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Zehn Jahre Lokaler Integrationsplan in Hannover

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v.l.  Luna Jurado (Kulturzentrum Faust),  Hans-Michael Krüger (Kulturzentrum Faust), Monika Singh (kargah e.V.),  Wolfgang Becker (MiSO-Netzwerk Hannover), Bettina Doering (Leiterin des  Bereichs Migration und Integration der Landeshauptstadt Hannover) (C) Kulturzentrum Faust v.l. Luna Jurado (Kulturzentrum Faust), Hans-Michael Krüger (Kulturzentrum Faust), Monika Singh (kargah e.V.), Wolfgang Becker (MiSO-Netzwerk Hannover), Bettina Doering (Leiterin des Bereichs Migration und Integration der Landeshauptstadt Hannover) (C) Kulturzentrum Faust

HANNOVER. 2008 wurde der Lokale Integrationsplan (LIP) vom hannoverschen Stadtrat beschlossen, um der Landeshauptstadt einen Leitfaden für Integration und Einwanderung zu geben. Nach zehn Jahren wird nun im Rahmen eines großen Zukunftskongresses am 15. Juni 2019 in der Warenannahme des Kulturzentrums Faust Bilanz gezogen. Organisiert wird die Veranstaltung von dem Migrant*innenselbstorganisationen-Netzwerk MiSO, dem interkulturellen Verein kargah und dem Kulturzentrum Faust unter Beteiligung von Stadträtin Konstanze Beckedorf. Gemeinsam mit Hannoveraner*innen mit und ohne Migrationsgeschichte sollen aktuelle migrationspolitische Fragestellungen diskutiert und die Inhalte des Lokalen Integrationsplans (LIP) kritisch unter die Lupe genommen werden.

Monika Singh, Mitarbeiterin von kargah, stellt heraus, wie wichtig es ist, die hannoverschen Bürger*innen in die Neugestaltung des Papiers miteinzubeziehen: "Wir wünschen uns, dass der Lokale Integrationsplan dieses Mal nicht als Verwaltungsdokument in den Schubladen verschwindet, sondern Transparenz von und Beteiligung an demokratischen Prozessen in der Stadtgesellschaft voranbringt!" Ziel ist es, gemeinsame Perspektiven für Hannover als Einwanderungsstadt zu entwickeln und explizite Ideen in den LIP einfließen zu lassen. „Wir brauchen eine konkrete Integrationspolitik, die die wirklichen Lebenslagen und Interessen der migrantischen Bevölkerung berücksichtigt. Es ist Zeit, Anerkennung gegenüber Migrant*innen zu fordern.

Und es muss eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema der Einwanderungsgesellschaft geben“, kritisiert Hans-Michael Krüger, der Gesch.ftsführer des Kulturzentrums Faust.

Im Rahmen des Zukunftskongresses sind eine Reihe von Workshops und Diskussionen in den Themenfeldern Demokratie, Stadtleben und Erwachsenenbildung geplant. Die Organisator*innen erhoffen sich intensive Diskussionen zwischen den Akteur*innen im Migrationsbereich und den Zuständigen in der Verwaltung und Politik sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen im Rahmen des LIPs. Gerade der Einbezug der migrantischen Stadtbevölkerung ist für sie von enormer Bedeutung: "Unser Netzwerk hat eine Umfrage zum LIP unter hannoverschen Migrant*innenorganisationen gemacht", sagt MiSO-Mitarbeiter Wolfgang Becker, "auf dem Kongress erwarte ich dazu reichhaltige Diskussionen". Bettina Doering von der Stadt Hannover, Bereichsleiterin für Migration und Integration, begrü.t den Zukunftskongress, der Teil einer umfangreichen Veranstaltungsreihe im Jubiläumsjahr des LIP ist: "Wir sind als Landeshauptstadt sehr dankbar, dass das Engagement für die Weiterentwicklung des Lokalen Integrationsplans so groß ist. Wir brauchen die Expertise der Zivilgesellschaft. Wir wollen gemeinsam mit den Erfahrungen der Vergangenheit die Zukunft gestalten."

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