhöhungen ab 2020 verbieten, und das gleich für fünf Jahre. Im Handel zeigte man sich wenig begeistert: Mit Marktwirtschaft habe dies nichts zu tun. Auch verkenne die Politik die preistreibende Wirkung der EZB-Niedrigzinspolitik. Die Aktie der in Berlin besonders stark engagierten Deutsche Wohnen brach um 7,7 Prozent ein.

Deutsche Bank verloren 2,9 Prozent. Die EZB hat noch keinen gestaffelten Einlagensatz eingeführt, um die Nebenwirkungen der Niedrigstzinsen auf die Banken abzumildern. Und Bayer litten laut Händlern mit einem Minus von 1,3 Prozent weiterhin unter der Glyphosat-Problematik.

Versorger vorne - Linde auf Rekordkurs

Auf der Gewinnerseite standen Versorger mit einem Plus des Stoxx-Branchenindex von 1,3 Prozent. Sie gelten als Gewinner der anhaltend niedrigen Renditen. Eon, RWE und Endesa gewannen bis zu 2 Prozent. Im DAX waren auch Linde gefragt, mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 173,70 Euro markierten sie neue Rekordkurse.

Wacker Chemie mit MDAX-Abstieg schwach - Grenke fest

Wacker Chemie fielen um 1,1 Prozent. Die Aktien müssen am Abend des 21. Juni im MDAX den Titeln von Grenke weichen. Diese gewannen 2,8 Prozent.

Im SDAX werden Vossloh durch Eckert & Ziegler ersetzt. Während Eckert & Ziegler 2,7 Prozent gewannen, gaben Vossloh 4,6 Prozent ab.

Puma stiegen um 0,7 Prozent auf 541 Euro. Der Sportartikel-Konzern führt den angekündigten Aktiensplit zum kommenden Montag durch. Für eine alte werden die Aktionäre dann 10 neue Papiere erhalten.

(Quelle: finanzen.net)

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