Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom14.Mai 2019

Dienstag, 14 Mai 2019 05:16
Publiziert in Wirtschaft
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Indizes vom 13.05.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 13.05.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Eskalation im US-China-Handelsstreit hat am Montag zu deutlichen Kursverlusten an den europäischen Aktienmärkten geführt. Anstelle einer erhofften Einigung standen Anleger nun vor einem Scherbenhaufen: Die USA hatten ihre Strafzölle ausgedehnt und China mit Gegenmaßnahmen geantwortet. Dies zog auch Wall Street nach unten und belastete besonders marktschwere US-Aktien mit großer China-Abhängigkeit. So fielen Apple und Caterpillar um bis zu 5 Prozent. Kräftige Verluste erlitten die Chip-Aktien und Europas Autowerte, auch der Dollar stand unter Druck. Umgeschichtet wurde überall in Anleihen. Der DAX verlor 1,5 Prozent auf 11.877 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss 1,2 Prozent leichter bei 3.321 Punkten

Massives Minus bei Autowerten - Trump und China-Absatz belasten

Zeitweise über 3 Prozent tiefer zeigte sich Europas Autosektor, am Ende waren es 2,7 Prozent. "Das ist der Trump-Trade", sagte ein Händler. Die Branche gilt als Verlierer des Handelsstreits, daneben drohen nun auch den in Europa hergestellten Autos neue US-Zölle. Bis Samstag könnte Trump auch gegen europäische Fahrzeuge Strafzölle verhängen, so die Sorge.

Daneben litt die Stimmung unter einem Verkaufseinbruch in China: Der Absatz auf dem weltgrößten Automarkt brach im April um 14,6 Prozent ein. Entsprechend fielen BMW um 1,2 Prozent, VW um 1,9 Prozent und Daimler um 3,3 Prozent. Noch tiefer ging es europaweit für Autozulieferer, im DAX fielen Conti um 4,4 Prozent. In Frankreich ging es für Faurecia und Valeo sogar um bis zu 5,6 Prozent tiefer. Analysten wie die von Evercore befürchteten bei Zulieferern auch für das zweite Quartal Gewinnwarnungen.

Auch Chip-Aktien standen unter Druck, wie Infineon und Dialog Semiconductor mit je 4,7 Prozent. Verantwortlich dafür war der Einbruch von 5 Prozent bei Apple und Chinas Strafzölle gegen Seltene Erden, was besonders die Handy-Hersteller traf. Noch härter mit 8,6 Prozent Einbruch erwischte es Apple-Zulieferer AMS und 5 Prozent Minus gab es bei STMicro. Anleger machten sich Sorgen, dass nun ein Einbruch der globalen Lieferkette der Chip-Industrie folgen könnte.

Gewinnmitnahmen bei Thyssenkrupp - Vodafone drückt Telekomtitel

Nach der Hausse von 28 Prozent am Freitag verloren Thyssenkrupp 8,7 Prozent. Händler sprachen aber nur von Gewinnmitnahmen, da die Konjunktursorgen andere Stahlwerte wie Arcelormittal, Salzgitter und Klöckner & Co ebenfalls bis über 5 Prozent ins Minus drückten.

Allerdings erwarteten Analysten trotz der Abspaltung der Aufzugsparte keine Kurswunder bei Thyssenkrupp. So hieß es von Barclays, zwar werde der Wert der Sparte dadurch sichtbar, nicht aber höher. Die Citigroup sah die Thyssen-Aktie mit 18 Euro fair bewertet, da der höhere Wert der Aufzugsparte von Pensionsverpflichtungen der Stahlsparte gemindert werde.

Selbst die sonst defensiven Telekommunikationswerte standen unter Druck. Hier belasteten Dividendensorgen um Vodafone und die hohen Kosten der neuen 5G-Frequenzen. Deutsche Telekom fielen um 1,8 Prozent, Vodafone verloren sogar 5,2 Prozent. Die Briten legen am Dienstag Geschäftszahlen vor. Gesucht waren nur die Versorger, ihr Sektorindex gewann 0,2 Prozent: So legten Eon nach ordentlichen Geschäftszahlen und bestätigter Jahresprognose um 0,4 Prozent zu. RWE schlossen unverändert.

(Quelle:finanzen.net)

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