Marktberichte

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 8. Februar 2019

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 8. Februar 2019 Indizes vom 07.02.2019 (C) finanzen.net

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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 8. Februar 2019

FRANKFURT/MAIN. 

Die Börsen in Europa sind am Donnerstag auf Talfahrt gegangen. Dafür gab es mindestens drei Gründe: Zum einen die laufende Berichtssaison, die zeigte, dass der US-chinesische Handelsstreit bereits im vierten Quartal deutliche Bremsspuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen hat. Zum anderen gab es enttäuschende Konjunkturnachrichten. Für Italien zeichnete sich eine Stagnation beim Wirtschaftswachstum 2019 ab. So hat die EU-Kommission die Wachstumsprognose auf 0,2 nach zuvor 1,2 Prozent für das laufende Jahr massiv zusammengestrichen. Aber auch für Deutschland sowie den Euroraum wurde die BIP-Prognose deutlicher gesenkt. Am Kapitalmarkt sprang in der Folge die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen um 12 Basispunkte nach oben - hier forderten die Anleger eine höhere Risikoprämie.

Zu den Negativschlagzeilen gesellten sich zudem eine gesenkte Wachstumsprognose der Bank of England sowie enttäuschende Produktionsdaten aus Deutschland im Dezember. Damit werde immer fraglicher, ob das deutsche BIP im vierten Quartal noch gestiegen sei, hieß es. Aber auch die Berichtssaison in Europa lief nicht überzeugend. Einige Unternehmen kommen gar nicht in Tritt, so hatte Gea erneut eine Gewinnwarnung geliefert. Der DAX verlor 2,7 Prozent auf 11.022 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 notierte 1,9 Prozent tiefer bei 3.151 Punkten. 

 
 

 

 

FT-Artikel belastet Wirecard erneut 

Das dritte Mal innerhalb von zwei Wochen nahm sich die Financial Times den Zahlungsabwickler Wirecard vor, dessen Titel 15 Prozent abstürzten. Kaum war der Artikel auf der Internetseite zu finden, fiel die Aktie wie ein Stein. Die Financial Times schrieb unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht einer Kanzlei, das Unternehmen soll in Asien Aktiva hin und her geschoben haben, sogenanntes Round Tripping. Der DAX-Konzern reagierte prompt: "Wir bestätigen erneut unsere Erklärung vom Montag und fordern die Achtung der Persönlichkeitsrechte unserer Mitarbeiter. Nichts an dem heute veröffentlichten Artikel ist wahr", hieß es. Investoren an der Börse verlieren nun langsam die Geduld, Day-Trader freuen sich dagegen. 

 

Aber auch die Berichtssaison liefert Gründe, sich von Aktien zu trennen. So brach die Aktie von Fiat Chrysler Automobiles nach einem enttäuschenden Ausblick um knapp 11,5 Prozent ein. Die Analysten von Evercore ISI fragten sich, ob der neue CEO die Messlatte möglicherweise mit Absicht so niedrig gehängt hat, um nicht zu stolpern.

Gea streicht Mittelfristziele - Aktie bricht ein 

Gea brachen um knapp 18 Prozent ein. Nach der neuerlichen Gewinnwarnung stufte Warburg die Aktie auf "Verkaufen" zurück. Die Analysten hatten zwar schon vermutet, dass die Konsensschätzungen für die Ertragsentwicklung der kommenden Jahre zu ambitioniert sein könnten, vom Ausmaß der Gewinnwarnung zeigten sie sich allerdings überrascht. 

Mit einem Minus von 19 Prozent verloren Tui noch stärker. Der Touristikkonzern hat die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2018/19 gesenkt. Grund sei unter anderem, dass im Januar weniger Reisen für diesen Sommer gebucht worden seien. Zudem seien die Preise für die Sommerurlaube schwächer als erwartet ausgefallen - das mache sich unmittelbar bei den Margen bemerkbar. 

Publicis-Zahlen und Ausblick belasten Sektor 

Aktien der Werbebranche standen nach Zahlenausweis des französischen Werberiesen Publicis Groupe unter Druck. Die Muttergesellschaft von Werbeagenturen wie Saatchi & Saatchi oder Leo Burnett musste im vierten Quartal einen leichten Umsatzrückgang auf organischer Basis um 0,3 Prozent vermelden. Analysten hatten 2,5 Prozent Plus erwartet. Vor allem in den USA ging es mit dem traditionellen Werbegeschäft weiter abwärts. Publicis sah auch für 2019 weiter raue Fahrwasser für die Branche. Publicis brachen knapp 15 Prozent ein, für WPP ging es um 8,4 Prozent nach unten. 

Mit Blick auf Norsk Hydro sprachen die Analysten der Citigroup vom schwächsten Quartal der vergangenen fünf Jahre. Hauptgrund scheine der signifikante Anstieg der Rohstoffkosten zu sein. Auch habe sich Preisdruck bemerkbar gemacht. Das bereinigte EBIT war mit 534 Millionen Kronen weit unter der Schätzung der Analysten von 1,5 Milliarden Kronen geblieben. Der Konsens habe bei 1,2 Milliarden Kronen gelegen. Die Citigroup rechnete in der Folge mit Abwärtsrevisionen für die Schätzungen für 2019. Norsk Hydro reduzierten sich um 5,6 Prozent. 

Aber es gab auch Gewinner. Thomas Cook legten um knapp 10 Prozent zu. Das Unternehmen erwog einen Verkauf der konzerneigenen Airline. Nach Einschätzung von Jefferies ist das Fluggeschäft von Thomas Cook möglicherweise mehr wert als die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens.

(Quelle:finanzen.net)

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