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Verwaltungsantwort erzürnt den Bezirksrat

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Es stehen nur noch zwei Wände: ehemalige historische Gaststätte Wichmann Jens Schade Es stehen nur noch zwei Wände: ehemalige historische Gaststätte Wichmann

HANNOVER. „Das ist eine Unverschämtheit!“ Die Reaktion aller Parteien auf die Antwort zu einer interfraktionellen Anfrage zur Helmstedter Straße war einhellig. In dieser Anfrage hatten die Bezirksratsmitglieder von der Verwaltung wissen wollen, wann denn ihr Beschluss, die Straßendecke auf der gesamten Länge der Straße zu erneuern, umgesetzt wird. Doch das will die Bauverwaltung nicht machen. Geplant ist nur, schadhafte Stellen zu flicken „Der restliche Abschnitt der Helmstedter Straße (von Klinkerfuesstraße bis Hildesheimer Straße) hat einige Schadstellen in der Deckschicht, die punktuell in 2019 mit geeigneten Sanierungsmaßnahmen beseitigt werden“, antwortete Verwaltungssprecherin Gundula Ohlhorst. „Damit hat die Verwaltung erklärt, bindende Beschlüsse des Bezirksrates nicht nachkommen zu wollen. Das können wir uns nicht gefallen lassen“, hieß es daraufhin unisono aus der Runde der Politiker. Von Dienstaufsichtsbeschwerde bei der amtierenden Oberbürgermeisterin über die Einschaltung der Kommunalaufsicht bis hin zu einer Klage vor dem Verwaltungsgericht wurden Möglichkeiten angesprochen, sich zu wehren. Die Vertreter vom Fachbereich für Bezirksratsangelegenheiten versuchten die Wogen zu glätten. Jetzt soll erst einmal das Rechtsamt die Antwort des Fachbereichs Tiefbau unter die Lupe nehmen.

 

Gleich zwei Anfragen beschäftigten sich mit einer Bauaufsichtsverfügung, in der dem Betreiber eines örtlichen Cafés ein kulturelles Angebot untersagt wurde. Dann sei das Café nämlich kein Café mehr, sondern ein Varieté, hieß es zur Begründung. Sowohl CDU als auch Grüne griffen das Thema auf. Die Antwort der Verwaltung war wenig befriedigend. „Grund war die fehlende Baugenehmigung“, hieß es lapidar. Auf die Zusatzfrage, wo denn die Grenze zwischen einem Café mit kulturellem Zusatzangebot und einem Varieté zu ziehen sei, blieb die Verwaltungssprecherin die Antwort schuldig.

 

Ebenfalls auf der Tagesordnung: Die ehemalige Gastwirtschaft Wichmann. Es stehen nur noch zwei Außenwände von der historischen Anlage. Diesmal griff Linken-Vertreter Manfred Milkereit das Thema auf und zeigte sich überrascht von dem fast gänzlichen Abbruch des  Gebäudes. Ob das mit der Erhaltungssatzung zu vereinbaren sei, wollte er wissen. „Erhaltungssatzung ist nicht gleich Denkmalschutz“, erklärte Stadtplaner  Dr. Hans-Heiner Schlesier. „Das genehmigte Vorhaben stellt die Kubatur, Funktion, Materialität und Anmutung des Ensembles wieder her und bewahrt so die besondere städtebauliche Eigenart. Dies trifft für den Neubau als Ganzes, das Ziegeldach und das Remisengebäude zu“, heißt es weiter in der Verwaltungsantwort.

 

Grünes Licht gab es für das Projekt von WV an der Stadtgrenze zu Laatzen. Der neue Bebauungsplanentwurf mit der Nummer 1877 für ein Autohaus geht in die vorgezogene Bürgerbeteiligung. Erstmals erfuhren die Bezirksratspolitiker an diesem Abend dabei allerdings, dass Volkwagen die neue Nutzung erst einmal nur für 15 Jahre angesetzt hat. Das neue Autohaus soll das bisherige Serviceangebot von Bischoff & Hamel in Wülfel ersetzen. Der Bezirksrat stimmte ebenfalls einem Durchführungsvertrag für das Wohnungsbauprojekt an der Hermann-Guthe-Straße zu. Unter anderem muss der Bauträger danach die Gebäude im Niedrigernergiehausstandard errichten.


Schadhafte Helmstedter Straße

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