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Verwirrende Verkehrsschilder: Die „Kreuzung“ Peiner Straße / Hoher Weg / Elsenborner Straße ist gar keine Kreuzung

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Geradeaus ist hier nicht garadeaus. Rechtlich gesehen biegen Autofahrer aus dem Hohen Weg mit dem Ziel Elsenborner Straße erst nach rechts in die Peiner Straße und dann nach links in die Elsenborner Straße ab. Jens Schade Geradeaus ist hier nicht garadeaus. Rechtlich gesehen biegen Autofahrer aus dem Hohen Weg mit dem Ziel Elsenborner Straße erst nach rechts in die Peiner Straße und dann nach links in die Elsenborner Straße ab.

HANNOVER. Die hannoversche Straßenverkehrsbehörde hat erneut die Verkehrszeichen im Bereich der abknickenden Vorfahrt von Peiner Straße und Hoher Weg geändert. Juristisch dürfte nun zwar alles korrekt, aber sicherlich nicht für jeden Verkehrsteilnehmer zwanglos nachvollziehbar sein. Denn die „Kreuzung“  der westöstlich verlaufenden Peiner Straße mit dem von Süden kommenden Hohen Weg und der nördlich gelegenen Elsenborner Straße ist gar keine Kreuzung, sondern sieht nur auf den ersten Blick so aus. Das macht die Vorfahrtsregelung etwas verwirrend. Mit der neuen Beschilderung sollte das Problem gelöst werden. Doch Vertreter des Bezirksrates Döhren-Wülfel sind skeptisch. „Ob die Situation nun sicherer geworden ist, dürfte fraglich sein“, heißt es zweifelnd aus dem Gremium.

Bis vor einigen Monaten galt für Auto- und Radfahrer aus dem östlichen Bereich der Peiner Straße an der Einmündung der Elsenborner Straße die „Rechts-vor-Links“-Regelung. Dass heißt, die aus der Elsenborner Straße kommenden Fahrzeuge hatten – sie kamen ja von rechts – Vorfahrt. Weil dann aber gleichzeitig für die Peiner Straße eine rote Radwegefurt markiert wurde, rief dies die CDU-Fraktion im Bezirksrat auf den Plan. „Diese Markierung ist gefährlich, sie suggeriert eine Vorfahrtsberechtigung, die nicht gegeben ist“, argumentierten die Politiker.

Wohl aus diesem Grund wurde die Stadt Hannover erneut aktiv und änderte die Vorfahrtsregelung an dieser Stelle. Die Elsenborner Straße bekam an der Einmündung Stoppschilder, für die Peiner Straße wurde das Vorfahrtzeichen Nr. 301 angebracht. Soweit ist die Beschilderung sicherlich eindeutig, doch die Krux ist, dass das Vorfahrtzeichen nur für die rechts einmündende Elsenborner Straße gilt, nicht aber für den von links kommenden „Hohen Weg“. Deshalb folgt gleich nach der Einmündung der Elsenborner Straße nunmehr für die Peiner Straße ein „Vorfahrt-achten“-Schild. Und auch das Zeichen 1002 – abknickende Vorfahrt - für den Hohen Weg/westliche Peiner Straße wurde geändert (Zeichen 1002-13 bzw. 1002-22). Die Elsenborner Straße ist auf der grafischen Darstellung verschwunden.

Für Verkehrsteilnehmer aus dem Hohen Weg scheint auf dem ersten Blick der Weg geradeaus weiter in die Elsenborner Straße zu führen. Doch dieser Eindruck täuscht. Die Elsenborner Straße ist leicht nach Osten versetzt. Die straßenverkehrsrechtliche Konsequenz ist erheblich. Wer aus dem Hohen Weg vermeintlich geradeaus in die Elsenborner Straße einfahren will, kommt nicht aus einer vorfahrtsberechtigten Straße. Vorrang haben vielmehr Verkehrsteilnehmer von rechts aus dem östlichen Teil der Peiner Straße.

„Die Örtlichkeit ist sicherlich aufgrund der Geometrie kein Standard-, sondern ganz eindeutig ein Einzelfall, der der besonderen Bewertung bedarf“, sagt die Fachverwaltung in einer Stellungnahme an den Bezirksrat und stellt fest: „Aufgrund des versetzten Verlaufes der Straßen Hoher Weg und Elsenborner Straße fährt man nicht von der Straße Hoher Weg geradeaus in die Elsenborner Straße ein (und wäre damit vorfahrtberechtigt), sondern biegt formal erst rechts in die Peiner Straße (in Fahrtrichtung Vor der Seelhorst) ab, um kann dann als Linksabbieger (hier muss die Vorfahrt des auf der Peiner Straße - in Fahrtrichtung Hildesheimer Straße -  Verkehrs beachtet werden) in die Elsenborner Straße einfahren.“

Fazit der Verwaltung: „Insofern ist die Rechtslage hier zwar vielleicht nicht für Jedermann nachvollziehbar, aber rechtlich eindeutig.

 

 

 

 


Erst "Vorfahrt" und gleich darauf "Vorfahrt achten": Verkehrsteilnehmer aus der östlichen Peiner Straße sind gefordert

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