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#RETTEDEINTHEATER - Gemeinsame Demo am 10.November 2021

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#RETTEDEINTHEATER © Staatstheater Hannover #RETTEDEINTHEATER © Staatstheater Hannover

HANNOVER. Der aktuelle Haushaltsplanentwurf der niedersächsischen Landesregierung für 2022/23 stellt eine akute Bedrohung für die Vielfalt der gesamten Theater- und Orchesterlandschaft in Niedersachsen dar und belastet viele Theater und Orchester substanziell. Die Entscheidung hierzu soll im Landtag bereits im Dezember dieses Jahres fallen und sich weit über die Landtagwahlen im kommenden Jahr hinaus auswirken.Die Nichtübernahme der anstehenden Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst kommt faktisch einer Kürzung gleich und wird sowohl bei den freien und kommunalen Theatern in Niedersachsen als auch bei den Staatstheatern Hannover ein Defizit in Millionenhöhe verursachen.

 

Solidarischer Protest

In Reaktion auf die Pläne der Politik hatten die Gewerkschaften und Beschäftigten der Theater in einer großen gemeinsamen Solidaritätsaktion unter dem Motto #rettedeintheater zum Protest aufgerufen. Seit dem 9. Oktober wird nach allen Vorstellungen das Publikum durch Ansagen und Fotoaktionen über die Pläne der Landesregierung informiert, zudem wurde eine Online-Petition gestartet, die bereits über 6.000 Unterzeichnende gefunden hat. Rund 8.000 Protest-Postkarten wurden an die Staatskanzlei gesandt mit dem Apell an Ministerpräsident Stephan Weil, die Sparpläne des Finanzministeriums sowie des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zu verhindern und die Finanzierung der Theater mit Blick auf die aktuellen Arbeitsbedingungen grundsätzlich in den Blick zu nehmen.

 

Gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen

Alrun Hofert, Schauspielerin und im Vorstand des Lokalverbands Hannover der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA), betont die Kurzsichtigkeit der Sparpläne: "Millionen Euro wurden zur Verfügung gestellt, um die Institutionen während der Corona-Pandemie vor dem wirtschaftlichen Kollaps zu bewahren. Die Absicht der Landesregierung, die Tariferhöhungen für ihre Theater jetzt nicht ausgleichen zu wollen und die Förderung der freien Theater nicht zu verstetigen, führt hintenrum zu einem Millionen-Defizit bei den Theatern, der Personal- und Angebotsabbau zur Folge haben wird. Gleichzeitig helfen diese eingesparten Summen keineswegs, den Landeshaushalt zu sanieren. Sie bringen die Theater, die ohnehin auf dem Zahnfleisch gehen, in eine gefährliche Schieflage." Der Protest wird iniziiert und maßgeblich getragen von den Beschäftigten der Theater sowie von den Arbeitnehmerorganisationen Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA), Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft (ver.di), Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Deutsche Orchestervereinigung (DOV).

 

Demonstration am 10.11.2021

Alrun Hofert weist zudem auf die ohnehin oft prekären Arbeitsverhältnisse an vielen Theatern hin: "Die Theaterschaffenden arbeiten bereits auf einem vergleichsweise geringen Lohnniveau und sind vielfach unterbezahlt. Unsere gewerkschaftlichen Bemühungen, für nachhaltig bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, werden durch die Haushaltspläne des Finanzministeriums und des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur massiv geschwächt. Die Kürzungen dürfen nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer:innen ausgetragen werden!" Die von den Gewerkschaften angemeldete Demonstration startet am Mittwoch 10.11.2021 um 11 Uhr am Opernplatz und führt zu einer Kundgebung vor dem Niedersächsischen Landtag, wo sie gegen 14 Uhr endet. Es werden Demonstrationsteilnehmer:innen in vierstelliger Anzahl erwartet. An der Demonstration nehmen auch Theater-Beschäftigte aus mehreren Städten teil, die dafür nach Hannover anreisen.

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