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Konzertreihe des Albert-Schweitzer-Familienwerks begeisterte volle Marktkirche

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Das erfolgreiche Orgateam: Stadtbezirksbürgermeisterin Mitte Cornelia Kupsch, ASF-Marktingleiter Jörg Grabowsky, ASF-Vorstandvorsitzender Dr. Omar Mahjoub, IGS Bothfeld Schulleiter Rainer Kamphus, Vorlese-Sieger Gennaro Graciano, Marktkirchen-Organist Ulfert Smidt und Kinder- und Jugendchorleiterin Lisa Laage-Smidt. (C) Mokrus Das erfolgreiche Orgateam: Stadtbezirksbürgermeisterin Mitte Cornelia Kupsch, ASF-Marktingleiter Jörg Grabowsky, ASF-Vorstandvorsitzender Dr. Omar Mahjoub, IGS Bothfeld Schulleiter Rainer Kamphus, Vorlese-Sieger Gennaro Graciano, Marktkirchen-Organist Ulfert Smidt und Kinder- und Jugendchorleiterin Lisa Laage-Smidt. (C) Mokrus

HANNOVER. „Ein voller Erfolg“, so konstatierten die verantwortlichen Organisatoren Dr. Omar Mahjoub und Jörg Grabowsky der Konzertreihe „Augen und Ohren auf für Albert Schweitzer“ ihr diesjähriges Geburtstagskonzert für den Arzt, Philosophen und Friedensnobelpreisträger in Hannovers Marktkirche. Bis auf den letzten Platz waren am 11. Januar 2020 alle Stühle besetzt, als in der atmosphärisch charmant ausgeleuchteten Marktkirche Cheforganist Ulfert Smidt zu Bachs „Toccata und Fuge“ in d-Moll anhob und Schüler der IGS Bothfeld sich auf ihre Lesungen vorbereiteten.

Die bereits zum siebten Mal in Hannover stattfindende Veranstaltung hat ihr Ziel erreicht, in fröhlicher Weise des Geburtstags des Arztes, Philosophen und Friedensnobelpreisträgers zu gedenken. Schweitzer wurde am 14. Januar 1875 in Kayserberg/Elsass geboren. „Wir können so die Erinnerung an den Namensgeber unseres Familienwerks höchst lebendig halten“, erläuterte Marketingleiter und Moderator Jörg Grabowsky. Schweitzer wäre in diesem Jahr 145 Jahre alt geworden.

 

Nach der fulminanten Eröffnung

durch Smidts Orgelspiel begrüßte der Vorstandsvorsitzende des Albert Schweitzer Familienwerks, Dr. Omar Mahjoub, Freunde, Förderer sowie die zahlreichen Gäste zum neuen Jahrzehnt. Er erinnerte an Albert Schweitzer und dessen Ansicht über die Kunst des Alterns: „Solange das Zentrum Deines Herzens die Botschaft der Hoffnung, der Freude, des Mutes, der Herrlichkeit empfangen kann, so lange bist Du jung!“.

Als Vertreter der Landeshauptstadt Hannover sprach anschließend Ratsherr und Stellv. Stadtbezirksbürgermeister des Stadtbezirks Mitte, Wilfried Engelke (FDP), über Schweitzers Einsatz für Frieden, Wahrheit und Freiheit sowie der Integration Benachteiligter in unsere Gesellschaft. „Spenden Sie ruhig in die ausliegenden Tütchen, es dient hier einem guten Zweck“, lautete seine Schlussbotschaft.

 

„Spektakulär“ – „Erfrischend“ – „Meisterhaft“,

das waren anschließend nur einige Adjektive, als Ulfert Smidt dem vollbesetzten Haus mit zwei kurzen Stücken aus dem 16. Jahrhundert von Frescobaldi die kleine Italienische Orgel aus dem Jahr 1780 vorführte. Anschließend erlebten die begeisterte Besucher beim „Impro con usignolo“ wie ein kleines Vogelregister („ein kleine italienische Spielerei an dieser Orgel“, so Smidt) einem Tanz eine ungeheure Lebendigkeit beifügt. Sein Spiel wurde dabei von einer der drei Kameras auf die Großbildleinwand projiziert.

 

Beeindruckende Schülerlesungen

Unterstützt durch die eindrucksvolle Ausleuchtung der Marktkirche begannen anschließend die Schüler der IGS Bothfeld charmante Lebenserinnerungen von Albert Schweitzer vorzutragen. Gennaro Graciano, Anton Brandl und Amelie Freitag hatten als 11-jährige gemeinsam den schulinternen Vorlesewettbewerb gewonnen. In der Marktkirche zeigten die 6.-Klässler vor mehr als 500 beeindruckten Gästen ihr erworbenes Lesekönnen, was durch Albert Schweitzers humorvolle Originaltexte noch gestützt wurde. IGS Schulleiter Rainer Kamphus, der mit Teilen seines Kollegiums, Eltern und Mitschülern und Geschwisterkinder anwesend war, zeigte sich beeindruckt. Anhaltender Applaus war das Lob für den Mut und den perfekten Vortrag.


Virtuoses Spiel an Spieltischen: Chef-Organist Ulfert Smidt an den drei Orgeln der Marktkirche (C) Mokrus

Die Vorlese-Sieger der IGS-Bothfeld begeisterten das Publikum (C) Mokrus

Wie in den Vorjahren – Konzertillumination der Marktkirche Hannover (C) Mokrus

 

Die Videoübertragungen von den Spieltischen,

der Chor-Orgel und der anschließend der großen Goll-Orgel zeigten folgend Ulfert Smidt in großer Spiellaune. Der Europäische Orgelspaziergang wurde zunächst für Spanien mit der alt-spanischen „Batalla Famossa“ weitergeführt und anschließend für Frankreich mit Leon Boellmanns verklärt-impressionistischen „Prière à Notre Dame“, der Anbetung Marias, fortgesetzt. Die perfekte Übertragungstechnik zwischen Organist Smidt und Moderator Grabowsky, die in Form eines Zwiegesprächs durchgeführt wurde, unterhielt dabei das Publikum optimal. Insbesondere die Erläuterungen Grabowskys, wie etwa die Vorkommnisse bei Albert Schweitzers Hannover-Besuch im Oktober 1959, brachten die Konzertgäste zum Schmunzeln.

 

Krönender Schlussakt

eines 90-minütigem Programms war dann Englands Beitrag zum Europäischen Orgelspaziergang: Elgars March No. 1, die Krönungsmelodie des britischen Königs Edward VII, aus „Pomp and Circumstance“ setzte der Veranstaltung auch musikalisch die Krone auf. Furios und mit intensivem Einsatz gespielt, platzierte sich die auch als „Land of Hope and Glory“ bekannte Hymne in den Herzen der Zuschauer. Ein deutlicher Beifall überschüttete Organist Ulfert Smidt anschließend förmlich, auch weil er auf sein Honorar für diese wunderbare Veranstaltung verzichtet hatte.

Marketingleiter und Moderator Jörg Grabowsky ist es zu danken, dass die Veranstaltungsreihe auch weiterhin Zulauf findet und ein langfristiger Erfolg zu werden scheint. Schon jetzt musste Zusatzgestühl in der Marktkirche platziert werden. Es gelang erneut, die Herausforderungen aus der Zeit Schweitzers augenzwinkernd in die Gegenwart zu transferieren. „Wir machen weiter“, verkündeten die Veranstalter im Nachgang der Veranstaltung – voraussichtlich am 16. Januar 2021 heißt es wieder in Hannovers Marktkirche „Ohren auf für Albert Schweitzer“. Und die Vorleseschüler der IGS Bothfeld sind auch mit dabei.

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