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Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 9. August 2018

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Börsen-und Wirtschaftsnachrichten vom 9. August 2018 Indizes vom 08.08.2018 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen sind am Mittwoch mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen. Im Handel sieht man derzeit wenig Kurspotenzial an den Börsen - weder nach oben noch nach unten. Beim Thema Strafzölle gab es keine wirklich neuen aktuellen Entwicklungen. Im Fokus stand weiter die Berichtssaison, die zwar bei Einzelaktien, nicht aber an den Gesamtmärkten Akzente setzte. Der DAX verlor 0,1 Prozent auf 12.634 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,3 Prozent auf 3.494 nach unten.

Das Thema Handelsstreit schwelt aber im Hintergrund weiter: So hat US-Präsident Trump ab 23. August weitere Strafzölle auf Importe aus China angekündigt. Die geplanten Zölle von 25 Prozent betreffen 279 Güter im Wert von 16 Milliarden Dollar, wie Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer sagte. Washington hatte bereits vor einem Monat Strafzölle auf chinesische Importe in Wert von 34 Milliarden Dollar verhängt. 

 

 

Börsianer reagieren bislang aber gelassen auf die Maßnahmen. "Bei den Anlegern hat sich beim Zollthema bereits eine Art Gewöhnungseffekt breit gemacht", sagte Thomas Altmann von QC Partners. Sie setzten anscheinend weiter auf eine Lösung am Verhandlungstisch. Zudem wurden die aktuellen US-Maßnahmen nach diversen öffentlichen Anhörungen bereits erwartet. Sie beziehen sich hauptsächlich auf Chemie- und Elektronikprodukte aus China. 

Anleger befürchten harten Brexit 

An den Devisenmärkten wurde das Pfund weiter verkauft. Die Nachfrage nach Absicherungen gegen die Risiken eines Pfund-Absturzes in den nächsten zwei bis sechs Monaten steigt, wie die Devisenexperten der ING feststellten. Die Anleger haben Angst vor den zunehmenden Risiken eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU im März nächsten Jahres. Für einen Euro erhielt man zu Börsenschluss 0,9007 Pfund nach 0,8962 am Dienstagabend - der Euro notiert damit auf Jahreshoch. 

Beim Versorger Eon wurden trotz guter Geschäftszahlen Gewinne mitgenommen, hier ging es 2,9 Prozent nach unten. Für Zurückhaltung sorgte auch, dass sich Eon mit den erwarteten Aussagen über eine eventuelle Erhöhung des Angebots für Innogy bislang bedeckt hält. Im Gefolge ging es für RWE 1 Prozent nach unten. 

Mit Enttäuschung wurden auch die Daten von Munich Re aufgenommen: "Hier scheinen die Analysten auf dem falschen Fuß erwischt zu werden", so ein Marktteilnehmer. Auffallend sei vor allem die Diskrepanz in der Schaden-Kosten-Quote der Rückversicherung, die mit 102 Prozent deutlich die erwarteten 94,2 Prozent übertroffen habe und damit schwach ausgefallen sei. Munich Re verloren 2,1 Prozent. 

Im MDAX fielen Fraport um 5,1 Prozent, hier enttäuschten die Geschäftszahlen auf der Ertragsseite leicht. Kräftig nach oben ging es mit 4,4 Prozent Plus beim Modeunternehmen Tom Tailor. Dem Unternehmen scheint die Trendwende gelungen zu sein. Sowohl Umsatz als auch Cashflow zogen wieder an. Auch Brenntag (plus 3 Prozent) sowie Jungheinrich (plus 5,5 Prozent) überzeugten mit guten Zahlen. 

Nokian mit guten Zahlen 

Nach guten Geschäftszahlen für das zweite Quartal ging es für die Aktie von Nokian um 3,8 Prozent nach oben. Die Nachfrage nach Reifen für Pkw hat nach Aussage von Analysten den Umsatz getrieben. Regional war die Nachfrage aus der Nafta-Region hoch, während Russland leicht enttäuscht habe. 

Im europäischen Banksektor wurden erneut starke Geschäftszahlen vorgelegt, diesmal von ABN Amro. Die niederländische Bank überzeugte vor allem beim Gewinn, die Titel legten um 3,5 Prozent zu. 

Abgestraft wurden weiterhin negative Ausblicke. So zeigte die Umsatzentwicklung des niederländischen Lebensmittel-Handelskonzerns Ahold Delhaize, dass der harte Wettbewerb in den USA auf der Marge lastet. Die Aktien verloren 1,6 Prozent. In Dänemark fielen Novo Nordisk um 6 Prozent. Der auf Diabetesmittel spezialisierte Pharmahersteller muss mit Preisdruck auf dem wichtigsten Markt USA kämpfen. 

Lanxess trennt sich von Beteiligung 

Die Lanxess-Aktien schossen um 5,5 Prozent nach oben. Kurstreiber war hier die Nachricht über den Verkauf des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Arlanxeo mit Aramco. "Der Preis von 1,4 Milliarden Euro in bar ist sehr, sehr ordentlich", lobte ein Händler den Verkauf. 

Auch Umstufungen bewegten angesichts des Sommerlochs die Kurse ziemlich deutlich. So sprangen Dialog Semiconductor dank einer Kaufempfehlung durch das Bankhaus Lampe um 10,4 Prozent. Siltronic fielen um 2,2 Prozent, nachdem sie von Berenberg mit "Verkaufen" ersteingestuft wurden. Nach positiven Analystenkommentaren legten Wacker Neuson 11,4 Prozent zu.

(Quelle: finanzen.net)

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