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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 18.Dezember 2020

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Letzter Adventskalender 2020 in der Marktirche St.Georgii et Jacobi in Hannover © Ulrich Stamm Letzter Adventskalender 2020 in der Marktirche St.Georgii et Jacobi in Hannover © Ulrich Stamm

HANNOVER

Grünes Licht für den Innenstadt-Dialog

Die Landeshauptstadt Hannover wird ein Konzept zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Innenstadt erarbeiten. Das hat die Ratsversammlung an diesem Donnerstag, 17. Dezember, beschlossen. Grundlage des Konzepts ist demnach ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren, bei dem die Stadt alle relevanten Interessengruppen sowie die Bürger*innen ins Boot holt.  

 „Wir starten einen intensiven Dialog-Prozess mit allen Menschen, denen die Innenstadt wichtig ist, die dort leben, arbeiten, einkaufen, Freizeit dort verbringen, sich dort kulturell oder sozial engagieren“, erklärte Oberbürgermeister Belit Onay. „Die Innenstadt befindet sich mitten in einem starken Strukturwandel, der durch die Folgen der Corona-Krise noch beschleunigt wird“, so Onay. Es bestehe großer Handlungsbedarf.  „Ziel muss es sein, das Stadtzentrum in seiner Gesamtheit aufzuwerten, es nachhaltig attraktiver und damit lebenswerter zu machen.“  Der Innenstadtdialog nimmt den Handel, die Gastronomie, Kulturangebote, die Aufenthaltsqualität, Freiflächen sowie Wohnen, Arbeiten und Freizeit in den Blick. Ebenso kommen dem Klimaschutz, der Mobilitätswende sowie der Teilhabe aller Menschen an den Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten besondere Bedeutung zu.

Der öffentliche Dialog bildet die Basis für das zu erarbeitende Innenstadt-Konzept. „Mit diesem Konzept wollen wir die Weichen dafür stellen, dass die Innenstadt auch in Zukunft lebendig sein wird“, erläuterte Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Auf der Grundlage einer gutachterlichen Bestandsaufnahme der Funktionen der Innenstadt – wie etwa zum Handel, zur Gastronomie oder zu den Kulturangeboten – wird das Beteiligungsverfahren bis Herbst 2021 durchgeführt. Die Stadt möchte mit den unterschiedlichen Interessens- und Nutzer*innengruppen über analoge und digitale Angebote ins Gespräch kommen und diese in die Gestaltung des Beteiligungsverfahrens über einen Beirat einbinden. So will die Stadt die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse ermitteln.

Die Ergebnisse werden den politischen Gremien vorgelegt und sollen als Grundlage für das Gesamtkonzept zur Entwicklung der Innenstadt dienen. Das Meinungsbild der Stadtbevölkerung zur Entwicklung der Innenstadt ist gefragt. Dazu ist eine Repräsentativerhebung geplant. Die Ergebnisse aus der öffentlichen Diskussion sollen bis Ende 2021 vorliegen. Sie sind die Grundlage, um die nächsten Schritte für eine zukunftsfähige Innenstadt einzuleiten. Für das Beteiligungsverfahren werden Haushaltsmittel in Höhe von 400.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Eines der Top-Einkaufsziele im Norden

Die Innenstadt Hannovers hat lokal, regional und überregional eine immense Bedeutung. Sie gehört zu den Top-Einkaufszielen im Norden. Sie ist der zentrale Versorgungsbereich für die Menschen in Hannover und weit über die Region hinaus. Seit jeher hat der Handel in der City eine „Leitfunktion“ inne. Aktuelle Entwicklungen im Handel, ein sich änderndes Kaufverhalten und der wachsende Online-Handel setzen allerdings den Einzelhandel im Zentrum unter Druck. Corona hat die Lage noch verschärft. Einen hohen Stellenwert haben neben dem Handel die Gastronomie, vielfältige Kulturangebote und der Tourismus. Die Innenstadt ist lebendiger Arbeits-, Wohn- und Freizeitort. Die Innenstadt muss auch vielfältige Konflikte aushalten – wenn es etwa um Drogenhandel oder Prostitution geht. 

„Es muss gelingen, die nachhaltige Transformation der Innenstadt zu sichern und den sich ändernden Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden“, erklärte der Oberbürgermeister.  Ein tragfähiges Konzept für die Innenstadt müsse noch stärker die künftigen ökonomischen, ökologischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Anforderungen der Stadtgesellschaft und der einzelnen Nutzer*innengruppen bei allen Planungen berücksichtigen.

 

Landeshauptstadt Hannover verlängert Corona-Hilfen

Der zweite Lockdown trifft Hannover hart. Die Landeshauptstadt bleibt deshalb ihrem Kurs treu, gezielte Unterstützung für wirtschaftliche, kulturelle und soziale Bereiche zu leisten, die von der Corona-Krise betroffen sind.  Die Stadtverwaltung knüpft an das im Mai vom Rat beschlossene Stabilitätspaket an und verlängert die bis Ende dieses Jahres geltenden Regelungen. Eine entsprechende Drucksache wird die Verwaltung im Januar zur Beratung und Beschlussfassung in die Ratsgremien geben. 

Sportvereine, Kulturschaffende, die Gastronomie, aber auch Stadtteilfestveranstaltende profitieren von der Verlängerung des Stabilitätspakets. Die Stadt setzt verschiedene Instrumente ein: Sie stundet oder verzichtet auf Forderungen wie Mieten und Pachten, sie gewährt Gebührennachlässe oder gibt Zuwendungen in Fällen, in denen Mittel des Bundes oder des Landes nicht ausreichen. „Hannover“, so Oberbürgermeister Belit Onay, „ist eine solidarische Stadt. Wir ergänzen die Hilfspakete von Bund und Land und helfen den Menschen in Kultur, Wirtschaft und Sport hier vor Ort.“

Für die Sportvereine werden die mit dem ersten Stabilitätspaket beschlossenen Stundungsregelungen bis zum 30. Juni fortgeschrieben. Außerdem verzichtet die Stadt gegenüber den hannoverschen Vereinen bis zum 30. Juni auf Nutzungsgebühren für Bäder und Sporthallen. Das entspricht einem Hilfsvolumen von knapp 300 000 Euro. Die im Stabilitätspaket im Mai  bereitgestellten Mittel für den Ausgleich von Mitgliederverlusten in den Vereinen werden, soweit sie nicht abgerufen wurden, übertragen. Die Vereine können daraus weiter die Kompensation von Ausfällen beantragen. Die Finanzierung dieser unbürokratischen Hilfen erfolgt aus dem vorhandenen Haushaltsansatz.

Für die Wirtschaft werden ebenfalls die bestehenden Stundungsregelungen bis zum 30. Juni 2021 fortgesetzt. Darüber hinaus verzichtet die Stadt auf Sondernutzungsgebühren für Tische und Stühle  bis einschließlich  Mai 2021. Das entspricht einem Finanzierungsvolumen von etwa 215 000 Euro. Auch hier erfolgt die Finanzierung aus Resten oder vorhandenem Ansatz. Aus vorhandenen Haushaltsresten werden zudem Projekt- und Konzeptförderungen für Kulturschaffende fortgesetzt. Dafür stehen 200 000 Euro bereitgestellt.

„Wir stärken Bereiche und Institutionen, die für das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt in unserer Stadt wichtig sind“, erklärt Finanzdezernent Dr. Axel von der Ohe. „Die Landeshauptstadt nimmt mit ihren Hilfspaketen unter den Kommunen eine Vorreiterrolle ein.“ Axel von der Ohe verweist auf das zu Beginn der Krise aufgelegte Soforthilfe-Programm für Unternehmen in der Stadt, dem der Corona-Sozial-Fonds sowie das jetzt verlängerte Stabilitätspaket folgten.  Sehr stark engagiert sich die Stadt auch für den Flughafen Hannover und die Deutsche Messe AG.

 

Ausfälle und Verlegungen von Märkten zum Jahreswechsel

Wegen der Feiertage um Weihnachten und Silvester gibt es folgende Änderungen bei Marktveranstaltungen im Stadtgebiet Hannover:

 

Weihnachten

 

Der donnerstagnachmittags stattfindende Wochenmarkt Lister Meile (Oststadt) wird vom 24. auf den 23. Dezember (Mittwoch) vorverlegt. Gleiches gilt für die Bauernmärkte Marktkirche (Mitte) und Lutherkirche (Nordstadt). Die freitagvormittags stattfindenden Wochenmärkte Stephansplatz (Südstadt), Stöckener Markt, Fiedelerplatz (Döhren) und Klopstockstraße (List) sowie der Bauernmarkt Kleiner Hillen (Kirchrode) werden wegen des Weihnachtsfeiertages auf Donnerstagvormittag (24. Dezember) vorverlegt. Zudem findet der Wochenmarkt auf dem Schaperplatz (Kleefeld) wie gewohnt am Donnerstag statt. An Heiligabend (24. Dezember) schließen alle Märkte um 12 Uhr. Alle anderen Märkte, die üblicherweise donnerstags bis sonnabends stattfinden, fallen an Heiligabend sowie an den beiden Weihnachtsfeiertagen ersatzlos aus.

 

Silvester/Neujahr

 

Der donnerstagnachmittags stattfindende Wochenmarkt Lister Meile (Oststadt) wird vom 31. auf den 30. Dezember (Mittwoch) vorverlegt. Die freitagvormittags stattfindenden Wochenmärkte Stephansplatz (Südstadt), Stöckener Markt, Fiedelerplatz (Döhren) und Klopstockstraße (List) sowie der Bauernmarkt Kleiner Hillen (Kirchrode) werden von Freitag auf Donnerstagvormittag (31. Dezember) vorverlegt. Zudem findet der Wochenmarkt auf dem Schaperplatz (Kleefeld) wie gewohnt am Donnerstag statt. An Silvester (31. Dezember) schließen alle Märkte um 12 Uhr. Alle anderen sonst donnerstags oder freitags stattfindenden Märkte fallen an Silvester und Neujahr ersatzlos aus.

Auch der Wochenmarkt Misburg sowie der Bauernmarkt Rimpaustraße (Bult) fallen am Sonnabend, 2. Januar, ersatzlos aus.

 

Neuerscheinung der „Hannoverschen Geschichtsblätter“ 2020:

Aktuelle Forschungsarbeiten zur Stadtgeschichte wie zum Beispiel der Rollschuhbahn in der Eilenriede, zum Wirken von Mary Wigman oder der Geschichte der Kestner Gesellschaft im Nationalsozialismus

Wie jedes Jahr bieten die Hannoverschen Geschichtsblätter auch 2020 wieder zahlreiche informative Beiträge zu verschiedenen Aspekten der Stadtgeschichte. Im aktuellen Band gibt es beispielsweise Informationen zu den Initiator*innen und Nutzer*innen einer Rollschuhbahn an der Eilenriede von 1939 bis 1945, es gibt Hintergründe zu einem Schülerselbstmord im Jahr 1908 und die Biographie samt Überblick über die Bauten des Architekten Karl Siebrecht (1875 – 1952). Man kann Hermann Kestner auf seiner Reise nach Italien und Mary Wigmans Wirken in Hannover folgen und nachvollziehen, wie Johann Heinrich Redecker (1682 – 1764) in seiner hannoverschen Stadtchronik Fremde darstellte. Nach Springe führt ein Beitrag über Denkmäler für Heinrich Göbel, der die Glühlampe erfunden haben soll.

Der Band ist im Wehrhahn Verlag erschienen, enthält zahlreiche Abbildungen, umfasst 328 Seiten und ist im Buchhandel für 20 Euro erhältlich.

Für Nachfragen und auch Belegexemplare steht das Stadtarchiv Hannover unter der Rufnummer 168-47123 zur Verfügung. 

 

Der Inhalt:

 

 

Stadtbild

  • Birte Rogacki-Thiemann: Villa – Krankenhaus – Amt. Die Bau- und Entwicklungsgeschichte des Dienstgebäudes des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege
  • Thomas Pavel: »Ein wirklich gutes Werk für Hannover?« Georg Kolbes »Menschenpaar« am Maschsee
  • Annika Wellmann-Stühring: »Freie Bahn den Rollschuhen!« Die Rollschuhbahn an der Eilenriede 1939 bis 1945

               

Personen

  • Mathias Zisenis: Biographie des Amsterdamer Stadtbildhauers Anthonie Ziesenis im Lichte zeitgenössischer Quellen
  • Gabriele Eilert-Ebke und Hans Ebke: Das tragische Ende des hannoverschen Hofbeamten Joseph August Cleeves (1780 – 1847)
  • Barbara und Ulrich Scheuermann: »Neulich erinnerte J. Grimm an unsern liter. Vereinsplan.« Karl Goedeke als spiritus rector eines Bibliophilischen Vereins in Hannover
  • Thorsten Henke: Hermann Kestners erste Reise nach Italien im Jahr 1831 
  • Gerhard Schneider: Der Fall Georg Lohmann: Ein »Schülerselbstmord« in Hannover im Jahr 1908
  • Sid Auffarth: Der Architekt Karl Siebrecht (1875 – 1952)
  • Ines Katenhusen: Beindorff, Bier, Bode. Zur Geschichte der Kestner Gesellschaft im Nationalsozialismus
  • Martina Jung: „… geradezu atemversetzend war die Wirkung auf den Zuschauer“. Die Tänzerin und Choreografin Mary Wigman und ihre Bezüge zu Hannover

 

Vereine und Institutionen

  • Christa Petke: 175 Jahre Hauptgruppe Hannover des Gustav-Adolf-Werks 1844 – 2019
  • Ricardo da Silva Costa: Zwangssterilisation in der Nervenklinik Langenhagen 1934 – 1939

               

Erinnerungskultur         

  • Christian Schlöder: Neugier und Vorurteil – Beschreibung von Fremden in den Chroniken des hannoverschen Kammerschreibers Johann Heinrich Redecker (1682 – 1764)
  • Hans-Christian Rohde: Die Glühlampe – eine deutsche Erfindung? Über die Heinrich-Göbel-Denkmäler in Springe am Deister

               

Chronik

  • Sabine Graf: Vereinschronik des Historischen Vereins für Niedersachsen 184. Vereinsjahr 2019/2020

 

 

Mittelfeld bekommt 44. Bücherschrank im Stadtgebiet

Jetzt hat auch Mittelfeld einen der beliebten Bücherschränke. Am gestrigen Mittwoch (16. Dezember) hat Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner gemeinsam mit weiteren Bezirksratsmitgliedern, dem Stadtbezirksmanager und der Bücherschrankpatin Beatrice Lührs den Bücherschrank enthüllt und zur Nutzung freigegeben. Die Anwohner*innen des Stadtteils sind eingeladen, den neuen Schrank mit Büchern quer durch alle Genres zu bestücken und sich mit neuem Lesestoff zu versorgen.

Es ist der 44. Bücherschrank im Stadtgebiet Hannover. Der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel finanziert den Bücherschrank, der von Bücherschrankpat*innen und dem Bereich Stadtteilkultur der Landeshauptstadt Hannover betreut wird.

Der erste Bücherschrank wurde 2005 in Stöcken aufgestellt. Alle Schränke werden vom Werkstatt-Treff Mecklenheide e.V., einem Projekt für Langzeitarbeitslose, gebaut.

 

Kulturausschuss am heutigen Freitag wird auf den 8. Januar 2021 verschoben

Der Kulturausschuss am Freitag (18. Dezember), 14 Uhr, im Ratssaal des Neuen Rathauses, Trammplatz 2, 30159 Hannover, entfällt und wird auf Freitag (8. Januar 2021) verschoben.

 

Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung in der Landeshauptstadt Hannover 2019

Die Landeshauptstadt Hannover legt den siebten Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung vor. Dieser enthält für einen schnellen Überblick zunächst wohnungsmarktrelevante Indikatoren. Zur Einordnung in bundesweite Entwicklungen erfolgte ein Vergleich von Wohnungsmarkttrends in den bevölkerungsreichsten deutschen Großstädten. Der Fokus des kompakten Berichts liegt auf den Angebots- und Nachfragestrukturen des hannoverschen Wohnungsmarktes. Zudem wird die Angebotssituation und die Preisentwicklung des Mietwohnungs- und Immobilienmarktes in Hannover analysiert.

Im Wesentlichen liefert der Bericht die folgenden Erkenntnisse:

Zwischen Ende 2011 und Ende 2019 ist die Bevölkerung um 5,4 Prozent bzw. fast 28.000 Menschen gewachsen. Mehr Menschen benötigen mehr Wohnraum, die Nachfrage nach Wohnraum bleibt daher groß und das Angebot an Wohnungen trotz verstärkten Neubaus knapp.

Die Anstrengungen der Wohnungsmarktakteur*innen der letzten Jahre zeigen positive Wirkungen: Baugenehmigungen und Wohnungsneubau konnten deutlich gesteigert werden: 2011 bis 2019 ist der Wohnungsbestand um fast 7.500 Wohnungen gewachsen (+2,6 Prozent).

Die Datenauswertung erfolgte zum 31.12.2019, sodass die Effekte der COVID-19-Pandemie ab März 2020 noch nicht erfasst sind. Es zeigt sich jedoch, dass mit dem Lockdown im März 2020 die Anzahl inserierter Mietwohnungen so gering ausfiel, wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung. Zudem zeigt die Entwicklung der Angebotsmieten inserierter Mietwohnungen eine deutliche Verschiebung von niedrigeren zu höherpreisigen Angeboten: 2011 wurden noch rund 72 Prozent aller inserierten Mietwohnungen für unter sieben €/m² angeboten, 2019 sind es nur noch zehn Prozent. Dabei ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen durch wohnungssuchende Haushalte hoch bleibt: 2011 bis 2019 stieg die Anzahl neuer Haushalte in der Stadt Hannover immerhin um fast 12.500 (4,4 Prozent).

Dennoch ist die allgemeine Zufriedenheit mit dem Wohnstandort Hannover hoch: 2019 waren 83 Prozent der befragten Hannoveraner*innen sehr zufrieden oder zufrieden. Bei der Befragung Umgezogener im Jahr 2017 gaben 74 Prozent an, innerhalb der Stadt Hannover bleiben zu wollen, falls ein Umzug erneut anstehen sollte.

Der Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung in der Landeshauptstadt Hannover 2019 ist im Internet auf hannover.de unter dem Stichwort „Wohnungsmarktbeobachtung“ abrufbar.

 

 

Auswertung der Repräsentativerhebung 2019 nach Stadtteilen und soziodemografischen Merkmalen

Im Jahr 2019 hat die LH Hannover nach zuletzt 2015 in einer Repräsentativerhebung die Einwohner*innen Hannovers nach ihren Einstellungen zu zahlreichen stadtentwicklungsrelevanten Themen befragt. Rund 6.500 Personen haben den Fragebogen schriftlich beantwortet. Nachdem Anfang dieses Jahres die stadtweiten Ergebnissen der Befragung veröffentlicht wurden, liegt nun eine differenzierte Auswertung auf der räumlichen Ebene der Stadtteile und nach soziodemografischen Merkmalen wie Geschlecht, Alter und Haushaltseinkommen vor.

Die zentrale Frage „Wie gerne leben Sie in Hannover?“ wird von Männern wie Frauen fast gleich positiv beantwortet: 90 Prozent der Frauen und 89 Prozent der Männer leben „sehr gern“ oder „gern“ in Hannover. Beim Alter gibt es einen klaren Zusammenhang mit der Zufriedenheit: Je älter die Befragten, desto lieber leben sie in Hannover. Eigentümer*innen von Wohnimmobilien (92 Prozent) sind etwas zufriedener als Mieter*innen (87 Prozent), und Personen mit sehr geringem Einkommen sind unzufriedener als solche mit sehr hohem.

Befragt nach der persönlichen Wohn- und Lebensqualität im eigenen Stadtteil erreicht der Stadtteil Zoo mit 97 Prozent der Antworten „sehr gut“ oder „gut“ den Spitzenwert. Es folgen Waldhausen, Kirchrode, Südstadt und Döhren. Diese höchste Zufriedenheit in gutsituierten Stadtteilen spiegelt sich in der Zufriedenheit nach Einkommen: Die Zufriedenheit im eigenen Stadtteil steigt grundsätzlich mit steigendem Einkommen. Die wenigsten Antworten „sehr gut“ oder „gut“ für die Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil gibt es in Mühlenberg (lediglich 39 Prozent) und Hainholz (44 Prozent). Auch Bornum, Stöcken und Sahlkamp schneiden hier unterdurchschnittlich ab.

 

Vorteile des eigenen Stadtteils

 

Eine ruhige Lage wird überdurchschnittlich oft von älteren Menschen ab 75 Jahren als Vorteil des eigenen Stadtteils benannt. Auch die Nähe von Grün- und Erholungsflächen sind älteren Menschen wichtiger als jungen Menschen. Gute medizinische Versorgung wird am seltensten als Vorteil von Student*innen oder Personen in Ausbildung und generell von jungen Menschen genannt.

Eine gute Verkehrsanbindung konstatieren überdurchschnittlich viele 65- bis 74-Jährige, dagegen unterdurchschnittlich viele Selbstständige und Personen mit sehr hohem Einkommen. Überdurchschnittlich häufig wird eine gute Verkehrsanbindung in Leinhausen (40 Prozent aller Antworten) und Misburg-Süd (37 Prozent) genannt. In Wülferode nannten dagegen nur fünf Prozent der Befragten eine gute Verkehrsanbindung als Vorteil des Stadtteils. Dafür wird nirgendwo häufiger die ruhige Lage als Vorteil benannt als in Wülferode (38 Prozent der Antworten). Befragte aus Waldhausen, Waldheim und Ricklingen nennen besonders häufig die Vorteile der Nähe von Grün- und Erholungsflächen, diejenigen aus Leinhausen, Vahrenwald und Hainholz am seltensten.

Spitzenwerte für die Nennung des Vorteils gute Nachbarschaft, Sozialstruktur gibt es in Wülferode (16 Prozent) und Waldheim (12 Prozent). Gute kulturelle Angebote im Stadtteil gibt es am häufigsten nach Einschätzung der Befragten in Linden-Nord (13 Prozent aller Nennungen) und Linden-Mitte (sieben Prozent). Auch gute gastronomische Angebote werden in Linden-Nord am häufigsten genannt, gefolgt von Linden-Mitte und der Nordstadt. Eine gute Wohnqualität/städtebauliche Qualität wird in Waldheim (acht Prozent der Antworten) und Isernhagen-Süd am häufigsten als Vorteil im eigenen Stadtteil genannt, vor Linden-Mitte.

 

Nachteile des eigenen Stadtteils

 

Bei den Nachteilen des eigenen Stadtteils wird der insgesamt am häufigsten genannte Themenkomplex „Lärm, Verkehr, Baustellen“ überdurchschnittlich häufig von 65- bis 74-Jährigen sowie Rentner*innen aufgeführt. Wenig Parkplätze und Parkprobleme führen häufiger Alleinlebende und Mieter*innen auf, seltener ältere Menschen ab 65 Jahre und Eigentümer*innen von Wohnimmobilien. Unsicherheit, Kriminalität wird von Studierenden/Personen in Ausbildung am seltensten als Nachteil im eigenen Stadtteil wahrgenommen (drei Prozent aller Antworten). Teurer Wohnraum betrifft relativ am seltensten Personen ab 75 Jahre, Rentner*innen und Eigentümer*innen.

Zu wenig gastronomische Angebote im eigenen Stadtteil nennen Personen mit dem Schulabschluss Volks- oder Hauptschulabschluss am seltensten, Personen mit hohem Haushaltseinkommen am häufigsten. Einen Nachteil im Stadtteil durch „zu viele Ausländer*innen“ sehen Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss am häufigsten (neun Prozent der von ihnen genannten Nachteile), Studierende/Personen in Ausbildung mit nur ein Prozent am geringsten.

„Lärm, Verkehr, Baustellen“ wird am häufigsten im Stadtteil Mitte als Nachteil betrachtet (36 Prozent aller Nennungen), am seltensten in Davenstedt (zwei Prozent). Parkprobleme werden besonders in der Südstadt (37 Prozent aller Antworten) und in der List (33 Prozent) als Problem benannt. Fehlende Sauberkeit, Schmutz werden insbesondere in Linden-Süd, Linden-Mitte und der Nordstadt bemängelt.

Fehlende Einkaufsmöglichkeiten werden am häufigsten in Lahe und Wülferode als Nachteil benannt, am seltensten in Linden-Mitte, in Mitte, List und Linden-Nord. Die städtebauliche Qualität wird deutlich am häufigsten im Sahlkamp (19 Prozent) und Mühlenberg (15 Prozent) problematisch gesehen. Waldhausen mit lediglich ein Prozent Nennungen schneidet hier am besten ab. Unsicherheit und Kriminalität werden mit Abstand im Sahlkamp (19 Prozent) und in Vahrenheide (16 Prozent) am häufigsten als Nachteile benannt. In Heideviertel, Bult, Seelhorst und Burg umfasst dieser Nachteil weniger als ein Prozent der genannten Nachteile des eigenen Stadtteils.

Zu hohe Mieten/teure Wohnungen werden vor allem in Kirchrode (17 Prozent), Linden-Mitte und Linden-Nord als Problem genannt. In zehn Stadtteilen nennen nicht einmal ein Prozent der Befragten diesen Nachteil, in sechs weiteren lediglich ein Prozent.

In Wülferode (32 Prozent) und Davenstedt (21 Prozent) wird eine schlechte Verkehrsanbindung am häufigsten benannt von allen Nachteilen. Wettbergen (19 Prozent) und Ledeburg/Nordhafen (17 Prozent) beklagen am häufigsten fehlende gastronomische Angebote, in Linden-Nord und Linden-Mitte macht dies weniger als 1 Prozent der benannten Nachteile des Stadtteils aus.

Fehlendes Grün oder schlechte Luft werden im Stadtteil Vinnhorst/Brink-Hafen von allen Stadtteilen als das größte Problem (14 Prozent) wahrgenommen, gefolgt von Mitte und Linden-Süd mit je neun Prozent der Antworten.

Eine problematische Sozialstruktur wird vor allem in Mühlenberg (12 Prozent) und Vahrenheide gesehen, „zu viele Ausländer“ in Mühlenberg, Sahlkamp (je 20 Prozent) und Vahrenheide. In neun Stadtteilen macht dieses Thema weniger als ein Prozent der Antworten aus, in sieben weiteren lediglich ein Prozent. Schlechte Infrastruktur schließlich wird vor allem im Stadtteil Burg (23 Prozent), im Heideviertel (17 Prozent) und in Davenstedt (15 Prozent) aufgeführt. Zehn Stadtteile führen dies nur zu ein oder unter ein Prozent der Antworten auf.

 

 

 

Lagebericht zur Stadtentwicklung: Hannover im deutschen Großstädtevergleich

Die Landeshauptstadt Hannover hat ihren neuen Lagebericht 2019 zur Stadtentwicklung veröffentlicht. Dieser Großstädtevergleich zu einem Dutzend Themenfeldern vergleicht regelmäßig die 15 größten Städte Deutschlands hinsichtlich verschiedener stadtentwicklungsrelevanter Aspekte wie Demografie, Wohnungsmarkt, Wirtschaft und Verkehr, Soziales, Bildung und Kultur. Das Benchmarking erleichtert eine Einschätzung der lokalen Gegebenheiten und Entwicklungen.

Die Bevölkerung ist auch 2018 im Großstädtevergleich gewachsen, aber mit weniger Dynamik als in den Vorjahren (+0,6 Prozent sowohl in Hannover als auch im Schnitt aller 15 Großstädte). Auf die Städte entfiel dabei mehr als doppelt so viel Wachstum wie auf Deutschland insgesamt. Zum fünften Mal in Folge gab es im Großstädtevergleich insgesamt einen Geburtenüberschuss, in Hannover war das Verhältnis von Geburten und Sterbefällen ausgeglichen. Alle Städte haben Wanderungsgewinne erzielt.

Beim Thema Wohnen schlagen auch in Hannover die Anstrengungen der letzten Jahre positiv zu Buche: Der Wohnungsneubau wurde deutlich gesteigert. Die Mieten steigen zwar immer noch an, wenn auch etwas verhaltener als bislang. Viele Städte – so auch Hannover – arbeiten mit Bündnissen für Wohnen daran, mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die PKW-Anzahl bezogen auf die Einwohner*innenzahl ist zwar in Hannover aufgrund des Bevölkerungswachstums leicht gesunken, die absolute Zahl allerdings leicht gestiegen. Parallel entwickeln sich alternative Angebote, wie etwa Car-Sharing, positiv. In Hannover gibt es 2019 mit 99 Carsharing-Autos pro 100.000 Einwohner*innen 55 Prozent mehr als noch beim letzten Ranking 2017.

Weil die Daten des diesjährigen Großstädtevergleichs sich überwiegend auf die Jahre 2018/2019 beziehen, sind die Effekte der COVID-19-Pandemie ab März 2020 außer im Kapitel Innenstadt – Einzelhandel noch nicht berücksichtigt. Zukünftige Großstädtevergleiche bieten die Möglichkeit, die Auswirkungen der Pandemie auf zahlreiche Aspekte des Lebens wie zum Beispiel Kultur und Tourismus messen zu können.

 

 

Letzter Architekturwettbewerb für das Areal Kronsrode-Nord entschieden

Am südöstlichen Stadtrand von Hannover entstehen mit dem Neubaugebiet Kronsrode in den nächsten Jahren die drei selbstständigen Wohnquartiere Nord, Mitte und Süd, in denen rund 9.000 Menschen ein neues Zuhause finden werden. Mit der Siegerausstellung des dritten und letzten Architekturwettbewerbs für das Areal Kronsrode-Nord stehen nun alle Planer*innen fest, die dem Quartier seine architektonische Gestalt verleihen werden.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Siegerausstellung des letzten Architekturwettbewerbs ausschließlich online unter kronsrode.de/ausstellung statt. Weitere Informationen zum Architekturwettbewerb können Sie der angehängten Pressemitteilung der GWH Bauprojekte GmbH entnehmen.

 

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