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Sichere und faire Abschlussprüfungen im Sekundarbereich I

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Niedersächsischer Kultusminister Grant Hendrik Tonne © Niedersächsisches Kultusministerium Niedersächsischer Kultusminister Grant Hendrik Tonne © Niedersächsisches Kultusministerium

HANNOVER. Wie das Niedersächsische Kultusministerium am Donnerstag (25.02.2021) mitgeteilt hat, soll es sichere und faire Abschlussprüfungen in der Corona Pandemie geben: mit zwei weiteren Baustein aus der „10-Punkte-Agenda" sind die Schulen im Laufe des Tages über die Abläufe der Abschlussprüfungen 2021 im Sekundarbereich I und die geltenden strengen Hygienemaßnahmen informiert worden.

 

Die „Hinweise zur Hygiene bei Durchführung der Abschluss- und Abiturprüfungen im Schuljahr 2020/2021" setzen einen sicheren Rahmen zur Abnahme der schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen. Hier sind Vorgaben zum Mindestabstand und zu Maskenpflicht, für Handhygiene und zum Führen von Anwesenheitslisten aufgeführt, ebenso wird festgehalten, dass z. B. Prüfungsaufgaben auf den Plätzen ausgelegt werden müssen, bevor die Prüflinge den Raum betreten. Beim Verteilen der Bögen hat das Prüfungspersonal Handschuhe zu tragen.

 

Die „Regelungen zu den Abschlussprüfungen 2021 im Sekundarbereich I im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie" informieren unter anderem über die neuen Haupt- und Nachschreibtermine in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Den Schulen sowie den Prüflingen wird mit dem Verschieben der Haupttermine auf die Termine des ursprünglich ersten Nachschreibtermins zusätzliche Vorbereitungszeit gegeben.

 

Darüber hinaus werden die zentralen schriftlichen Abschlussarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik durch dezentrale schriftliche Abschlussarbeiten ersetzt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die mündlichen Prüfungen freiwillig und nicht verpflichtend abzulegen sind. Damit können Schülerinnen und Schüler ihre Note im Rahmen einer Prüfung verbessern, die Bewertung der Leistung in der freiwilligen mündlichen Prüfung bleibt aber unberücksichtigt, wenn aufgrund dieser Bewertung die Jahresnote schlechter als „ausreichend" lautet. Diese Regelung galt bereits im letzten Jahr und hat sich außerordentlich bewährt.

 

Um die Lehrkräfte bei der Erstellung dezentraler Abschlussarbeiten zu unterstützen, werden den Schulen - voraussichtlich in der 16. Kalenderwoche 2021 - die zentralen Abschlussarbeiten des Hauptschreibtermins und des ersten Nachschreibtermins als ein Aufgabenpool sowie das Material für Lehrkräfte über ein Download-Portal im Word-Format zur Verfügung gestellt. Über den Download, der in einem größeren Zeitfenster als bislang möglich sein wird, werden die Schulen rechtzeitig informiert.

 

Beide genannten Erlasse sind heute über die Logistikstelle des Niedersächsischen Kultusministeriums an die Haupt-, Real- und Oberschulen, Gesamtschulen, Förderschulen, Gymnasien, Freien Waldorfschulen und Landesbildungszentren geschickt worden.

 

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne dazu: „Mit sicheren und fairen Prüfungen wahren wir Zukunftschancen für junge Menschen. Es werden Abschlüsse vergeben, die keinen Corona-Makel haben. So verhindern wir, dass sich die Jugendlichen aus dem Abschlussjahrgang 2020/2021 rechtfertigen müssen und gegebenenfalls schlechtere Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben. Die Prüfungen selbst sind sicher aufgrund der hohen Sicherheitsstandards auf RKI-Basis und fair, weil wir umfangreiche inhaltliche und zeitliche Anpassungen vorgenommen haben.  Alles spricht für und wenig bis nichts gegen Prüfungen."

 

Die beiden Erlasse „ Hinweise zur Hygiene bei Durchführung der Abschluss- und Abiturprüfungen im Schuljahr 2020/2021" und „ Regelungen zu den Abschlussprüfungen 2021 im Sekundarbereich I im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie" sind auch im Internet auf der MK-Seite im FAQ-Bereich eingestellt. Der entsprechende Erlass zur Durchführung der Abiturprüfungen ist in der Endfertigung und wird ebenfalls sehr zeitnah die Schulen erreichen.

 

 

 

 

 

Corona - Arbeiten, Klausuren, Abitur & Abschlussarbeiten

 

 

Welche schriftlichen Arbeiten können – trotz Abwesenheit – in der Schule noch geschrieben werden?

In der Rundverfügung wird die Regelung in der Verordnung konkretisiert und auf die Gymnasiale Oberstufe und auf abschlussrelevante Arbeiten an den berufsbildenden Schulen in der Schule beschränkt.

 

Können schriftliche Arbeiten in Epochalfächern hiervon ausgenommen werden?

Auch in epochal erteilten Fächern in den Jahrgängen, an deren Ende eine Versetzung erfolgt, können bis zum 31.01.2021 unabhängig vom jeweiligen Szenario schriftliche Arbeiten geschrieben werden

In Schuljahrgängen, die sich zurzeit im Distanzlernen (Szenario C) befinden, können in Fächern, die ganzjährig unterrichtet werden, schriftliche Leistungen im 2. Schulhalbjahr erbracht werden.

 

 

Können im Szenario B in der Präsenzzeit noch Klausuren geschrieben werden?

Ja. In diesem Fall finden ja keine erhöhten Kontakte in der Schule durch das Klausurenschreiben statt. Die Schuljahrgänge 9 und 10 sind gem. § 13 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 der Niedersächsischen Corona-Verordnung von der Untersagung des Schulbesuchs aus Satz 1 ausgenommen. Für die Abschlussjahrgänge 9 und 10 sind damit schriftliche Arbeiten zugelassen.

 

Ist es zulässig, Klausuren in Echtzeit über Videokonferenzen schreiben zu lassen?

Nein, das ist nicht zulässig, weil beim Klausurenschreiben über Videokonferenen dem prüfungsrechtlichen Grundsatz der Chancengleichheit nicht Rechnung getragen werden kann. Es kann bei Videokonferenzen nicht hinreichend ausgeschlossen werden, dass Täuschungsversuche begangen werden.

 

Müssen alle Schülerinnen und Schüler auch bei schriftlichen Arbeiten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn diese für den Unterricht angeordnet ist?

 

a: Bei schriftlichen Arbeiten in den Sekundarbereichen I und II der allgemein bildenden Schulen gilt:

 

Während schriftlicher Arbeiten (Klausuren, schriftlichen Prüfungen) sind Schülerinnen und Schüler nicht verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zu tragen.

Nach Nummer 1 Buchst. g der Rundverfügung der Niedersächsischen Landeschulbehörde 26/2020 v. 30.10.2020 kann die Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht kurzzeitig von einzelnen Personen abgenommen werden, wenn dies zwingend für die Unterrichtsziele erforderlich ist.

Schriftliche Arbeiten werden in Räumen geschrieben, die die Einhaltung der Abstandsregelung sicherstellen. Dazu ist ggf. der Plan für die schriftlichen Arbeiten durch die Schule anzupassen.

Unter der Voraussetzung, dass in der Prüfungssituation (schriftliche Prüfung) die Abstandsregeln eingehalten werden können, kann gem. der o. g. Rundverfügung eine Lehrkraft auch die Befreiung einer Lerngruppe vom Tragen einer MNB für die Zeit einer schriftlichen Prüfung (reine Schreibzeit) verfügen.

Die Aufsicht führenden Lehrkräfte tragen, wenn sie sich im Unterrichtsraum bewegen, eine MNB. Wenn sie sich an ihrem Platz befinden, ist das Tragen einer MNB nicht erforderlich.

Um sicherzustellen, dass genügend Unterrichtsräume für schriftliche Arbeiten zur Verfügung stehen, können die Schulen von der Möglichkeit der Flexibilisierung und der Reduzierung der Anzahl schriftlicher Arbeiten gem. der Runderlasse „Regelungen zur Organisation der Schuljahrgänge 1 bis 10 der allgemein bildenden Schulen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ab dem Schuljahr 2020/2021“ vom 17.09.2020 sowie „ Regelungen zur Organisation der Schuljahrgänge 11 bis 13 für alle öffentlichen allgemein bildenden Schulen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ab dem Schuljahr 2020/2021“ vom 07.09.2020 Gebrauch machen. Das „Corona-Kompensationskonzept für allgemein bildende Schulen“ vom 03.09.2020 gibt unter Nr. 2.6 weitere Hinweise.

 

b: Bei Vorabiturklausuren gilt:

 

Bei Vorabiturklausuren werden die Abstandsregelungen eingehalten. Es gilt das unter Buchst. a) dargestellte Verfahren

 

c: Wie verhält es sich an Förderschulen?

Das unter a: dargestellte Verfahren gilt auch an Förderschulen.

 

d: Was gilt bei Sportprüfungen?

 

Nach Nummer 1 Buchst. g der Rundverfügung der Niedersächsischen Landeschulbehörde 26/2020 v. 30.10.2020 kann im Sportunterricht vom Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung abgesehen werden, wenn die Vorgaben für den Schulsport im Übrigen eingehalten werden.

 

e: Was gilt bei schriftliche Prüfungen in Zuständigkeit der Berufsbildenden Schulen?

Für Klassenarbeiten, Klausuren und anderen schriftlichen Prüfungen gilt auch an BBSn das unter a: beschriebene Verfahren.

 

Für praktische Prüfungsleistungen in Zuständigkeit der BBSn gilt: Der Grundsatz „Keine Prüfung unter MNB“ gilt auch hier Davon ist jedoch in berufsbezogenen Prüfungssituationen abzuweichen, in denen das Tragen einer MNB Teil der beruflichen Handlungssituation ist.

Für Prüfungen in Zuständigkeit der Kammern gilt: Die Kammern führen die Prüfungen in eigener Zuständigkeit durch. Das Kultusministerium hat lediglich die Rechtsaufsicht und kann keine Vorgaben machen. Da auch die Vorgaben des Hausherrn der Liegenschaft, in der die jeweilige Prüfung durchgeführt wird, zum Tragen kommen können, ist die Annahme uneinheitlicher Handhabungen realistisch.
 

 

 

Ist zum Schutz der Prüflinge schon jetzt an eine Verschiebung der Abschlussarbeiten im Jahr 2021 gedacht?

Der Erlass „Regelungen zu den Abschlussprüfungen 2021 im Sekundarbereich I im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“ v. 26.10.2020 weist zusätzliche Nachschreibtermine für die schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Englisch aus. Auch die Zeitfenster für die mündliche Prüfung und die Sprechprüfung in Englisch wurden ausgeweitet, um den Schulen mehr Flexibilität zu geben.

Darüber hinaus kann im Sekundarbereich I die Prüfungskommission der Schule darüber entscheiden, ob sie von der Möglichkeit dezentraler Abschlussarbeiten Gebrauch macht, wenn eine Schülerin oder ein Schüler, eine Lerngruppe oder ein Abschlussjahrgang insgesamt mindestens 6 Wochen im Schuljahr nicht am Präsenzunterricht teilnehmen konnte.

 

Werden durch die Änderungen der thematischen Hinweise zum Abitur die niedersächsischen Kerncurricula geändert?

Konkrete Anpassungen von Kerncurricula aller Fächer, Doppeljahrgänge und Schulformen wären eine zu weitreichende Änderung. Die KC sollen grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden, um einzelne Kompetenzen nicht zu bewerten. Vielmehr sollen durch Unterrichtsausfälle verursachte Defizite bezüglich grundlegender Kompetenzen in den Kernfächern Mathematik, Fremdsprachen sowie Deutsch über den Zeitraum des Schuljahrs 2020/2021 ggf. nachgearbeitet und gesichert werden. Bei der Sicherung dieser Grundlagen gilt es, eine besondere Sorgfalt walten zu lassen. Grundlegende Kompetenzen, die in höheren Jahrgängen wieder aufgegriffen werden, sind besonders zu berücksichtigen.

 

 

Bringen die Änderungen der thematischen Hinweise eine Vereinfachung der Abschlussarbeiten und Abiturprüfungen mit sich?

Nein, denn die Konkretisierungen oder quantitativen Reduzierungen von Inhalten kompensieren die pandemiebedingten Einschränkungen, was jedoch nicht einer inhaltlichen Vereinfachung der Abschlussarbeiten und Abiturprüfungen gleichkommt. Es werden Kompetenzen abgeprüft, die über einen längeren Zeitraum vermittelt wurden. Die Anforderungen ergeben sich auch aus der Art der Aufgabenstellungen sowie der Komplexität des Materials.

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