Der Streik der Erzieherinnen und Sozialarbeiter geht weiter

Montag, 18 Mai 2015 13:43
Publiziert in Politik
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Der Streik der Erzieherinnen und Sozialarbeiter geht weiter ver.di
Sozialarbeiter und Erzieherinnen setzen ihren Arbeitskampf fort

 

Die unbefristeten Streiks in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der Sozial- und Erziehungsdienste werden in dieser Woche fortgesetzt. Aufgerufen sind unter anderem Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen in Jugendzentren, in der Schulsozialarbeit und im allgemeinen Sozialdienst, Erzieherinnen in Kindertagestätten und Horten, Erzieher und Heilpädagoginnen in Heimen für Kinder und Jugendliche sowie Beschäftigte in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Am heutigen Montag (18. Mai) legten insgesamt rund 4.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit nieder.

 

„Die Sozialarbeiter und Erzieherinnen sind wütend und sauer auf die Arbeitgeber, weil sie immer noch kein Angebot vorgelegt haben. Jetzt sind die Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte gefragt, in der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber Druck zu machen, damit ihre Verhandlungsführer sich endlich bewegen“, sagte ver.di-Landesleiter Detlef Ahting auf einer Kundgebung in Braunschweig.

 

Die Gewerkschaft ver.di hat den heutigen Streiktag in Niedersachsen und Bremen zum „Sozialarbeitertag“ erklärt. Aus allen Regionen kamen 450 Sozialarbeiter und Sozialpädagogen zu einer Fachtagung zur „Sozialen Arbeit“ in der Hochschule Hannover zusammen. „Die Tätigkeiten in der sozialen Arbeit sind sehr anspruchs- und verantwortungsvoll, vielfach körperlich wie psychisch belastend und so unverzichtbar wie die Arbeit der Erziehungsdienste. Leider wird darüber weniger berichtet, deshalb wollen wir, dass ihre unsichtbare Arbeit in der Öffentlichkeit sichtbarer wird“, betonte ver.di-Fachsekretärin Katja Wingelewski.

 

Am Vormittag gingen 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe in Nienburg auf die Straße. „Auch sie wollen, dass ihre gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen von den Arbeitgebern aufgewertet wird“, erklärte ver.di-Fachsekretärin Annette Klausing.

 

Ebenfalls am Vormittag gab es eine Demonstration und Kundgebung in Braunschweig auf dem Platz der Deutschen Einheit. An ihr nahmen 800 Streikende aus Göttingen, Northeim, Osterode, Goslar, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel, Wolfsburg und Braunschweig teil. Die Beschäftigten von Volkswagen haben sich mit den Streikenden solidarisiert. In der IG Metall-Zeitung „Die Komponente“ heißt es: „Gute, qualifizierte Arbeit muss anständig bezahlt werden. Deshalb unterstützen wir Betriebsräte und die Vertrauenskörperleitung von Volkswagen Braunschweig den Streik der Beschäftigten in den Kitas der Kommunen.“

 

Für den morgigen Dienstag (19. Mai) kündigte die Gewerkschaft ver.di einen Solidaritätstag zusammen mit Beschäftigten von freien Trägern und kirchlichen Einrichtungen mit einer Kundgebung um 14.00 Uhr auf dem Bremer Marktplatz an. In Schortens wird es eine regionale Kundgebung und Demonstration von Sozialarbeitern und Erzieherinnen zwischen 9.00 Uhr (Bürgerhaus) und 10.30 Uhr (Rathaus) geben. In Hannover organisieren Streikende von 16.00 bis 18.00 Uhr eine Aktionsmeile in der Fußgängerzone.

 

Am Mittwoch (20. Mai) ruft ver.di alle streikenden Sozialarbeiter und Erzieherinnen in Niedersachsen und Bremen zu einer Demonstration (ab 11.00 Uhr vom Liebesgrund) und zentralen Kundgebung (um ca. 11.45 Uhr Am Sande) in Lüneburg auf. Hier wird ver.di-Landesleiter Detlef Ahting sprechen.

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