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Zoologe Dr. Francisco Welter-Schultes der Universität Göttingen in internationale Nomenklatur-Kommission gewählt

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Zoologe Dr. Francisco Welter-Schultes der Universität Göttingen in internationale Nomenklatur-Kommission gewählt Dr. Francisco Welter-Schultes (C) Georg-August-Universität Göttingen
Namen für 1,5 Millionen bekannte Tierarten

Zoologe der Universität Göttingen in internationale Nomenklatur-Kommission gewählt

Der Zoologe Dr. Francisco Welter-Schultes von der Universität Göttingen ist ab sofort Mitglied der Internationalen Kommission für Zoologische Nomenklatur (ICZN). Dr. Welter-Schultes wurde während des Kongresses der Internationalen Union der Biowissenschaften in Berlin gewählt und ist derzeit der einzige in Deutschland tätige Wissenschaftler des 20-köpfigen Gremiums. Die Kommission regelt die Benennung und Klassifizierung der rund 1,5 Millionen bekannten Tierarten auf der Welt. Diese unterliegen bereits seit 1905 einem festen Regelwerk, dem so genannten ICZN-Code.

Zu den Hauptaufgaben des Gremiums gehören neben der Lösung strittiger Einzelfälle die Überarbeitung des ICZN-Codes und die Anpassung der Richtlinien an moderne Bedürfnisse. „Die Arbeit an der neuen Ausgabe des ICZN-Codes wird stark unter dem Zeichen der Vereinfachung sowohl der Regeln als auch der Lesbarkeit stehen“, so Dr. Welter-Schultes. „Der ICZN-Code wirkt auf Außenstehende wie ein von Juristen für Juristen geschriebenes Buch mit sieben Siegeln. Da Biodiversitätsforschung seit Jahren in vielen Ländern nur noch projektbezogen gefördert wird, nimmt die Zahl an Experten dramatisch ab. Aus diesem Grund müssen wir das Regelwerk so überarbeiten, dass auch unerfahrene Nutzer es schnell verstehen.“

Darüber hinaus fordert Dr. Welter-Schultes demokratischere Entscheidungsprozesse. „Dazu gehört unter anderem die Beteiligung der mehr als 5.000 Zoologinnen und Zoologen auf der Welt“, erläutert er. „Das wurde bei der letzten Überarbeitung des ICZN-Codes 1999 versäumt. Und bereits damals hatten viele junge Fachleute zum Beispiel die Ansicht vertreten, das strenge Festhalten an den Regeln der lateinischen Sprache sei nicht mehr zeitgemäß.“ Weitere Informationen über die Kommission und den ICZN-Code sind im Internet unter www.iczn.org zu finden.

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