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Wirtschafts-News aus Hannover vom 4.Oktober 2017

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Wirtschafts-News aus Hannover vom 4.Oktober 2017 Börsen- und Wirtschafts-News aus Hannover (C) Ulrich Stamm

HANNOVER.

Die Norddeutsche Landesbank informiert:

 

Marktdaten

Bund-Future: 161,30  (+0,21)Bobl-Future: 131,33 (+0,10)10-J Bund Rendite: 0,46  (+0,01)10-J US-Rendite: 2,32 (-0,03)Eonia: -0,356  (0)iTraxx Europe: 55 (-1)iTraxx Crossover: 248  (-2)Gold: 1.277 (+6)ÖL/BFO: 56 (0)Xetra-Dax: 12.903 (+36)STOXX50E: 3.606 (0)Dow: 22.642  (+77)Nikkei: 20.611 (+136)Euro in USD: 1,1770  (+0,0037)Euro in GBP: 0,8869 (+0,0032)Euro in CHF: 1,1444  (+0,0008)USD in Yen: 112,56 (-0,21)

Marktumfeld  

Analyst: Tobias Basse (+49 511 361  9473)

Bekanntlich gelten die USA als das zentrale Musterbeispiel für die  moderne Dienstleistungsgesellschaft. Daran werden auch Donald Trumps Bemühungen  um eine nachhaltige Revitalisierung der US-Industrie perspektivisch kaum etwas  ändern können. Entsprechend blicken die Marktteilnehmer seit geraumer Zeit mit  wachsendem Interesse auf die Zahlen zum ISM PMI Non-Manufacturing. Unserer  Einschätzung nach sollten sich auch die Firmen aus dem Service-Segment der  US-Volkswirtschaft nicht gänzlich vom generellen Konjunkturoptimismus im Land  der unbegrenzten Möglichkeiten abkoppeln, der beispielsweise von den  US-Aktienmarktindizes und vom ISM PMI Manufacturing unmissverständlich  angezeigt wird. Folglich erwarten wir beim zentralen Einkaufsmanagerindex für  den Dienstleistungssektor der USA im September einen nahezu unveränderten Wert  von immerhin 55,0 Zählern. Bekanntlich gilt die Marke von 50 Punkten nach  mechanistischer Interpretation als Expansionsschwelle. Folglich würde beim  Eintreten unserer Prognose ein anhaltend starkes Wachstum der  Wirtschaftsaktivität bei den befragten Service-Firmen signalisiert. Dies wäre  eine erfreuliche Nachricht. Beim Blick auf die Details des ISM PMI  Non-Manufacturing sollte vor allem auf die Beschäftigungskomponente zu achten  sein. Im August hatte sich bei dieser Zeitreihe ein erfreulicher Anstieg auf  immerhin 56,2 Zähler gezeigt. Diese Nachricht war wichtig; der  Dienstleistungssektor ist schließlich die treibende Kraft hinter dem aktuellen  US-Jobwunder. In diesem Kontext sollte heute auch auf die Angaben zum ADP  Beschäftigungsindex zu achten sein. Dieser mag ein Vorbote für schwächere  Zahlen im offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sein. Die  makroökonomische Bedeutung entsprechender Entwicklungen sollte aber keinesfalls  überbewertet werden; es würde sich schließlich um durch die Wirbelstürme  ausgelöste Verzerrungen in den Daten handeln. Abends sollten die  internationalen Finanzmärkte heute dann noch mit etwas größerem Interesse auf  die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen in St. Louis zu blicken haben.  

Renten   

Analyst: Martin Strohmeier (+49 511 361  4712)Morgen läuft die Frist zur Annahme der RWE-Hybrid Tender ab. Laut  Unternehmensmitteilung von Ende September möchte der Konzern für insgesamt EUR  550 Mio. Hybridpapiere zurückkaufen. Dabei sind in Summe vier Anleihen  betroffen, welche in EUR, USD und GBP denominieren und welche First Call  Zeitpunkte zwischen 2 und 9 Jahren haben. Sollten Investoren mehr als EUR 550  Mio. andienen, würden Angabe gemäß längere Laufzeiten im Rückkaufangebot  stärker bevorzugt. Dies betrifft insbesondere die EUR RWE 3,5% 04/21/75  (Rückkaufkurs 103,45%) sowie die USD RWE 6,625% 07/30/75 (Rückkaufkurs  112,25%). Noch im März des vergangenen Jahres handelten diese Papiere bei 90%  oder weniger des Nominalwertes. Markteilnehmer sehen als Auslöser für den  Tender die Entziehung der teilweisen Anrechenbarkeit der Hybridpapiere als  Eigenkapital durch S&P, nachdem der Versorger alte Hybridaltanleihen in der  Vergangenheit nicht durch neue Hybridpapiere ersetzt hatte. Für RWE werden die  Anleihen aufgrund der S&P Entscheidung unattraktiv, da diese nun komplett  dem Fremdkapital zugeordnet werden und durch den relativ hohen Coupon auch noch  teuer sind. In 2017 hatte RWE bereits CHF 250 Mio. zurückgekauft. Die  Auswirkungen des Referendums in Katalonien gingen seit dem Wochenende auch an  span. Anleihen nicht spurlos vorüber. 10jährige Papiere handeln derzeit bei  1,72% (+11bp im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Wahl). Am EUR-Primärmarkt haben  sich heute Griechenland und Deutschland angekündigt. Griechenland begibt  ein Geldmarktpapier über EUR 875 Mio., Deutschland auktioniert ein 10jähriges  Papier über EUR 3 Mrd.

Devisen  

Analyst: Tobias Basse (+49 511 361 9473)Die  Markterwartung bezüglich der weiteren Fed-Geldpolitik ist derzeit ein den  US-Dollar nachhaltig stützender Faktor. Nachdem die Fed-Chefin Janet Yellen in  der vergangenen Woche hawkische Kommentare gemacht hat, dürfte ihr heutiger  Auftritt in St. Louis vom FX-Segment sehr genau beobachtet werden. Auch die  Spekulationen über die Nachfolge Yellens haben aktuell einen Einfluss auf das  Marktgeschehen; Warsh oder Powell scheint in diesem Kontext derzeit die  zentrale Frage für das FX-Segment zu sein.  

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