Bezirksrat verlangt Räume für die Kulturinitiative

Samstag, 16 März 2019 11:57
Publiziert in Politik
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Bezirksrat verlangt Räume für die Kulturinitiative Das Haus verfällt, die Nachbarn sind beunruhigt: Klinkerfuesstraße in Döhren. Foto: Schade

 

HANNOVER-DÖHREN. Eine Hausruine lockte Bürger aus dem Osten Döhrens in die Bezirksratssitzung. Sie beschwerten sich über ein langsam verfallenes Haus neben der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Nicht nur ein unschöner Anblick, sie berrüchteten auch Gefahren vom dem verlassenen Grundstück. Außerdem wurden Gerüchte laut, wonach angeblich - gesichert und nachgewiesen ist dies aber offenbar nicht - Nachbarn unter Druck gesetzt worden sein sollen. Ein Thema der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel am vergangenen Donnerstag (14. März) im Saal Freizeitheim Döhren. Außerdem wagten sich die Politiker in eine rcehtliche Grauzone. Erstmals baten sie die Stadtverwaltung nicht nur etwas zu tun, sondern bestimmten einfach, dass die Beamten im Rathaus sich um einen Raum für einen Döhrener Verein kümmern müssen.

Schon lange wünscht sich die Kulturinitiative Döhren-Wülfel (KI) einen festen Raum für Veranstaltungen und Treffen in Döhren. Die städtische Kulturverwaltung unterstützte dieses Projekt bislang jedoch eher zurückhaltend. Jetzt der Bezirksrat die Geduld verloren. Die Politiker beschlossen nun, dass die Verwaltung einen Raum besorgen muss.  Eingebracht hatte den einstimmig angenommenen Antrag die SPD-Fraktion, die Fraktionen der CDU und der Grünen fanden ihn so gut, dass sie dem Vorschlag beitraten und er nun als interfraktionelle Initiative verabschiedet wurde.

Mit einer Bauruine in der Klinkerfuesstraße beschäftigte sich eine Anfrage der Sozialdemokraten. Schon seit einigen Jahren (wohl 2014 oder früher) steht dort ein  Haus leer. Das Gebäude verfällt zusehends immer stärker. Dachziegel fehlen, Fenster sind zerstört, der Garten ist verwildert. Anwohner beobachteten, dass Jugendliche – wohl von der benachbarten Realschule – sich in dem einsturzgefährdeten Bauwerk aufhalten und dass die Ruine auch andere Menschen anzieht. Nach einem Zeitungsartikel vom 11. August 2017 soll seinerzeit eine Baugenehmigung für ein Bauvorhaben der Grundstückseigentümer erteilt worden sein. Geschehen ist offenbar nichts. Die SPD wollte jetzt von der Stadt wissen, was Sache ist. Die Antwort, die Verwaltungssprecherin Gundula Ohlhorst vorlas, war jedoch enttäuschend. „Es ist keine abschließende Stellungnahme möglich“, sagte sie. „Hier ist zunächst eine Überprüfung durch den Außendienst erforderlich, um die Situation zu beurteilen.“ Die SPD-Fraktion: „Wir bleiben dran!“

Wenig befriedigend auch die Antwort zur Helmstedter Straße. Der Bezirksrat hatte beschlossen, die Straßendecke auf der gesamten Länge zu sanieren.  Repariert wurde aber nur der südliche Abschnitt der Straße. „Der nordwestliche Abschnitt befindet sich in einem verkehrssicheren Zustand. Weitere Sanierungsmaßnahmen sind daher derzeit nicht vorgesehen“, ließ die Stadt auf eine weitere SPD-Anfrage mitteilen. „Ein Unding“, schimpfte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Bezirksrat. „Der Bezirksrat hat einen wirksamen Beschluss gefasst  und nach dem Kommunalverfassungsgesetz ist die Verwaltung verpflichtet, dem nachzukommen. Alles andere ist ein Gesetzesverstoß, die Beamten dürfen sich nicht über den Willen der Bürgervertreter hinwegsetzen.“

Gute Nachricht: Immerhin soll ein bislang unbefestigter Pfad entlang des Bahndammes von der Friedhofsallee bis zum Hohen Weg (Stadtteil  Seelhorst) noch in diesem Jahr zum Radweg ausgebaut werden. Wahrscheinlich werden die Planungen dazu im Juni dem Bezirksrat vorgestellt. Das erfuhren die örtlichen Politiker auf eine weitere SPD-Anfrage. Bereits 2017 hatte der Bezirksrat auf Antrag der Sozialdemokraten diesen Ausbau gefordert.

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