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Buch-Rezension zur Neuerscheinung mit dem Titel „Unser ganz besonderer Moment“von Gaby Hauptmann

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Gaby Hauptmann Piper Verlag GmbH Gaby Hauptmann

Gaby Hauptmann veröffentlicht heute ihr neues Buch „Unser ganz besonderer Moment“. Mit Hingabe führen Doris und Katja ihr kleines Café im Herzen der Stadt Stuttgart. Über Nacht bringt Niki mehr Schwung in den Mini-Laden, Nikki studiert und sucht dringend einen Job als Aushilfe. Mit frischer Energie geladen übernimmt Niki die Vertretung im Geschäft und Doris gönnt sich mit Katja einen Ausflug, um schöne Momente zu erleben. In einer leer stehenden Winzerstube werden sie fündig, etwas Neues dort aufzubauen, ist ein Ausweg, wenn das bisherige berufliche Leben zu einer Sackgasse wird? Wie alt wird eine Frau, bis sie sich selbst am besten kennt? Ich bin 45, die gefürchtete Midlife-Crisis rückte in greifbare Nähe, dachte Katja angespannt nach. Eine Goldgrube könnte das kleine Café werden, wenn Doris als Teilhaberin und beste Freundin mehr Geschäftssinn hätte, vermutete Katja.

 

 

Die Selbstständigkeit hat eine Menge Risiken

An der Selbstständigkeit ist das Gute, dass sich die Zeit individuell und fachgerecht benutzen lässt, überlegte Katja weiter, wenn man ein gutes Team hat. Das ganze Leben ist eine Art Ausdauersport, dachte sie. Die Selbstständigkeit mit den Höhen und den Tiefen nimmt enorm viel Kraft in Anspruch, stellte sie besorgt fest. Früher war der Samstag ein willkommener Ausschlaf-Tag, mit Doris zusammenzuarbeiten bedeutet, dass der Samstag ein Großkampftag geworden ist. Menschen sind am Samstag in der Stadt zur Frühstückszeit unterwegs und besuchen das Café, früher hat Katja diese Zeit entspannt im Bett verbracht. Im Café herrscht normalerweise reger Betrieb am Samstag, auf den Ausschlaf-Tag muss sie aus diesem Grund als Selbstständige verzichten. Sollte sie die alte und sehr idyllische Winzerstube zu zweit zu neuem Leben zu erwecken, bleibt noch weniger Freizeit übrig, befürchten Katja.

 

 

Zeit für die pflegebedürftige Mutter

Am Nachmittag besucht sie die Mutter, den ganzen Tag vorher hat sie sich das fest vorgenommen. Der Pflegedienst sorgt für den Körper der pflegebedürftigen Mutter, fürs Seelenheil will Katja sorgen, nahm sie sich fest vor. Sie war ein Einzelkind und hatte die alleinige Verantwortung für regelmäßige Besuchszeiten. Die Aushilfe Niki hat sich im Job als Aushilfe bewährt, die charmante Niki war gut gelaunt und belastbar. Ein freier Nachmittag für den Besuch der Mutter war kein Problem, eine To-do-Liste, soll Klarheit bringen, was erledigt werden muss. Gerade im Frühstücksstresslautet die Antwort als WhatsApp-Information, auf der Fahrt zur Mutter empfindet Katja die WhatsApp-Information von Doris als Vorwurf.

 

 

Berufliche und private Verpflichtungen als Team gemeinsam meistern?

 

Katja bekommt ein schlechtes Gewissen, sicher fehlt sie im Café. Aber die Mutter benötigt sie dringend, vermutet sie und setzt trotz des Zwiespalts zwischen den Pflichten aus der Selbstständigkeit und dem Wunsch die Mutter zu besuchen, die Fahrt zur Mutter fort. Das Auto vom Pflegedienst parkt vor der Wohnung, da kommt die Tochter als willkommene Ablösung richtig. Nach der Begrüßung der Mutter betätigt die Tochter den neuen Turbo-Staubsauger, eine Runde Saugen ist der traditionelle Standard am Beginn jedes Besuchstages. Anschließend bliebt genügend Zeit für den familiären Small-Talk, Mutti hat viel zu erzählen. Später ist Katja zurück im überfüllten Café, schließlich will sie den Spagat aus der Selbstständigkeit und Betreuung der Mutter auf Dauer schaffen.

 

 

Fazit

Zwei Frauen, die überwiegend miteinander arbeiten und nicht gegeneinander, ist das ein utopisches Ziel? Die gebündelte Tatkraft des Damen-Duos wird im Rahmen der aktuellen Handlung auf die Probe gestellt. Gaby Hauptmann schildert nicht nur einen besonderen Moment, sondern mehrere. Gut in der Erinnerung bleiben die Highlights und regen zum Nachdenken über die Planung des Neuanfangs an. Die Heldin im neuen Buch von Gaby Hauptmann grübelt nicht lange, sondern nutzt Chancen im Leben, sobald es welche gibt. Das Zeitmanagement behält sie im Blick, ist der Terminkalender überfüllt, verschiebt Katja das Einkaufen, um den täglichen Zeit-Stress zu reduzieren. Die Fülle an Aufgaben wirbelt ihren Zeitplan mehr als einmal durcheinander, für den Besuch bei der Mutter mit der gewünschten „Trostpflaster-Wirkung“ nimmt sie sich gerne die notwendige Zeit.

Gemischte Gefühle zur eigenen Mutter, das ist ein Tabu-Thema. Beide Seiten profitieren von dem „besonders schönen Moment“ beim gemeinsamen Small-Talk. Dunkle Momente belasten die Seele der pflegebedürftigen älteren Dame, die Momente mit der Tochter sind fürs Seelenheil wie das Licht am Ende des Tunnels. Doris versteht, dass Katja trotz der Aufgaben im Café die Zeit zum Besuchen der Mutter dringend benötigt. Die Freundin gönnt ihr großzügig diesen privaten Freiraum und baut den Kontakt zu Katjas Lieblings-Kollegen in der Zwischenzeit aus. Das führt zu Turbulenzen, im Café läuft es mit wechselnden Tagesgerichten ansonsten ganz gut. Unerwartete Ereignisse bremsen die geschickt geplanten Abläufe ab. Manche Passagen im Buch sind sehr ausführlich, der Fokus liegt aber lesenswert auf mehr als einem „besonderen Moment“. Zum Beispiel den Wert der Freundschaft zweier selbstständiger Frauen mit permanenten Zeitstress in schwierigen Krisenzeiten. Vor einem geplanten Neuanfang oder Spurwechsel macht die Lebens-bejahende Autorin ihre „Botschaft“ zum Durchhalten unterhaltsam und lesenswert deutlich.

 

 

Porträt von Gaby Hauptmann

Den schönen Augenblicken mehr Achtsamkeit zu schenken, um besser durch Krisenzeiten zu kommen. Bestsellerautorin Gaby Hauptmann ist 1957 in Trossingen geboren und wohnt nun in Allensbach am Bodensee. Sie möchte Anregungen geben, nicht nur große Ziele zu sehen, sondern die netten Kleinigkeiten zu beachten. Einen Tag trotz vielfältiger Probleme als lebenswert zu empfinden, wird leichter, wenn man auf den „besonderen Moment“ Acht gibt, hat die Autorin, Moderatorin, und Journalistin im Laufe ihres Lebens bemerkt. Den Stress für eine Weile lesend abbauen, Gaby Hauptmann schreibt und liest gerne. Gut gelaunt zu sein schafft die Autorin nicht immer, aber sie achtet darauf, dass ihre Stimmung nicht völlig absinkt. Kleinigkeiten wie die SMS von der besten Freundin mit einer Einladung zum entspannenden Joggen sind ein willkommener sportlicher Lichtblick in der dunklen Jahreszeit.

 

Vor dem Planen eines Neuanfangs geben bewegenden Momente neue Energie. Als Redakteurin für Funk und Fernsehen hat sich Gaby Hauptmann (geboren 1957) schnell einen Namen gemacht. ihr erstes Buch: „Alexa, die Amazone“ hat sie im Jahr 1977 veröffentlicht. Neugierig bleibt die Bestsellerautorin auf jeden Fall, um exklusive Momente nicht zu übersehen, sondern sie auf vielfältige Art und Weise festzuhalten. Ihre Romane sind zum Teil verfilmt worden, besondere Momente einzufangen macht ihr Freude, das merken die Leser*innen. Der Roman »Unsere allerbeste Zeit« war der Vorgänger vom neuen Roman „Unser ganz besonderer Moment“ und wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste vertreten. Mal sehen, ob der Nachfolger die gleichen Momente des Erfolgs erreicht.

 

Details rund um den Roman

 

Medium: Buch

Titel: Unser ganz besonderer Moment

Autor/en: Gaby Hauptmann

Verlag: Piper Verlag GmbH 80799 München, Georgenstraße 4 + 8

als ungekürzte Edition Erscheinungsdatum 27.01.2022

Rezensions-Exemplar

ISBN: 978-3-492-06347-0

Roman Print Seitenzahl: 381

15,00 € (D) l 15,50 € (A)

 

 

 

 

 

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