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Goslar und Windsor/Maidenhead feiern 50 Jahre Städtepartnerschaft

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Sayonara Luxton überreicht Dr. Oliver Junk das Wappen von Windsor/Maidenhead als Gastgeschenk für den Kulturmarktplatz. (C)  GZ / Heine Sayonara Luxton überreicht Dr. Oliver Junk das Wappen von Windsor/Maidenhead als Gastgeschenk für den Kulturmarktplatz. (C) GZ / Heine

GOSLAR. Vor einem halben Jahrhundert wurde die Städtepartnerschaft urkundlich besiegelt; am Wochenende feierten Goslar und das britische Windsor/Maidenhead 50-jähriges Jubiläum. Neben einer Delegation um die Bürgermeisterin von Windsor and Maidenhead, Sayonara Luxton, reisten auch Repräsentanten aus Schottland an. Die Städtepartnerschaft zwischen Forres und Vienenburg, heute Goslar, feierte nämlich zeitgleich ihr 35-jähriges Bestehen. Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk begrüßte Ratsherrn James Allan aus Forres sowie den Vorsitzenden des dortigen Städtepartnerschaftsvereins, David MacFarquhar.

Außerdem kamen zum Festakt in die Kaiserpfalz Vertreterinnen und Vertreter aus Goslars anderen Partnerstädten: Ratsfrau Claire Marescot aus dem französischen Arcachon, aus dem tschechischen Beroun die Bürgermeisterin Sonja Chalupová und aus dem polnischen Brzeg der Bürgermeister Jerzy Wrębiak. Besonderes Lob richtete der Oberbürgermeister an den Ersten Stadtrat Burkhard Siebert, der so Junk wie kaum ein zweiter für den Gedanken der Städtepartnerschaft stehe. Darüber hinaus grüßte der Oberbürgermeister „alle Freunde und Wegbegleiter der jahrzehntelangen Städtepartnerschaft“ sowie alle Rats- und Verwaltungsmitglieder. „Ein herzlicher Willkommensgruß gilt natürlich auch den Vertretern der Vereine, Schulen, Feuerwehren, Service-Clubs und der Seniorenvertretung, um nur einige zu nennen, die seit Jahren gute Kontakte nach Windsor haben sowie allen in Goslar lebenden Britinnen und Briten.“ Dank sprach er der Sparkasse Hildesheim, Goslar, Peine für die finanzielle Unterstützung des Festaktes aus.

Am 4. Juli 1969 wurde in der Guildhall in Windsor die Städtepartnerschaftsurkunde zwischen Windsor und Goslar unterzeichnet. Wie Dr. Oliver Junk berichtete, verpflichteten sich der damalige Bürgermeister Ian Keeler und Oberbürgermeister Wilhelm Degenhardt in einer Sondersitzung des Rates, an die Jugend zu appellieren. Sie sollte im Geiste gegenseitigen Verstehens handeln und ihre Kraft zur Erlangung ihres höchsten Ziels vereinigen: der Verständigung der Völker Europas und eines weltumfassenden Friedens. „Menschen mit Mut und Weitsicht wie Erich Brennecke, Stadtjugendpfleger in Goslar, Maude Swain und Bob Hutton aus Windsor setzten sich bereits 1949 dafür ein, neue Wege zu beschreiten.“ 1951 sei daraus eine erste Jugendbegegnung entstanden, die sich dann zum kommunalen Jugendaustausch entwickelte.

Mit Blick auf die politische Entwicklung in der Welt, die Eskapaden eines Donald Trump oder Boris Johnson, äußerte Goslars Oberbürgermeister die Sorge, dass sich die Menschen zusehends voneinander entfernen. „Der Brexit hat uns schmerzlich vor Augen geführt, dass immer mehr Brücken und immer weniger Mauern keine Selbstverständlichkeit mehr sind, dass es auch wieder anders kommen kann.“ Umso wichtiger seien Städtepartnerschaften. Besonders die wechselseitigen Jugendbegegnungen öffneten Horizonte und förderten Verständnis und Toleranz.

Bedürfnisse und Erwartungen hätten sich allerdings ebenso wie die Technologie in den vergangenen 50 Jahren verändert, erklärte Sayonara Luxton. Fundament der Städtepartnerschaft sei gegenseitiges Verständnis und Respekt.

Bereits vor dem Festakt hatten die Delegationen den im Bau befindlichen Kulturmarktplatz besucht. Anlass war die offizielle Benennung eines Seminarraums nach Goslars britischer Partnerstadt, der Windsor and Maidenhead Leseraum. Später sollen weitere Räume und Flure die Namen der anderen Partnerstädte erhalten.

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