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Hannoversche Performancegruppe auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag

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Die hannoversche Performancegruppe "Vertrauen. Gewinnt!" beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund © Bernd Günther Die hannoversche Performancegruppe "Vertrauen. Gewinnt!" beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund © Bernd Günther

HANNOVER/DORTMUND. In Hannover ist unter der Leitung von Ercan Carikci und Vanessa Meyer im Zeitraum von März bis Juni 2019 ein Integratives Projekt mit Mode, Tanz und Musik unter dem Titel „VERTRAUEN. GEWINNT!“ für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund entstanden. Am 22. Juni fand nun der Abschluss einer gelungenen Perfomanceshow im DEPOT Dortmund statt.

In mehrwöchigen Workshops wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf diesen Tag mit Fotoshootings, Choreografietraining und Modefittings intensiv vorbereitet. An den Trainingstagen wurde das eigene Erlebte – viele Teilnehmer haben einen Migrationshintergrund – in einer Perfomance verarbeitet. Hinzu kamen Tanzeinlagen, Gesangsdarbietungen und Darstellungen des eigenen Schicksals. Unter anderem wurde die Flucht des Iraners Fares in einer Performance dargestellt und die Geschichte der Verarbeitung von mehrfacher Vergewaltigung der Mutter von Maja Kordis und dem Umgang mit den Folgen erzählt.

Samstagmittag brach dann die Gruppe mit 28 hochmotivierten Mitgliedern in einem gecharterten Bus Richtung Dortmund zum Kirchentag auf. Begleitet wurde sie von einem dreiköpfigen TV-Team und dem hannoverschen Fotografen Bernd Günther, der das Projekt von Anfang an fotografisch begleitet hatte. Unter dem Team waren auch die Direktorin der Grundschule Ahlem Christine Grimpe und der Unterstützer Karsten Grimpe vom Vorstand des Cameo Kollektiv.

In Dortmund fand dann um 21.00 Uhr die Performanceshow mit 12 Darstellern und weiteren 7 Models für den Teil der Fashionshow statt. Beginnend mit einer kurzen Vorstellung der Projektleitung unter Ercan Carikci und Vanessa Meyer führte die hannoversche ESG-Hochschulpastorin Dr. Simone Liedke als Moderatorin in das Programm ein.

Den Auftakt bildete die Szene „Die Flucht“ und Fares Geschichte über die Flucht, die viele Zuschauer emotional beeindruckte. An den Gesichtern und der Körperhaltung konnte man förmlich erahnen, welche Momente einige von den Darstellern durchgestanden haben mussten. Vor Majas Geschichte als Tochter über die Vergewaltigungen ihrer Mutter und dem Umgang in der Familie damit, fand eine Seilperformance statt. Auch hier wurden darstellerisch die „Fesseln“ langsam abgelegt.

Um etwas die Anspannung zu lockern, führten dann Vanessa Meyer und Francesco zwei Gesangstücke auf, welche mit viel Beifall bedacht wurden. Der Iraner Nazir sang danach ein unter die Haut gehendes Lied in seiner Landessprache. Im Anschluss schloss Maja Kordis mit ihrer Geschichte ab und betonte nochmals, wie stolz sie auf ihre Mutter ist. Als Beispiel für das Wiederfinden des eigenen verlorenen Selbstbewusstseins nimmt sie sich als Vorbild ihre Mutter, die ebenfalls Mode als Model vorführt. Eine perfekte Überleitung zu einem beginnenden Modefeuerwerk.

Von nun an beherrschte Musik und Mode die Fläche. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer führten als Models Fashion von Wayóm der Designerin Lorena Winkler, die Khamosh-Kollektion des aus Kabul stammenden Designers Baryalai Khamosh, sowie die Modelabels Roderbruch, Dörpwicht, Crepic und Mysterie of Darkness vor.

Der Iraner Ferez zeigte danach mit 3 weiteren Darstellern den Kampf zwischen Loslassen der eigenen Heimat und dem langen Weg der Flucht und Abweisung. Den Abschluss dieser Sequenz konnten die Zuschauer in einem Sprung in die „Neue Zukunft“ erkennen. Gefolgt wurde diese noch einmal emotionale Szene von einem weiteren Feuerwerk der Mode, bei dem das Publikum begeistert mitklatschte.

Die einstündige Show endete mit viel Beifall, der einen oder anderen verdrückten Träne und der Aufforderung an die Zuschauer, zum gemeinsamen ausgelassenen Tanz sich mit den Teilnehmern auf die Showfläche zu begeben. Was traurig, emotional und nachdenklich begann, endete in Lebensfreude und Ausgelassenheit.

Diese Stimmung hielt von Dortmund bis Hannover bei der Rückfahrt im Bus auch weiter an. Die vielen Trainings, Vorbereitungen und Emotionen hatten ihren Erfolg an diesem Abend und zeigen, von dieser Gruppe ist noch einiges zu erwarten. So stehen in Kürze noch weitere Performaceshows z.B. auf dem Maschseefest, im Erlebnis-Zoo Hannover und in Hildesheim an.

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