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Wirtschaftsminister Lies zeichnet drei Unternehmen mit dem KulturKontakte-Preis aus

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GOSLAR. Durch die Auszeichnung mit dem KulturKontakte-Preis hat das niedersächsische Wirtschaftsministerium am Mittwoch Abend (8.11.2017) im Weltkulturerbe Rammelsberg in Goslar drei niedersächsische Unternehmen für ihr besonderes Engagement in der Kulturförderung gewürdigt.

Die diesjährigen Gewinner des Wettbewerbs sind die Lünebuch GmbH, die EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG und die EWE Stiftung.

Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Es ist zunehmend festzustellen, dass eine lebendige Kunst- und Kulturszene bei der Standortwahl von Unternehmen und Fachkräften ein ausschlaggebendes Kriterium sein kann und die Lebensqualität im ländlichen Raum steigert. Deswegen halte ich es für überaus wichtig, wenn Unternehmerinnen und Unternehmer durch Kulturförderung gesellschaftliche Verantwortung für ihre Region übernehmen.“ Mit dem Preis in der Kategorie „Kleines Unternehmen“ zeichnete das Wirtschaftsministerium die Lünebuch GmbH aus Lüneburg für ihr dauerhaftes Engagement zur Bewahrung des Kulturgutes Lesen aus. Der Preis in der Kategorie „Großes Unternehmen“ ging an die EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG für die Förderung der plattdeutschen Sprache. Im Jahr 2017 wurde zum sechsten Mal ein Preis in der Kategorie „Sparkassen sowie öffentlich-rechtliche Unternehmen und Stiftungen“ verliehen. Preisträger ist die EWE Stiftung, die sich mit der Sanierung und Restaurierung historischer Orgeln für den Erhalt dieses kulturellen Erbes einsetzt. 

Als Auszeichnung erhielten die Preisträger in diesem Jahr eine Bronze-Plastik, gestaltet von dem Künstler Alex Vasilev aus Peine. Der undotierte KulturKontakte-Preis wird seit 2004 an Unternehmen vergeben, die mit nachahmenswerten Ideen Kunst und Kultur in Niedersachsen fördern. Maßgebliche Kriterien für den Preis sind Innovation, Kontinuität in der Kulturförderung, Verankerung in der Unternehmenskultur und Einbindung der Mitarbeiter. Der Preis richtet sich auf Erfindungsreichtum und Mut zur Kooperation.

KulturKontakte sind eine Gemeinschaftsinitiative des Landes Niedersachsen mit der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sowie den Industrie- und Handelskammern Stade und Lüneburg-Wolfsburg. Der diesjährige kommunale Kooperationspartner ist die Stadt Goslar. Ziel der Initiative ist, den Dialog zwischen Wirtschaft und Kultur zu verstärken und mit innovativen Beispielen neue Impulse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu geben.

Preisträger 2017:

Kategorie „Kleines Unternehmen“

 

Lünebuch GmbH, Lüneburg

 

Die Buchhandlung Lünebuch GmbH wurde 1974 in Lüneburg gegründet. Lünebuch bietet eine intensive und individuelle Beratung der Kunden. In der Buchhandlung gibt es Leseecken sowie für Kinder auch einen Spielbereich mit Rutsche und eine Hörstation. Mit 100.000 Buchtiteln ist das Bücherangebot von Lünebuch das umfangreichste in Lüneburg. Neben gedruckten Büchern zählen auch Hörbücher, DVDs, E-Books und E-Book-Reader zum Sortiment von Lünebuch. Jedes Jahr stellt Lünebuch rund 200 Kulturveranstaltungen wie Lesungen, Events, Ausstellungen und Aktionen zur Leseförderung auf die Beine. Ein besonderes Highlight ist dabei das Lüneburger Krimifestival, das in diesem Jahr bereits zum achten Mal stattgefunden hat. Bei 17 Veranstaltungen an 16 Tagen an 16 verschiedenen Orten der Stadt konnten über 5.000 Besucher begrüßt werden. Mit dabei: weltweit erfolgreiche Krimiautoren wie Donna Leon, Simon Beckett, Jo Nesbo, Sebastian Fitzek oder Nele Neuhaus. Lünebuch engagiert sich in der Leseförderung bei Kindern. Daher gibt es eine enge Kooperation mit Kindergärten und Schulen in der Region sowie eine Leseclub für junge Leser von sieben bis zwölf Jahren. Zudem veranstaltet der Preisträger seit 39 Jahren die Lüneburger Kinder- und Jugendbuch-Woche und unterstützt mit qualifizierten Referenten Lehrer durch Fortbildungen in Sachen Leseförderung.

 

Kategorie „Großes Unternehmen“

 

EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG

 

Die EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG unterstützt seit 2013 die Kulturarbeit der Ostfriesischen Landschaft – vor allem im Bereich der plattdeutschen Sprache und bei der Verbreitung der Alleinstellungsmerkmale Ostfrieslands. Die Unterstützung des ostfriesischen Plattdeutsch sowie der regionalen Bräuche und Besonderheiten, gehört zur Unternehmenskultur des EDEKA Vertrieb Nordwest. Der Einsatz des Niederdeutschen (Plattdeutschen), einer EU-anerkannten Regionalsprache im Alltag vieler EDEKA-Märkte, leistet einen bedeutenden Beitrag zur Kulturförderung der Region. 

Beispielhaft für die Förderung der plattdeutschen Sprache können folgende Projekte des Unternehmens genannt werden: EDEKA lässt verschiedene Grußkarten ins Plattdeutsche übersetzen. Diese Karten werden in den EDEKA-Märkten und in den EDEKA Centern im Nordwesten Deutschlands verkauft. Je verkaufter Karte fließen zehn Cent an die Ostfriesische Landschaft zurück. Diese Gelder werden zur plattdeutschen Sprachförderung eingesetzt, vor allem in Kindergärten und Grundschulen.

 

Seit Mitte Oktober 2017 ist eine Gruß-Schokolade mit typisch ostfriesischen Motiven und plattdeutschen Sprüchen auf der Verpackung im Sortiment. Auch hier gehen zehn Cent pro verkaufter Tafel Schokolade an die Ostfriesische Landschaft.

 

Außerdem bietet das Unternehmen eine Präsentbox mit typisch ostfriesischen Produkten in den EDEKA-Märkten der Region an. In der Box sind verschiedene lokale Lebensmittel zusammengestellt, wie zum Beispiel Thiele Tee oder Friesenwaffeln. Ergänzt wird der regionale Inhalt durch ein Heft zur ostfriesischen Kulturgeschichte, den Aufkleber „Ostfriesland - Friesische Freiheit", einen Reiseführer und eine Tee-Fibel. Das Einpacken der Produkte in die Boxen übernimmt die Werkstatt für behinderte Menschen in Aurich-Wittmund. Damit bleibt die gesamte Wertschöpfung in Ostfriesland. 

 

Kategorie „Sparkassen sowie öffentlich-rechtliche Unternehmen und Stiftungen“

 

EWE StiftungBereits 2002 hat die EWE AG, die gemeinnützige EWE Stiftung gegründet mit dem Zweck ein dauerhaftes gesellschaftliches Engagement für Kunst und Kultur, Erziehung und Bildung, Forschung sowie Wissenschaft zu zeigen. Die EWE Stiftung gehört zu den größten Stiftungen ihrer Art in Niedersachsen und wird gemeinsam von einem 2-köpfigen Stiftungsvorstand und einem 9-köpfigen Stiftungsrat gesteuert. Sie fördert rund 250 Projekte im Jahr zwischen Ems-Weser-Elbe, in Teilen Brandenburgs und auf Rügen.

 

Seit Beginn ihrer Arbeit widmet sich die EWE Stiftung auch der Sanierung und Restaurierung historischer Orgeln. Hintergrund ist die außergewöhnlich reiche Orgellandschaft im Nordwesten. Diese zeugt nicht nur von einer ausführlichen Historie, sondern ist auch kulturelles Erbe und Touristenattraktion zugleich. Gleichzeitig sind viele historische Orgeln stark sanierungsbedürftig und vom Verfall bedroht. Das hat die Verantwortlichen der EWE Stiftung bewogen, sich diesem Thema anzunehmen. Zwischen 2002 und 2017 konnten insgesamt 29 Orgeln mit Fördermitteln von rund 232.000 Euro saniert und restauriert werden. Etwa 50 Prozent der Fördermittel pro Jahr fließen in kulturelle Projekte in den Landkreisen und Städten im Fördergebiet der EWE Stiftung. Dabei wird von den Entscheidungsträgern streng darauf geachtet, dass auch ländliche Regionen nicht zu kurz kommen, denn dort spielt das kulturelle Angebot eine besonders große Rolle. Dies gilt nicht zuletzt in Anbetracht neuer Herausforderungen, die Migration und Integration, der demografische Wandel und die Digitalisierung mit sich bringen.

 

 

 

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