Aktuelle Nachrichten aus der Region Hannover vom 2. April 2019

Dienstag, 02 April 2019 16:54
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Aktuelle Nachrichten aus der Region Hannover vom 2. April 2019 Aktuelle Nachrichten aus der Region Hannover (C) TUBS/Wikipedia

REGION HANNOVER.

Sprache und Medienkonsum früh im Blick- Schwerpunkt Prävention: Fachbereich Jugend stellt neuen Bericht vor

Tablet, TV oder Smartphone – digitale Medien sind mittlerweile fester Bestandteil in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Seit dem vergangenen Jahr nimmt die Region Hannover in den Schuleingangsuntersuchungen auch die Mediennutzung der rund 10.500 jährlich untersuchten Kinder in den Blick. Rund die Hälfte der Kinder (45,9 Prozent) verbringt täglich bis zu einer Stunde vor dem Bildschirm, 18,6 Prozent tun dies bis zu zwei Stunden, 5 Prozent der Kinder sogar mehr als zwei Stunden pro Tag. Die Auswertungen zeigen eindeutig: Bei Kindern, die länger und öfter Medien nutzen, ist der Anteil an Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten deutlich erhöht. Bei täglich zwei Stunden oder mehr elektronischer Beschallung steigt das Risiko für Sprachdefizite sogar um 50 Prozent. Insgesamt wächst die Anzahl der Sprachförderkinder stetig: Im letzten Jahr nahmen bereits 2.291 Kinder (21,7 Prozent) an der Sprachförderung teil, vor vier Jahren waren es noch 1.925 Mädchen und Jungen (18,8 Prozent). Das geht aus dem neuen „Themenfeldbericht Prävention“ hervor, den die Region heute (2. April) im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat.

„Die Zahlen zeigen, dass immer mehr Kinder frühe Unterstützung brauchen. Besonders Sprachförderung wird immer wichtiger. Sprache verstehen und sie anwenden können – das sind die Grundlagen für erfolgreiches Lernen und einen guten Start in der Schule!“, so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch, wie wichtig die Eingangsuntersuchungen als Schnittstelle sind – um den Entwicklungsstand der Kinder zu sehen und rechtzeitig Fördermaßnahmen zu treffen. Und, um früh mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, sie über Risiken aufzuklären und Unterstützungsangebote zu vermitteln. “  

So arbeitet das Team Sozialpädiatrie und Jugendmedizin der Region, das für die Schuleingangsuntersuchungen der Kinder aller 21 Kommunen der Region zuständig ist, zum Umgang mit Medien eng mit der Jugend- und Familienbildung der Region zusammen, die dazu pädagogische Angebote für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte entwickelt hat. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sprachförderung. „Eltern können mit relativ einfachen Maßnahmen ihre Kindern im Alltag fördern und sie damit fit für die Schule machen“, sagt Teamleiterin Dr. Andrea Wünsch. „Regelmäßig vorlesen, sich gegenseitig vom Tag erzählen, dem Kind gut zuhören und es vor allem ausreden lassen oder darauf achten, dass Kinder bis zur Einschulung nicht mehr als eine halbe Stunde fernsehen – das sind alles kleine Dinge, aber mit großer und vor allem nachhaltiger Wirkung auf die Sprachentwicklung der Kinder!“

Kinder mit Sprachförderbedarf sollten mindestens ein Jahr vor Schulbeginn an passgenauen Fördermaßnahmen teilnehmen. Um den Bedarf so genau wie möglich einzuschätzen, bietet das Team um Dr. Andrea Wünsch eine spezielle Sprachförderuntersuchung an, die die individuelle Vorgeschichte des Kindes berücksichtigt. Außerdem gehören ein Seh- und Hörtest, ein Gesundheitscheck und Entwicklungstests zu Sprache, Motorik und Kognition dazu. Seit letztem Jahr sind die Kitas dafür zuständig, den Sprachentwicklungsstand der Vorschulkinder einzuschätzen und Kinder mit Auffälligkeiten weiter zu vermitteln. „Wir sind mit den Kitas der Region im Gespräch und auf eine gute Vernetzung mit ihnen angewiesen, um wirklich alle Kinder frühzeitig zu erreichen“, unterstreicht Dr. Wünsch.

Der Fachbereich Jugend der Region Hannover veröffentlicht jährlich fünf Themenfeldberichte zu den Schwerpunkten „Prävention“, „Kinderschutz“, „Hilfen zur Erziehung“, „Kindertagesbetreuung“ und „Integration und Verselbstständig junger Menschen“. Von der Zahngesundheit über Familien- und Erziehungsberatungen oder Kinder- und Jugendschutz bis zum Einsatz von Familienhebammen, Unterhaltsvorschuss oder Eingliederungshilfe: Der diesjährige „Themenfeldbericht Prävention“ informiert auf 117 Seiten über die präventiven Leistungen und Angebote des Fachbereichs Jugend und gibt einen Überblick über Entwicklungen in der Region Hannover.

 

Region fördert familienunterstützende Maßnahmen- Präventiv-Projekte in neun Kommunen mit rund 115.000 Euro bezuschusst

Sozial benachteiligte Familien unterstützen, Kindern gleiche Chancen schaffen, Eltern mit Säuglingen intensiv begleiten: Die Region Hannover fördert regionsweit Projekte und Programme, die früh und niedrigschwellig helfen. Heute (2. April) hat der Jugendhilfeausschuss der Region Hannover in einer zweiten Förderrunde Mittel in Höhe von insgesamt rund 115.000 Euro bewilligt. Elf Projekte und Programme in neun Kommunen profitieren davon. Insgesamt hat die Region damit rund 383.000 Euro für die präventive Projekt- und Programmförderung für dieses Jahr vergeben. 

„Alle geförderten Projekte und Programme sind in dem Netzwerk ‚Frühe Hilfen – frühe Chancen‘ eingebunden und unterstützen Familien und Kinder in ihrem Umfeld“, so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Wichtig sind und bleiben die Angebote freier Träger der Jugendhilfe vor Ort und deren Vernetzung untereinander – die räumliche Nähe ist ein wesentliches Kriterium für viele, die Angebote auch wirklich zu nutzen.“

 

So erhält zum Beispiel der Verein Kunstspirale in Uetze rund 9.400 Euro für das Projekt „Babystammtisch und Frühschwangerschaftstreff“, mit rund 20.500 Euro fördert die Region das Neustädter Projekt „Hippy“ der AWO Region Hannover e.V., das sich an Eltern mit Migrationshintergrund von Kindern im Vorschulalter richtet. Das Projekt „Clownswohnung“ in Garbsen des Caritasverbandes Hannover e.V. bekommt rund 26.000 Euro: Zielgruppe sind Kinder von psychisch erkrankten Eltern sowie aus sozial benachteiligten Familien. Außerdem gibt es Fördergelder für Projekte in den Kommunen Gehrden, Hemmingen, Burgwedel, Wunstorf, Barsinghausen und Seelze.

 

Vortrag: Die Auflösung der Weimarer Reichsverfassung- Prof. Dr. Christoph Gusy referiert am 11. April im Regionshaus

Um die Auflösung der Weimarer Verfassungsordnung und den Beginn des Nationalsozialismus geht es in einem Vortrag von Prof. Dr. Christoph Gusyam Donnerstag11. April19 Uhr, im Haus der Region Hannover, Hildesheimer Straße 18. Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem referierte Gusy über die Weimarer Zeit als eine Phase dramatischer Entwicklungen auf nahezu allen Gebieten von Wirtschaft, sozialem und politischem Geschehen.  

Der „Verfassungswandel“ dieser Zeit betraf zunächst die Auslegung ihres Textes, ab 1930 begann ein stufenweiser Ausstieg aus der demokratischen Grundordnung. Maßgebliche Gründe für das Scheitern der Weimarer Reichsverfassung waren vor allem die Situation der betroffenen Staaten als Kriegsverlierer, die fehlende Einübung von demokratischen Praktiken, schwach ausgeprägte politische Mittelparteien und der Wegfall eines demokratischen Grundkonsens.

Die Auflösung der Republik und die Machtübergabe an die Nationalsozialisten setzten ein mit dem Ausstieg aus dem ohnehin schwachen parlamentarischen  Regierungssystem, der Zersetzung des Reichstags, mit dem Einzug nicht legitimierter Amtsträger in Regierungen und Exekutiven unter Hindenburg, mit der Zerstörung der demokratischen Mehrheiten im Reichstag und in Preußen. Die Märzwahlen 1933 und das Ermächtigungsgesetz besiegelten das Ende der Republik und bereiteten den Boden für den NS-Staat unter Adolf Hitler.

Prof. Dr. Christoph Gusy lehrt an der Universität Bielefeld Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die neuere Verfassungs-geschichte, das Verfassungsrecht, insbesondere die Grundrechte, das Polizei- und Sicherheitsrecht sowie das Informations- und Datenschutzrecht.

 

 

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