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Veranstaltungskalender Hannover - Aktuelle Events, Konzerte und Termine

Events

High Noon - 12.30 mittags
Montag, August 01, 2016  12:30   /   Montag, August 01, 2016  13:00
Hannover

 
 
Adresse: Emmichplatz, an der Hindenburgstraße, Hannover
Zusatzinformationen:
Gespräch über ein Mittagskunstwerk.
Heute: "Majolika-Brunnen" von Hans Poelzig.
Treffpunkt: Emmichplatz, an der Hindenburgstraße.
Teilnahme: 3 €, ermäßigt 2 €, mit HannoverAktivPass frei.

'High Noon – 12.30 Uhr mittags' stellt Ihnen an jedem ersten Montag im Monat in der Mittagspause jeweils eine künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum Hannovers in verdichteter Form vor. Sie stillen Ihr kulturelles Bedürfnis und machen neue ästhetische Erfahrungen. Da 'High Noon' jedes Mal ein anderes Objekt ins Visier nimmt, bewegen sich Fans des Formats – quasi in Zeitlupe – mit der Kunstvermittlung durch das Jahr, die Stadt und die Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum.

Der Majolika-Brunnen (benannt nach der farbig glasierten Keramik, aus der er besteht) wird auch Reese-Brunnen genannt. 1922 wurde er vom Architekten Hans Poelzig (* 1869 in Berlin, † 1935) entworfen und in den folgenden Jahren in Zusammenarbeit mit seiner Partnerin, der Bildhauerin und Architektin Marlene Moeschke-Poelzig, in zwei Exemplaren realisiert. Eines wurde 1928 im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung in Dresden aufgestellt und später von der Stadt Dresden angekauft. Das zweite Exemplar des Brunnens wurde vom Goslarer Kaufmann Hermann Reese gekauft und auf Anregung seines Schwiegervaters, des Bankdirektors Wilhelm Basse, der Stadt Hannover gestiftet. Dort wurde es im Jahr 1929 am Emmichplatz aufgestellt.

Vom Expressionismus geprägt, machte Hans Poelzig zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Königliche Akademie für Bau- und Kunstgewerbe in Breslau als Direktor zu einer fortschrittlichsten ihrer Art. 1916 wurde er Stadtbaurat in Dresden, 1919 Vorsitzender des Deutschen Werkbundes, in dem er dessen Ausrichtung auf die Neue Sachlichkeit wesentlich mit prägte. 1923 wurde Poelzig Professor an der Technischen Hochschule Berlin, 1926 Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Architekten. 1929 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Stuttgart. Für 1936 hatte er geplant, einen Lehrstuhl in Ankara anzunehmen, um den Repressionen des Nationalsozialismus zu entkommen, starb jedoch noch vor der Ausreise. Neben zahlreichen Industrie- und Gewerbebauten erlangte Poelzig 1919 große Bekanntheit durch den expressionistisch geprägten Umbau des Großen Schauspielhauses in Berlin (ab 1947 Friedrichstadtpalast). Außerdem entwarf er Bühnenbilder und Filmszenarien, darunter 1920 die expressionistische Stadtarchitektur in Paul Wegeners „Der Golem, wie er in die Welt kam“.