Politik und Gesellschaft können Integration nur gemeinsam meistern

Sonntag, 19 März 2017 07:28
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Politik und Gesellschaft können Integration nur gemeinsam meistern Nehmen die Themen „Ehrenamt, Politik und kommunale Verwaltung“ in den Fokus: Die Teilnehmer des dritten Workshops zum Masterplan Integration treffen sich im Ratssaal. (C) Stadt Garbsen
Politik und Gesellschaft können Integration nur gemeinsam meistern

Verwaltung und viele Beteiligte arbeiten beim Workshop „Ehrenamt, Politik und kommunale Verwaltung“ am Masterplan Integration

Wie und wo können sich Interessierte über ehrenamtliche Aktivitäten für die Integration von Flüchtlingen informieren? Wie kann ein Dolmetscherpool initiiert werden? Wie können zusätzliche Möglichkeiten der Begegnung geschaffen werden? Und wie kann die Integration von länger in Garbsen lebenden Personen gelingen? Die Themen „Ehrenamt, Politik und kommunale Verwaltung“ haben im Mittelpunkt eines Workshops gestanden, zu dem sich Anfang März etwa 30 Vertreter und Organisationen getroffen haben, die sich direkt und indirekt für Integration und Flüchtlingssozialarbeit in Garbsen engagieren.

 

Der Workshop war der dritte Schritt nach der Fachtagung "Integration in Garbsen", mit dem Ziel eines gemeinsamen Masterplans Integration. Dazu waren Mitte September 2016 etwa 150 Beteiligte zum Austausch von Erfahrungen und Kontakten zusammengekommen, darunter Vertreter des Garbsener Flüchtlingsnetzwerks "Willkommen" und der Integrationslotsen, aus Schulen, Kitas, Vereinen und Verbänden, Kirchengemeinden, Politik und Verwaltung sowie viele weitere Ehrenamtliche und hauptamtliche Unterstützer. Begleitet wird der Prozess von Moderatoren des Projekts impakt integration der Wübben-Stiftung. Im Januar hießen die Workshop-Themen „Ausbildung, Arbeit und Beruf“, im Februar traf sich ein anderer Teilnehmerkreis zu den Themen „Bildung, Kinder und Jugendliche“. Alle Ergebnisse fließen in einen Masterplan Integration ein und werden den Beteiligten, der Politik und der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu wird die Stadt im Herbst einladen. 

„Die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen ist eine wichtige Aufgabe für eine offene und engagierte Stadtgesellschaft“ sagte Garbsens Bürgermeister Christian Grahl. „Das Niveau der Sozialkompetenz bestimmt die Qualität unserer Gesellschaft.“ In Garbsen gebe es ein vielfältiges freiwilliges Engagement, insbesondere im Bereich der Integration. „Darauf können wir stolz sein, und darauf können wir aufbauen“, so Grahl weiter. Integration müsse ganzheitlich und aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden, sagte Garbsens Schul- und Sozialdezernentin Iris Metge. Politik und Stadtgesellschaft könnten die Integrationsaufgabe nur gemeinsam meistern, nur dann könne Integration gelingen.

Integration sei in Garbsen kein neues Thema, sagte Barbara Willhauck-Wilken, Leiterin der städtischen Abteilung Jugend und Integration. Garbsen sei schon lange von kultureller Vielfalt geprägt, in der Stadt lebten Menschen aus mehr als hundert Nationen. Die Stadt sei mit haupt- und ehrenamtlichem Engagement breit aufgestellt, waren sich die Teilnehmer einig. Das bestehende Netzwerk sei engmaschig, doch erfordere es eine kontinuierliche Schnittstellenarbeit. Die Workshop-Teilnehmer signalisierten einige Bedarfe: Im Bereich der Verwaltung regten sie die Einrichtung eines Dolmetscherpools an, die enge Begleitung der Geflüchteten bei der Wohnungssuche und mehr Möglichkeiten zur Begegnung, wie ein Haus der Kulturen. Bedarf gebe es ebenfalls für eine App, die als digitaler Lotse über die vielen Unterstützungsangebote in der Stadt informiere. Auch die schon länger in Garbsen lebenden Menschen mit Migrationshintergrund müssten weiter im Blick behalten werden, so ein Teilnehmer.

Auch zum Stichwort Ehrenamt gab es viele Ideen, Vorhandenes zu verbessern und Lücken zu schließen: Bisher wenig vertreten seien Ehrenamtliche im Alter von 30 bis 50 Jahren, so ein Beteiligter und regte an, für diesen Kreis gezielt Anregungen zu schaffen. Und auch Zugewanderte sollten stärker in das ehrenamtliche Engagement einbezogen werden.

Außerdem sei es wichtig, dass die Politik Geflüchteten die politische Teilhabe ermögliche und Hilfestellung bei der Anerkennung beruflicher Qualifikationen gebe. „Ihre Impulse sind ganz wichtig“, würdigte Moderator Volker Walpuski die Arbeit der Teilnehmer. „Der Masterplan Integration unterliegt einem Prozeß und soll auch nach dem Beschluss durch die Politik weiterentwickelt werden“, sagte Willhauck-Wilken.

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