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Polizei News aus Hameln vom 19. März 2019

Polizei News aus Hameln vom 19. März 2019 Täglich aktuelle Polizei Nachrichten aus Hameln (C) Ulrich Stamm

HAMELN.

Versuchter Enkeltrick - Bankmitarbeiter bewahrt Seniorin vor Straftat

Am Dienstag (18.03.2019) erhielt eine 88 Jahre alt Frau aus Bad Münder einen Anruf von einer weiblichen Person, die sich als ihre Nichte ausgab. Die Anruferin gab an, bei einem Anwalt in Hannover zu sein und Bargeld als Anzahlung auf eine Wohnung zu benötigen. Da sich die Anruferin mit dem tatsächlichen Vornamen der echten Nichte der Seniorin meldetet, schöpfte diese keinen Verdacht und sagte zu, die benötigte Summe von der Bank abzuholen. Glücklicherweise schöpfte ein Mitarbeiter der Bank Verdacht, dass es sich um einen sog. "Enkeltrick" handeln könnte. Er fragte nach dem Grund für die Abhebung einer solchen Summe. Nachdem die 88-Jährige ihm diesen nannte, riet der Mitarbeiter der Frau, ihr Geld auf ihrem Konto zu belassen. Im Anschluss informierte die Bank die Polizei. Dem aufmerksamen Bankmitarbeiter ist es zu verdanken, dass die Seniorin nicht um ihr Erspartes gebracht wurde! Ob die Täter zufällig den richtigen Namen der Nichte nannten, oder die Seniorin zuvor ausspioniert hatten, konnte nicht geklärt werden. Die Polizei rät in Fällen wie diesen: - Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen. - Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis. - Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. - Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörige oder anderen Ihnen nahestehende Personen. - Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen. - Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110. - Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

- Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom. - Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

 

Betrugsversuch am Telefon - Mann sollte mit Gewinnversprechen abgezockt werden

Am Montag (18.03.2019) wurde ein 66 Jahre alter Mann aus dem Bereich Stadtoldendorf beinahe Opfer einer Betrugstat. Gegen 13.30 Uhr wurde der Mann mit unterdrückter Nummer angerufen. Dem 66-Jährigen wurde mitgeteilt, dass er knapp 30.000 Euro bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Ein Rechtsanwalt aus Berlin habe die Gewinnsumme ausgelobt, so der Anrufer. Damit der Gewinn am Folgetag ausgezahlt werden könne, müsse der Gewinner zuvor noch einen bestimmten Betrag entrichten. Dann wurde das Gespräch beendet. Mit diesem Sachverhalt ging der 66-Jährige zur Polizei, wo ihm mitgeteilt wurde, dass nur der etwas gewinnen könne, der auch an einem Gewinnspiel teilgenommen habe. Der Mann solle vorsichtig sein, sollte er erneut einen Anruf in dieser Sache erhalten. Da bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei strafbare Handlungen ersichtlich waren, wurde keine Strafanzeige aufgenommen. Am Dienstag (19.03.2019) wurde der Mann erneut -dieses Mal von einem Berliner Festnetzanschluss- angerufen. Während des Telefonats wurde der Angerufene angewiesen sog. "Steam-Karten" im Wert von fast 1000 Euro zu kaufen und diese zur Überprüfung der "Kartennummer" bereitzuhalten. Nach dem erneuten Telefonat suchte der 66-Jährige wieder die Polizei in Stadtoldendorf auf, wo nach dieser Entwicklung eine Strafanzeige wegen versuchten Betruges aufgenommen wurde. 

Steam-Karten kaufte der Angerufene keine. Steam-Karten sind Guthabenkarten für den Online-Dienst Steam. Mit den Karten, die inzwischen an jedem Gutscheinkartenständer in jedem Supermarkt zu finden sind, können unkompliziert und ohne Kreditkarte Spiele und Erweiterungen von Steam erworben werden. Diese Art des Betruges ist der Polizei bereits bekannt. Die Angerufenen werden, nachdem sie Steam-Karten gekauft haben, in einem erneuten Telefonat dazu aufgefordert, die Karten Codes zur Verifizierung der Karten durchzugeben. Zeitgleich mit dem Durchgeben der Codes werden diese durch die Täter bei Steam aktiviert. Das Guthaben ist damit weg, der Käufer hält eine ungültige Karte in den Händen und erleidet somit einen Vermögensschaden. Die Polizei weist an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin: -Nur wer an Gewinnspielen teilnimmt, kann auch etwas gewinnen! -Geben Sie niemals Informationen am Telefon raus! -Guthaben Karten existieren nicht doppelt! Die Codes können nicht (wie hier) zur Verifizierung verglichen werden!

 

Autofahrer flüchtet ohne Licht vor der Polizei - Polizeibeamte überwältigen den Flüchtenden nach kurzer Verfolgung

Eine Streifenwagenbesatzung der Polizei Bad Münder befuhr am gestrigen Montagabend im Rahmen ihrer Streifentätigkeit die Ortschaft Marienau. Um 21.45 Uhr trafen sie in einer Seitenstraße auf einen Ford Focus mit Kennzeichen aus dem Landkreis Holzminden. Der Wagen mit Fahrer, der ihnen entgegenkam, sollten kontrolliert werden. Dazu wendete der Polizeiwagen auf dem Hellweg. Der Fahrer bemerkte offenbar das Wendemanöver des Streifenfahrzeuges und beschleunigte erheblich. Mit weit überhöhter Geschwindigkeit fuhr der Ford auf dem Wirtschaftsweg in Richtung Coppenbrügge und missachtete dabei die Anhaltezeichen der Beamten. In Coppenbrügge schaltete der Fahrer am Ford die Beleuchtung aus und fuhr auf das Gelände einer Klinik. Über eine Rasenfläche, zwischen geparkten Pkw hindurch und über einen Fußweg raste der Ford auf die Brunnenstraße. Hier wurde der Wagen auf einen Acker gelenkt, auf dem der Ford schließlich stecken blieb. Der Fahrer verließ den Wagen und versuchte weiter zu Fuß zu flüchten. Die Polizisten aus Bad Münder verfolgten den Flüchtigen und konnten diesen nach kurzer Laufstrecke einholen. Da dieser trotz Aufforderung nicht stehenblieb, wurde er auf dem Acker überwältigt und vorläufig festgenommen. Der 33-jährige Mann aus Hehlen (Landkreis Holzminden) ist der Polizei hinlänglich als Straftäter bekannt, insbesondere wegen schweren Raubs, Fälschungsdelikte, Verkehrsdelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, und war öfters Bestandteil polizeilicherBerichterstattung. Insbesondere über eine aufsehenerregende Flucht durch die Weser im August 2015 wurde berichtet. Auch im aktuellen Fall schien der Festgenommene unter dem Einfluss von Betäubungsmittel zu stehen. Ihm wurde daher zur genauen Analyse eine Blutprobe entnommen. Eine Überprüfung ergab, dass der 33-Jährige nicht mehr in Besitz einer Fahrerlaubnis ist. Der von ihm benutzte Pkw Ford ist weder zugelassen noch versichert. Dem Mann wird erneut das Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr infolge berauschender Mittel, Verstöße gegen dasPflichtversicherungsgesetz und gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz vorgeworfen. Da bei einer Durchsuchung geringe Mengen an Drogen gefunden wurden, wurde zusätzlich ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Die Ermittlungen zu weiteren Verstößen dauern an.

 

 

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