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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 9. Oktober 2019

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Indizes vom 08.10.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 08.10.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Dienstag niedriger geschlossen. Die Anleger hielten sich bedeckt vor den am Donnerstag beginnenden Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Während China offenbar versucht, kleinteilige Vereinbarungen zu erreichen und die großen Problemfelder zunächst außen vor zu lassen, will US-Präsident Donald Trump einen großen Deal. Belastend an den Börsen wirkte auch die Ausweitung der US-Sanktionsliste chinesischer Unternehmen vor den Gesprächen.

Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 11.970 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss 1,1 Prozent tiefer bei 3.433 Zählern. Dass der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in China nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallen ist, stützte nur anfangs die Kurse etwas. Auch besser als erwartet ausgefallene deutsche Produktionszahlen setzten keine positiven Akzente - die Zahlen waren nicht gut genug, um die Rezessionsängste aus dem Markt zu nehmen.

Auch die Brexit-Nachrichten waren nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Laut dem Fernsehsender BBC, der sich auf eine Quelle aus Downing Street 10 beruft, ist ein Brexit-Deal nach einem Telefonat zwischen Premier Boris Johnson und Bundeskanzlerin Angela Merkelpraktisch unmöglich. Demnach habe Merkel erklärt, ein Deal, der auf den Vorschlägen Johnsons beruhe, die dieser zuvor der EU unterbreitet habe, sei "hochgradig unwahrscheinlich". Das Pfund wertete auf 1,2200 von zuvor rund 1,2300 Dollar ab.

HKEX zieht Gebot für LSE zurück

Die Hongkonger Börse (HKEX) hat ihre Pläne zur Übernahme des Londoner Konkurrenten aufgegeben. Weniger als einen Monat nach der überraschenden Offerte im Volumen von 39 Milliarden US-Dollar erklärte der Hongkonger Börsenbetreiber, man könne keine Übernahme der London Stock Exchange (LSE) ohne die Beteiligung des LSE-Managements vornehmen. An der Börse war aus politischen Erwägungen von Anfang an bezweifelt worden, dass das Werben aus China erfolgreich verlaufen könnte. Die LSE-Aktie verlor 5,8 Prozent.

Nur kurze Begeisterung löste der Zahlungsdienstleister Wirecard mit erhöhten Langfristprognosen aus. Zunächst legte der Kurs deutlicher zu, er schloss aber 4,6 Prozent tiefer. Der Prognosezeitraum bis 2025 sei lang und mit vielen Unsicherheiten behaftet, hieß es dazu aus dem Handel. Außerdem decke sich diese Prognose nur mit bereits qualitativ geäußerten Plänen. Dazu werde ein geringerer Gewinn- als Umsatzanstieg unterstellt. "Da könnte jemand von der Margenentwicklung enttäuscht sein", meinte ein Händler.

Der Windanlagenbauer Nordex hat sein Kapital über eine Privatplatzierung beim spanischen Großaktionär Acciona erhöht. Dieser hat daraufhin in Folge des Überschreitens der 30-Prozent-Schwelle ein öffentliches Übernahmeangebot für Nordex vorgelegt zu einem Preis von 10,32 Euro. Auf dem falschen Fuß wurden davon besonders Shortverkäufer erwischt. Die Nordex-Aktie legte um 5,7 Prozent auf 10,72 Euro zu und schloss damit über dem Gebotspreis. Acciona verloren 5 Prozent.

Qiagen brechen nach Umsatzwarnung und CEO-Abgang ein

Qiagen brachen um 21 Prozent ein. Das Unternehmen senkte am Vorabend die Umsatzprognose für das dritte Quartal und teilte außerdem mit, dass der seit 2004 amtierende CEO Peer M. Schatz sein Amt abgibt. Qiagen kündigte zudem Restrukturierungsschritte an und rechnet mit einem Aufwand vor Steuern von etwa 260 bis 265 Millionen Dollar. JP Morgan reagierte mit einer Abstufung der Aktie auf die Nachrichten - das Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden vergrößere die Unsicherheit über den kurz- und mittelfristigen Ausblick.

Uniper fielen um 8,5 Prozent auf 27,44 Euro. Grund war die Einigung der Private-Equity-Besitzer mit dem Großaktionär Fortum. Fortum wolle weder einen Squeeze-Out der freien Aktionäre noch ein Übernahmeangebot für die restlichen freien Stücke abgeben. "Zumindest für die nächsten zwei Jahre scheint das jetzt ausgeschlossen", so ein Händler. Die Analysten von Jefferies sehen in der Aktie einen Underperformer mit einem Kursziel von 20 Euro. Die Deutsche Bank hat Uniper auf "Halten" abgestuft.

Für die Aktien von Personaldienstleistern ging es nach mehreren Warnungen aus dem Sektor kräftig nach unten. PageGroup (minus 11,9 Prozent) hat eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr abgegeben genauso wie Robert Walters (minus 5,5 Prozent). Die Warnungen stehen zwar auch im Zusammenhang mit den Brexit-Unsicherheiten, zogen aber größere Kreise. Hays verloren im Gefolge 2,7 Prozent und Adecco 1,7 Prozent.

(Quelle:finanzen.net)

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