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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 12.August 2020

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Im Großen Garten (C) Ulrich Stamm Im Großen Garten (C) Ulrich Stamm

HANNOVER

Herrenhäuser Gärten trotzen Corona mit positiver Zwischenbilanz

Auch die Herrenhäuser Gärten mussten Mitte März während des "Corona-Lockdowns" ihre Tore schließen. Die Gärtner*innen konnten aber mit entsprechenden Hygiene-Konzepten die Pflanzen im Freiland und in den Gewächshäusern weiterhin pflegen. Die Pracht und Schönheit der Anlage hat nicht gelitten.

Als einer der ersten historischen Gärten in Europa wurden ab dem 23. April wieder Gäste im Großen Garten und Berggarten empfangen, was in den ersten Tagen zunächst fast ausschließlich von Hannoveraner*innen angenommen wurde.

Schon im Mai konnten bei schönem Wetter über 50.000 Besuche in beiden Gärten gezählt werden, die sich im Juli auf über 70.000 steigerten. Im Vergleich zum Juli 2019 waren das sogar 20 Prozent mehr Gäste. Ein Grund für diese Differenz liegt auch daran, dass es in diesem Jahr keine Einschränkungen der Öffnungszeiten durch das Kleine Fest im Großen Garten gab, das reduziert ausschließlich im Gartentheater stattfand.

40 % der Gäste kommen aus der Region

Die Statistik zur Herkunft der Gäste (siehe angehängte Grafik) ist insofern bemerkenswert, da in den vorhergehenden Jahren der Anteil von Besucher*innen aus Hannover im Sommer bei nur 25 bis 30 Prozent lag. Weitere jeweils etwa 25 Prozent kamen aus dem übrigen Niedersachen und den anderen Bundesländern. Der Anteil der Gäste aus dem Ausland lag ungefähr bei 20 Prozent. Diese Zahlen werden in regelmäßigen Abfragen an den Kassen im Großen Garten und Berggarten ermittelt.

Der Anteil der Gäste aus der Region Hannover hat sich jetzt bei rund 40 % eingependelt, von Juni bis Juli waren es 20.000 bis 28.000 Personen. Aus dem übrigen Niedersachsen kamen mit Schwankungen rund 30 %. Die Gästeanzahl aus dem übrigen Deutschland ging von Mai bis Anfang August zurück von 25 auf 20 Prozent, was aber immer noch eine absolute Steigerung der Personenzahl bedeutet.

Stetig gesteigert hat sich die Zahl der Gäste aus dem Ausland, kamen im Mai/Juni nur ein bis zwei Prozent von außerhalb Deutschlands, so steigerte sich deren Anteil Ende Juli/Anfang August auf 7 Prozent, also auf immerhin fast 5.000 Personen. Gäste aus der Hälfte der Länder, die 2019 die "Top Ten" gestellt haben (z.B. China, USA, Japan, Russland und Ukraine) können bis jetzt noch nicht wieder uneingeschränkt einreisen. Besucher*innen aus den Niederlanden, Polen und Dänemark stellen in diesem Sommer die größten Anteile.

10 % mehr Jahreskarten

Insgesamt sind die Herrenhäuser Gärten mit der Besucher*innenentwicklung sehr zufrieden, auch mit der positiven Resonanz der Gäste. Die Schönheit der Gärten haben offenbar auch viele Hannoveraner*innen neu oder wieder entdeckt. Das macht sich auch an dem Verkauf von Jahreskarten bemerkbar, der um gut 10 Prozent zulegte.

Auch in der Vermittlung von Inhalten sind die Herrenhäuser Gärten neue Wege gegangen und das im buchstäblichen Sinne, denn seit Mitte Juli kann man sich mittels einer App einen Hörspaziergang herunterladen und viele neue Facetten des Gartens kennenlernen. Neu ist auch die digitale Rallye auf Basis der „Actionbound-App“ mit erst einmal drei Touren zur Geschichte des Gartens, Mode und Wasserspiele. Weitere Touren über Niki de Saint Phalle, der Grotte und die Berggartenallee folgen im Herbst.

Seit Mitte Juni sind die Gärten auch zu einem Kulturspot geworden, der weit über die Grenzen Hannovers ausstrahlt. Die Niedersächsische Staatsoper hat im Gartentheater mit Le Vin Herbé die wohl erste Oper in Originalbesetzung nach dem Lockdown in Deutschland oder vielleicht sogar in Europa inszeniert. Die "kleine Ausgabe" des Kleinen Fests im Großen Garten lockte etwa 8.000 Menschen in 40 Vorstellungen in das Gartentheater und bei den Sommernächten im Gartentheater spielte Max Prosa das erste Popkonzert ohne Autos in Hannover. Bis Ende August gibt es noch zahlreiche weitere Konzerte, Poetry-Slams und Kinoabende im ältesten Heckentheater der Welt, oft in Kooperationen mit hannoverschen Bands und Einrichtungen, wie Macht Worte oder dem Jazz Club. Das Stockhausen Wandelkonzert Sternklang vom Verein „musik für heute“ im Berggarten am 29. August ist mit 500 Personen bereits ausverkauft.

Vom 14. bis 16. August findet einer der ersten großen Gartenmärkte in Deutschland seit den Corona bedingten Einschränkungen statt. Das zu Pfingsten abgesagte Gartenfestival Herrenhausen lädt nun unter den üblichen Hygieneauflagen für drei Tage in den Georgengarten ein.

Aber nicht nur im Freien sind die Herrenhäuser Gärten ganz vorne dabei. Ab 21. Juni waren Indoorkonzerte in Niedersachsen wieder erlaubt, an diesem Tag spielte die Kammermusikgemeinde Hannover ein umjubeltes Konzert in der Orangerie. Hier und auch in der Galerie werden im September und Oktober zahlreiche weitere Aufführungen stattfinden, u.a. die KunstFestSpiele Herrenhausen.

Die üblichen 220.000 Gäste pro Jahr bei Veranstaltungen und Vermietungen in Herrenhausen werden 2020 nicht erreicht werden können, alleine schon durch den Ausfall des Feuerwerkswettbewerbs. Die Herrenhäuser Gärten haben aber kreativ die Möglichkeiten genutzt, um Kultur in ihren Facetten von Garten über Oper bis Pop in einem besonderen Ambiente zu präsentieren.

 

 

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