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Die Suche nach der Weltkriegsbombe muss wieder systematischer erfolgen

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Jens Seidel (C) Jens Seidel Jens Seidel (C) Jens Seidel

HANNOVER. Die gestrige Entschärfung einer Weltkriegsbombe im Zooviertel hat die Überlegungen der CDU-Ratsfraktion zur systematischen Suche nach Munition erneut befeuert. „Diese Entschärfung kurz nach dem achtzigsten Jahrestag des Kriegsbeginns macht noch einmal deutlich, wie sehr uns die Kriegsfolgen ganz praktisch auch noch heute beschäftigen. Umso wichtiger ist eine systematische Suche nach den sogenannten Blindgängern“, so Jens Seidel, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion.Der Bund, als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches, hatte bereits vor Jahren die Zuständigkeit für die Kampfmittelbeseitigung an die Länder delegiert. Diese wiederum haben die Verantwortlichkeit an die Kommunen bzw. deren Gefahrenabwehrbehörden weitergereicht. Das Land hat sich vor Jahren jedoch, bedingt durch finanzielle Engpässe, aus der Gesamtfinanzierung zurückgezogen. „Die Landeshauptstadt hat erklärt, ihre systematische Suche  fortzuführen. Dabei muss sie aber fast zwangsläufig an ihre Grenzen stoßen“, meint Seidel. Und weiter: „Hier ist die Stadtspitze zur Not im Verein mit anderen Kommunen gefordert, wieder den Bund und das Land in die Pflicht zu nehmen. Wohnungsbau ist auf allen Ebenen ein Kernthema, da sollte man erwarten, dass er buchstäblich auch auf sicherem Grund geschieht.“Wenig Verständnis bringt der CDU-Mann allerdings für die Verzögerung der Evakuierung durch die Weigerung mancher Anwohner ihre Wohnung zu verlassen auf. „Wer sich einem Platzverweis – der auf einer Prognoseentscheidung der Einsatzkräfte beruht – widersetzt, widersetzt sich nicht nur der Staatsgewalt. Er verliert auch Ansprüche, sollte am Ende doch ein Schaden durch Explosion oder Sprengung der Weltkriegsbombe eintreten.“„Zudem verhält sich jemand, der in dieser Weise agiert, meiner Ansicht nach unsozial. Er zieht eine notwendige Maßnahme zur Gefahrenabwehr unnötigerweise in die Länge. Er verlängert dadurch die Arbeit der Einsatzkräfte und er macht anderen Menschen im Evakuierungsgebiet, also seinen eigenen Nachbarn, eine möglichst zeitnahe Rückkehr in Ihre Wohnungen unmöglich“, so Seidel zum Abschluss.

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