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Bezirksrat Döhren-Wülfel: Bald kommt der Abrissbagger in die Liebrechtstraße

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Der Rübezahlplatz in Mittelfeld: Anwohner beschwerten sich über nächtliche Partys Jens Schade Der Rübezahlplatz in Mittelfeld: Anwohner beschwerten sich über nächtliche Partys

HANNOVER. Bald geht es los mit dem Bauprojekt „Waldheimer Tor“ an der Liebrechtstraße. Karl Prange vom zuständigen Architektenbüro kam in die August-Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel ins Freizeitheim Döhren und berichtete über den Stand der Bauplanungen. Anfang September wird nun auch der Bäcker in die als Übergangsdomizil bereitgestellten Container ziehen; der Abriss der bisherigen Ladenzeile am Anfang der Liebrechtstraße in Waldheim soll dann „demnächst“ beginnen. Nicht nur die Geschäfte in den bisherigen Flachbau bekommen für die Zeit des Neubaus eines Wohn- und Geschäftshauses an dieser Stelle ein Ersatzquartier, auch der Waldheimer Bücherschrank soll vorübergehend auf die andere Straßenseite ziehen. Die „Waldheimer Uhr“ wird hingegen abgebaut und eingelagert. Es ist vorgesehen, sie erst nach Abschluss der Bauarbeiten wieder aufzustellen.

„Ist während der Bauarbeiten überhaupt ein ständiger Taxistand erforderlich?“ fragte Dr. Stefanie Matz und kritisierte, dass durch die Verlegung des Standplatzes vor den Arztpraxen Parkplätze entfallen seien. Stadtplaner Dr. Hans-Heiner Schlesier vermochte darauf keine Antwort zu geben und versprach: „Wir nehmen diese Frage mit.“

Neuigkeiten auch bei dem großen Bauprojekt „Vitalquartier“ in Mittelfeld neben dem Annastift. Statt Eigentumswohnungen setzten die Investoren nunmehr verstärkt auf Mietwohnungen, berichtete Christoph Winkler von Mohrenfels von der Geschäftsführung des Immobilienunternehmens den Bezirksratsmitgliedern. Deshalb würden die Wohnungen nun auch marktgerecht kleiner geplant, unterm Strich entstehen dadurch letztendlich mehr Wohnungen als ursprünglich angedacht.

Für einen Teilbereich liegt bereits eine Baugenehmigung vor. Um die Tiefgarage zu errichten, muss, so Winkler von Mohrenfels, zeitweise das Grundwasser abgesenkt werden. Das sei aber nur vorübergehend notwendig. Er bat die benachbarten Kleingärtner um Verständnis.

 Breiten Raum nahm die von den Christdemokraten beantragte Anhörung zum Thema „Rund-um-Grün-Ampeln“ ein.  Bei „Rund-um-grün“ haben an einer Straßenkreuzung die Fußgänger (und Radfahrer) auf allen Straßen gleichzeitig „Grün“ und alle Autos müssen halten. Die CDU verspricht sich dadurch mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Dirk Hillbrecht vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) meinte zwar, dies „könne eine gute Lösung sein“ und man sollte es ausprobieren, aber es könnte auch zu Problemen im Radverkehr kommen. Uneingeschränkt befürwortete demgegenüber Krysztof Mieloch vom „FUSS e.V. – Fachverband Fußverkehr „ die Idee. Eher ablehnend: Dr. Nicole Lehnhoff vom zuständigen Fachbereich. Sie begründete ihre Ansicht mit Studien zu einer Kreuzung an der Vahrenwalder Straße. Das gefiel CDU-Fraktionschefin Gabriele Jakob nicht. „Besser wäre eine Prüfung zu einer Kreuzung im Stadtbezirk Döhren-Wülfel, etwa der Waldhauser Kreuzung Mainzer und Salzburger Straße“, sagte sie.

Einstimmiger Beschluss  der Ortspolitiker: Der Kleingartenverein Wülfel erhält einen Zuschuss  in Höhe von 1.600 Euro für die Erneuerung seines vereinseigenen Kinderspielplatzes.

Ebenso geschlossen stimmte der Bezirksrat der Stellungnahme der Stadtverwaltung zum geplanten Naturschutzgebiet in der Leine zu.  Darin wird sich unter anderem gegen das Verbot ausgesprochen, dass im Stadtbezirk ansässige Kanu- und Paddelvereine  in großen Teilen des Jahres die Leine nicht befahren dürfen.

Anwohner des Rübezahlplatzes in Mittelfeld hatten sich hilfesuchend an die SPD-Bezirksratsfraktion gewandt. Dort soll eine Gruppe von Alkoholikern oft die Nacht zum Tag machen, lautstark feiern und die Mittelfelder um ihren Schlaf bringen. In einer Anfrage zur August-Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel griffen die Sozialdemokraten deshalb das Thema auf. Aufgrund der SPD-Initiative kontrollierte der städtische Ordnungsdienst in jüngster Zeit  mehrmals den Platz. Zweimal musste sogar die Polizei zu Hilfe gerufen werden, weil Personen stark alkoholisiert waren und aggressiv reagierten. Bei anderen Kontrollgängen seien allerdings keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen gewesen, heißt es in der Verwaltungsantwort. Die Stadt verspricht aber: „Der Platz wird auch zukünftig weiterhin kontrolliert werden.“

„Zwei Hochbahnsteige der Stadtbahn im Stadtbezirk Döhren-Wülfel werden derzeit saniert. Über die Maßnahme wurde der Stadtbezirksrat vor Baubeginn nicht informiert, obwohl sich die Bürger im Stadtbezirk zuerst mit ihren Fragen immer an die Mitglieder des Bezirksrates wenden“, kritisiert die SPD in einer weiteren Anfrage und will wissen, weshalb der Ersatzbahnsteig Haltestelle Fiedelerstraße nicht an den früheren Standort weiter nördlich eingerichtet wurde. Denn: „Die Hildesheimer Straße wird an dieser Stelle jeweils auf eine Fahrspur verengt. Bei regem Verkehr kommt es deshalb hier regelmäßig zu kleinen Staus. Weil diese Strecke sehr häufig von Rettungswagen im Einsatz genutzt wird, haben die Ambulanzfahrzeuge oft  Probleme, die Engstelle zu passieren.“ Die Antwort: Fahrleitungsmasten hätten einer Ersatzhaltestelle in nördlicher Richtung entgegengestanden. Seltsam, meint der Vorsitzende der SPD-Fraktion, denn vor dem Bau der Hochbahnsteige lag viele Jahrzehnte die Straßenbahnhaltestelle genau hier. Auch die zweite Begründung gibt Anlass zum Kopfschütteln: Die Fläche des früheren Tiefbahnsteiges sei ja inzwischen begrünt. Ob hier von einer gepflegten Grünfläche allerdings wirklich gesprochen werden kann, mögen die Döhrener entscheiden.

 Noch ist unklar, wo die neue Feuerwache der Ortswehr Wülfel gebaut wird. Das jetzige Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr ist in die Jahre gekommen und arg mitgenommen. Deshalb wollte die SPD-Fraktion wissen, wieweit die Neubauplanungen sind.  „Es werden noch Standorte geprüft. Zurzeit liegt kein Ergebnis der Prüfung vor“, heißt es wenig aussagekräftig in der Verwaltungsstellenahme dazu.

Einstimmig folgte der Bezirksrat einem Antrag der Sozialdemokraten, „ein Konzept für eine Beschilderung des Stadtbezirks, insbesondere der Leinemasch, mit Kilometermarkierungen für attraktive Laufstrecken zu erstellen.“ Begründung des SPD-Antrages: „Die Leinemasch ist die grüne Lunge unseres Stadtbezirks. Sie ist Naherholungsgebiet und Ausflugsziel zugleich. Das Potenzial für Sportler  aber noch wesentlich besser genutzt werden. Mit einer solchen Beschilderung steigern wir die Attraktivität dieses Naherholungsgebiets sowohl für die Bewohner  unseres Stadtbezirks als auch für Besucher* von außerhalb.“


Die SPD hatte Fragen zur Stadtbahnhaltestelle Fiedelerstraße

Bald werden die Flachbauten an der Liebrechtstraße abgerissen

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