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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 21.September 2021

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Wohnen in Hannover - Luftbild © Ulrich Stamm Wohnen in Hannover - Luftbild © Ulrich Stamm

HANNOVER.

Öffentliche Informationsveranstaltung: Fertigbauen am Steinbruchsfeld

In Hannover besteht weiterhin eine große Nachfrage nach Wohnraum. Auf dem östlichen Steinbruchsfeld in Misburg wird mit dem Bebauungsplan Nummer 1835 ein neues Wohngebiet entstehen. Die Landeshauptstadt Hannover lädt am Donnerstag, 30. September, ab 18.30 Uhr zu einer dritten Informationsveranstaltung in die Mensa des Kurt-Schwitters-Gymnasiums Misburg, Hinter der Alten Burg 3, ein. Im Anschluss an die beiden Bürger*innenveranstaltungen im Juni 2017 und Mai 2018 sollen im Rahmen dieses Termins der Planungsstand des Bebauungsplanes vorgestellt und weitere Möglichkeiten der Beteiligung erläutert werden.

 

Landeshauptstadt Hannover präsentiert Ergebnisse aus zwei Umfragen zum Thema Wohnungslosigkeit

Unterstützung bei der Wohnungssuche, bezahlbarer Wohnraum, mehrsprachige Beratung, medizinische Versorgung sowie eine bessere Übersicht über die sozialen Angebote: Diese Aspekte sind von entscheidender Bedeutung für Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in Hannover, wie eine Online-Umfrage der Landeshauptstadt zum Thema Wohnungslosigkeit ergab.

Sozialdezernentin Sylvia Bruns präsentierte die Ergebnisse heute (20. September) im Sozialausschuss zusammen mit den Ergebnissen des Bürger*innen-Panels, das sich ebenfalls mit dem Thema Wohnungslosigkeit befasste. Beide Umfragen, die auch Bausteine des Innenstadtdialogs sind, führte die Stadt im April und Juli durch.  

„Es wird deutlich, dass die neueren Angebote, beispielsweise Housing-First-Projekte, das Modellprojekt „Plan B OK“ und Straßensozialarbeit speziell für Frauen, in die richtige Richtung gehen“, kommentiert Oberbürgermeister Belit Onay die Ergebnisse. „Wohnraum und Unterbringungsangebote zu schaffen - diesen Weg werden wir mit Hochdruck weitergehen. Gleichzeitig wird aber auch der Handlungsbedarf sichtbar, etwa beim Thema ‚Mehrsprachigkeit‘ von Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

Größte Probleme:  Mietpreise, Schulden, Ablehnung

Die Online-Umfrage „Wohnungslosigkeit“ ergab, dass fast drei Viertel der befragten Betroffenen (73 Prozent) eine Wohnung sucht. Als größte Probleme wurden dabei der Mietpreis, Schulden- oder Schufa-Einträge, ein Gefühl der Überforderung oder Ablehnung des Vermieters angegeben. Ein Fünftel der Befragten gab an, keinen Anspruch auf eine Wohnung in Hannover zu haben. Zwei Drittel der Befragten wünscht sich generelle Unterstützung bei der Wohnungssuche, ein Viertel auch „sprachliche Hilfen“.

Auf die Frage nach Hilfen in der aktuellen Pandemie-bedingten Situation, entfielen die meisten Antworten - abgesehen von einer „eigenen Wohnung“ (73 Prozent) - auf Soziale Arbeit (51 Prozent), medizinische Versorgung (44 %) Unterkünfte mit Einzelzimmer (42 %) sowie Information und Beratung (32 Prozent), Essensausgaben / Tafeln (32 Prozent), Therapieplätze –  etwa für Sucht- oder Psychotherapie (31 Prozent).

Wohnungslosigkeit auch in Stadtteilen sichtbar

Nehmen Sie Wohnungslosigkeit wahr und wenn ja, wo? Das war eine Frage, die sich vornehmlich an die Befragten mit festem Wohnsitz richtete. Mehr als die Hälfte der Antwortenden nannte den Stadtteil Mitte als Ort, an dem Wohnungslosigkeit wahrgenommen wird. Angegeben wurden Standorte rund um den Kröpcke, am Opernplatz und in Bahnhofsnähe. Einen Stadtteil außerhalb der Innenstadt nannten ebenfalls mehr als die Hälfte – beispielsweise Linden, List, Oststadt, Nordstadt oder Südstadt.

Sozialdezernentin Sylvia Bruns unterstreicht: „Die Ergebnisse ergänzen bereits vorhandenes Wissen und Erkenntnisse über die Situation und Lebenslage wohnungsloser Menschen sowie über die Vielfalt der Haltungen zum Thema Wohnungslosigkeit. Die Angaben zur Wohnungslosigkeit in den Stadtteilen sind von besonderer Bedeutung. Wir prüfen hier eine Verstärkung der Straßensozialarbeit über den Stadtteil Mitte hinaus. Auch die Notwendigkeit der medizinischen sozialen Beratung beispielsweise in den Tagesaufenthalten liegt klar auf dem Tisch. Hierzu führen wir bereits intensive Gespräche über die Neuausrichtung des Mecki-Ladens gemeinsam mit der Region Hannover und der Diakonie.“

Große Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement

Das Bürger*innen-Panel ergab, dass über 90 Prozent es wichtig oder sehr wichtig finden, dass es Hilfen und Unterstützung für wohnungslose Menschen in Hannover gibt. Rund 44 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich ein Engagement in der Wohnungslosenhilfe vorstellen können. Insbesondere Sach- und Geldspenden, aber auch Zeitspenden sind für mehr als die Hälfte der Befragten vorstellbar. Meistgenannte Ehrenamtsfelder sind „Essens- und Kleiderausgaben“, „Nachbarschaftshilfe“, „Begleitung zu Ämtern oder Ärzt*innen“ und „organisierte Unterstützung im Rahmen von „Vereinen/Initiativen.“ Zielgruppen, für die sich die Befragten besonders einsetzen möchten, sind vor allem Kinder und Jugendliche sowie Familien/Eltern.

In der Online-Umfrage gab jede*r sechste Befragte an, sich bereits ehrenamtlich in der Wohnungslosenhilfe zu engagieren, gut ein weiteres Viertel kann es sich vorstellen, ehrenamtlich für wohnungslose Menschen tätig zu sein. Beide Umfragen zeigen deutlich das Potential in Hannover für ehrenamtliches Engagement in der Wohnungslosenhilfe.

„Dieses Potential gilt es zu nutzen und mit den Wünschen der Betroffenen nach Unterstützung und Begleitung zusammenzuführen“, so Oberbürgermeister Onay. Dazu brauche es professionelle Strukturen, die Ehrenamtliche über die Lebensrealität von Wohnungslosen informierten und mögliche Zugangsbarrieren für den direkten Kontakt abbauten.

In der Quartiers- und Gemeinwesenarbeit der Stadt liegt schon jetzt ein Fokus darauf, Bewohner*innen in Miet- und Ämterangelegenheiten zu unterstützen, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden. „Dieser präventive Ansatz könnte durch einen wohnortnahen Einsatz Ehrenamtlicher noch intensiviert werden“, erläuterte Dezernentin Bruns.  

Informationen zu Hilfsstrukturen bündeln und sichtbarer machen

Die Ergebnisse der Online-Umfrage wurden durch das, zusätzlich durchgeführte, repräsentative Bürger*innen-Panel im Wesentlichen bestätigt. Deutlich wurde hier allerdings auch, dass Zweidrittel der Befragten in Notsituationen (z.B. drohender Wohnungsverlust, Mietschulden) die städtischen Anlaufstellen nicht kennt. Viele Befragte geben an, dass sie sich mehr Informationen und Aufklärung zum Thema Wohnungslosigkeit wünschen: Ursachen, Anlaufstellen, Ansprechpartner*innen, Hilfsstrukturen und Möglichkeiten, sich zu engagieren. „Hier müssen wir mit Informationsangeboten nachbessern, denn die Landeshauptstadt Hannover bietet umfangreiche soziale Hilfen an“, so Bruns.

Eckdaten zu den Umfragen:

Online-Umfrage:

  • Knapp 1.400 Menschen haben im April an einer städtischen Umfrage zur Wahrnehmung von Wohnungslosigkeit in Hannover teilgenommen.
  • Die Umfrage richtete sich sowohl an Menschen mit festem Wohnsitz als auch explizit an wohnungslose Menschen. Um auch nicht deutschsprachigen, wohnungslosen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Befragung durch 16 mehrsprachige* Interviewer*innen unterstützt, Mit Tablets ausgestattet konnten auf diese Weise auch Menschen erreicht werden, die über kein eigenes Smartphone oder Internet verfügen.
  • Teilgenommen haben 1.030 Personen mit festem Wohnsitz und 331 Personen ohne festen Wohnsitz. Unter den 331 wohnungslosen Menschen waren 211 Männer, 59 Frauen und 4 diverse Menschen. Die Teilnehmenden waren überwiegend im Alter von 35 bis 54 Jahren. Es handelte sich dabei zum großen Teil um alleinlebende Männer, aber auch um Paare oder Familien mit minderjährigen Kinder.
  • Unter den 1.030 Teilnehmer*innen mit festem Wohnsitz waren vorwiegend Frauen, im Alter von 25 bis 64 Jahren und ohne Migrationshintergrund.

* Sprachen (neben Deutsch): Polnisch, Russisch, Rumänisch, Bulgarisch, Englisch, Spanisch

Bürger*innen-Panel:

Das Bürger*innen-Panel ist ein Online-Beteiligungsinstrument der Landeshauptstadt Hannover und besteht seit 2012. Von 2012 bis 2018 haben sechs Befragungen stattgefunden. Dabei wurden folgende Themen behandelt: Mobilität, außerschulische Bildung, Sport, Hannover 2020, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement sowie Sicherheit und Ordnung. Das Bürger*innen-Panel umfasst derzeit rund 1600 Personen, von denen rund 1000 am aktuellen Panel „Wohnungslosigkeit in Hannover“ teilgenommen haben. Das Bürger*innen-Panel ist hinsichtlich Altersgruppen und Geschlecht repräsentativ für die Einwohner*innen der Landeshauptstadt Hannover ab 16 Jahren.

 

Zweite Auflage des WortLaut-Festivals im Oktober – umfangreiches Programm macht stadtweit Lust auf Sprache, Lesen und Wörter

Das WortLaut-Festvial in Hannover geht in die zweite Auflage. Vom 1. bis zum 31. Oktober machen 25 Veranstaltungen stadtweit Lust auf Sprache, Lesen und Wörter und zeigen die sprachliche, kreative und literarische Vielfalt Hannovers.

Das Programm wird gestaltet von verschiedenen hannoverschen Künstler*innen und Einrichtungen und bietet Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt.

Mit dabei sind Lesungen, zum Beispiel in einfacher Sprache oder von jungen Autor*innen aus Hannover, ebenso wie Workshops zu kreativem Schreiben oder Collagen aus Wörtern, Buchbinde- und Sprech-Workshops oder eine interaktive Ausstellung.

Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion am 23. Oktober (Sonnabend) mit Kulturschaffenden zu der Frage, wie mit Sprache und Illustrationen eigene Räume in der Literatur gestaltet werden können.

WortLaut ist ein gemeinsames Projekt der Stadtteilkultur und der WortLaut-AG, zusammen mit der Lebenshilfe Hannover und dem Kulturtreff Bothfeld unter Beteiligung vieler Kulturschaffender aus Hannover.

Alle Informationen und das ganze Programm gibt es unter www.stadtteilkultur-hannover.de oder www.wortlaut-hannover.de.

 

 

„Digital Sounds“ – Treffpunkt für Musik-, Hör- und Digitalwirtschaft

 

Digital Sounds Netzwerktreffen © Hörregion, UNESCO City of Music Hannover und hannoverimpuls

 

Wenn sich die Musik-, Hör- und Digitalwirtschaft Hannovers trifft, dann dreht es sich um „Digital Sounds“. Zum neunten Mal lädt die gemeinsame Reihe von Hörregion, UNESCO City of Music Hannover und hannoverimpuls zum Netzwerktreffen ein.

„Digital Sounds“ bietet Akteur*innen eine Plattform, um sich auszutauschen, Neues zu entdecken, Netzwerke zu knüpfen und Schnittstellen zu identifizieren. Am Donnerstag (23. September) werden im KUBI des MusikZentrums Hannover, Emil-Meyer-Str. 26-28, 30165 Hannover, Trends diskutiert und Ideen gemeinsam weitergeschärft. Einlass ist um 17 Uhr, Beginn um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

Hilfe für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen: RIO-Rohdenhof Inobhutnahme wiedereröffnet

Die Einrichtung RIO-Rohdenhof Inobhutnahme des städtischen Heimverbundes wurde heute (20. September) von Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski in Bothfeld wiedereröffnet.

Die Inobhutnahme für Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren war vorübergehend anlässlich der Corona-Pandemie geschlossen. Das Personal führte seit dem 16. Oktober 2020 die Quarantänegruppe in neu gestalteten Räumen unter dem Namen Inobhutnahme Klein Buchholzer Kirchweg. Seitdem wurden dort Kinder und Jugendliche ab dem Alter von sechs Jahren im Rahmen der Inobhutnahme betreut, wenn durch das Gesundheitsamt eine Quarantäne ausgesprochen wurde.

Der bisherige Name „Notaufnahme“ wurde oft mit dem klinischen Bereich verknüpft, sodass die Neueröffnung mit einer Namensänderung in RIO-Rohdenhof Inobhutnahme verbunden wurde.

„Es ist gut, dass diese Inobhutnahme mit dem bewährten bisherigen Team wieder Kindern, die Hilfe benötigen, offen steht“, begrüßte die Dezernentin den Neubeginn.

Die Einrichtung wird bereits seit dem 1. September 2021 wieder betrieben. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die in persönlichen Krisen nicht mehr in ihrem bisherigen Zuhause leben können. Die Gruppe verfügt über acht Plätze und ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr aufnahmebereit. Die Kinder und Jugendlichen bleiben in der Inobhutnahme, bis sich die Lebenssituation stabilisiert hat. Sollte eine Rückkehr in die Familie nicht möglich sein, wird nach einer geeigneten Folgemaßnahme gesucht. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei drei bis sechs Monaten.

„Der Heimverbund im Fachbereich Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover hat sehr flexibel auf die Pandemie reagiert. Die Inobhutnahme Klein-Buchholzer Kirchweg wird mit neuem Personal bis zum 31. Mai 2022 weiterbestehen, um das gesamte Inobhutnahme-System weiterhin Corona-resistent zu gestalten“, betonte Rzyski und sagte weiter: „Vielen Dank an das Team, das sich der Corona-bedingten Herausforderung gestellt hat, und viel Glück zum Neustart am vertrauten Ort.“

 

 

 

 

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