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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 26.September 2020

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Blick über Hannover (C) Ulrich Stamm Blick über Hannover (C) Ulrich Stamm

HANNOVER.

 

Organisations- und Personalausschuss tagt öffentlich

Am Donnerstag, 30. September, findet um 14 Uhr im Ratssaal, Neues Rathaus, Trammplatz 2, eine öffentliche Sitzung des Organisations- und Personalausschusses statt.

Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen wird dringend empfohlen. Besucher*innen werden gebeten, die Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten zu beachten.

 

HANNAH ARENDT TAGE „Fragil? Stabil?“ - die Lage der Demokratie im Jahr 2020

Das Thema der HANNAH ARENDT TAGE 2020 ist zurzeit aktueller denn je. Vom 6. bis zum 10. Oktober, stellen die Macher*innen der Veranstaltungsreihe unter anderem folgende Fragen zur Diskussion: „Wie fragil ist unsere Demokratie, und was braucht es, um ihre Stabilität zu stärken?“ oder „Wie können wir die Anziehungskraft des Populismus brechen und dieser Ideologie eine plurale, demokratische Zukunftsvision entgegensetzen?“

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Ballhof Eins stellte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay das vielfältige Programm vor und betonte, worum es in den HANNAH ARENDT TAGEN geht: „Populismus, Nationalismus und Rassismus - unsere Demokratie ist zurzeit vielen Bedrohungen ausgesetzt. Sie ist zerbrechlich, wenn wir uns nicht unermüdlich und solidarisch für sie einsetzen.“

Der Ort für das Pressegespräch wurde nicht umsonst gewählt: Am 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, feiert dort die musikalische Inszenierung „Grundgesetz – In Concert“ ihre Premiere. Die Regisseurin Friederike Schubert erforscht gemeinsam mit Schaupieler*innen und einer Liveband die Bedeutung dieses grundlegenden Textes, der im vergangenen Jahr 70 Jahre alt geworden ist und den kaum jemand komplett gelesen hat. Aus diesem Grund ist das Theaterstück „Grundgesetz – In Concert“ eine wunderbare Bereicherung der diesjährigen HANNAH ARENDT TAGE. Ist doch das Grundgesetz das Fundament für unsere Gemeinschaft, für unsere Demokratie.

Unsere Grundrechte wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Gleichheit, Glaubens-­ und Meinungsfreiheit sind für uns heute selbstverständlich. Aber diese Selbstverständlichkeit muss neuen Auslegungen und Angriffen standhalten. Grund genug für Sonja Anders, Intendantin am Schauspiel Hannover, sich dem Thema zu widmen: „Gerade in Zeiten von zunehmendem Nationalismus und Populismus ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Grundwerten unserer Demokratie unerlässlich. Mit „Grundgesetz – In Concert“ geht das Schauspiel Hannover spielerisch und musikalisch diesem wichtigen Text auf den Grund. Und ich bin sicher, Hannah Arendt hätte ihre Freude daran.“

Auch in der neuen coronabedingten Realität bleiben der Diskurs und der direkte Austausch zwischen dem Publikum und den Referent*innen im Vordergrund, deswegen finden die HANNAH ARENDT TAGE in diesem Jahr in „hybrider“ Form statt – mit persönlichen Begegnungen, Livestream-Übertragungen und Aufzeichnungen, die im Nachgang zu sehen sind. Sämtliche Zugänge zu den Online-Veranstaltungen sind ab Montag, 5. Oktober, auf hannah-arendt-hannover.de zu finden.  

Am Eröffnungstag lädt Pierre Rosanvallon, emeritierter Geschichtsprofessor am Pariser Collège de France, alle Interessierten dazu ein, über Populismus nachzudenken. Der Vortrag und die anschließende Diskussion finden nicht wie geplant als Präsenzveranstaltung, sondern als öffentliche Zoom-Konferenz online statt.

Am 7. Oktober hält Prof. Dr. Dieter Thomä, der Philosophie an der Universität St. Gallen lehrt, ein Plädoyer für ein Wir-Gefühl. Ohne die gemeinsame Lust am Gestalten und wenn jede*r nur an sich selbst denkt, droht die Demokratie zu zerfallen.

Erstmals gehen die HANNAH ARENDT TAGE auf Reisen. Ziel ist die Ausstellung „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Die Schau folgt Arendts Blick auf das 20. Jahrhundert entlang 16 zeithistorischer Themenpunkte und macht deutlich, warum die Stellungnahmen der in Hannover geborenen Denkerin auch heute noch die Diskurse prägen. 

Ein weiteres Highlight ist die Hannah-Arendt-Lecture "Seit ein Gespräch wir sind" in der Villa Seligmann. Marie Luise Knott, Autorin, Herausgeberin und Übersetzerin, referiert über Hannah Arendts Suche nach Grundlagen für eine neue politische Moral und deren persönliche Verantwortung.

Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe ist der Abschlussdialog im Xplanatorium im Schloss Herrenhausen. Referent*innen Prof. Dr. Naika Foroutan und Linda Teuteberg (MdB, FDP) sprechen über das zentrale Versprechen einer Demokratie, Pluralität und Parität zu verbinden, und stellen die Frage, ob es gelingen kann, dieses Versprechen wirklich umzusetzen.

In Kooperation mit der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung ist eine interaktive Entdeckungstour zu Orten der Demokratie im Angebot zu finden, die sich an Jugendliche, aber auch an Erwachsene richtet.

Alle Details zu diesen und weiteren Programmpunkten der HANNAH ARENDT TAGE 2020 finden Sie im Flyer und online unter www.hannah-arendt-hannover.de

Bitte beachten: Anmeldungen sind nur noch für die Aktion „Spot on“ und die Fahrt nach Berlin zur Ausstellung „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ möglich. Tickets für die Theateraufführung sind ebenfalls noch erhältlich. Bei allen Veranstaltungen – bis auf die Theateraufführungen – ist der Eintritt frei.

 

 

Oberbürgermeister Belit Onay bestärkt „Fridays for Future“-Aktivisten

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay bestärkt die Aktivist*innen der „Fridays-for-Future“-Demonstration am 25. September. Er begrüße den Einsatz für den Klimaschutz auch in Zeiten der Corona-Pandemie und betont, wie wichtig dieser Einsatz sei, heißt es in einer Mitteilung. An diesem Freitag (25. September) finden stationäre Kundgebungen an neun Orten in Hannover statt.

Für den 25. September, ab 12.30 Uhr, haben die Aktivist*innen von „Fridays for Future“ auch einen Globalen Klimastreik in Hannover organisiert. Mit einem coronakonformen Hygienekonzept demonstrieren die Teilnehmenden für eine Energie- und Verkehrswende. Unter dem Motto „#KeinGradWeiter“ sollen neun stationäre Kundgebungen im Stadtgebiet stattfinden. Zu den Standorten zählen der Friedrichswall, der Aegidientorplatz, der Schiffgraben, der Königsworther Platz, die Schloßwender Straße, das Leibnizufer, die Berliner Allee, die Raschplatzhochstraße und die Hamburger Allee.

Oberbürgermeister Belit Onay schätzt das Engagement der Teilnehmenden, sich auch während der Corona-Krise für das Klima einzusetzen. „Die Covid-19-Pandemie stellt uns alle vor eine globale Herausforderung - doch das tut der Klimawandel auch. Es ist dementsprechend wichtig, dass auch in diesen Zeiten die Themen Klima- und Umweltschutz nicht an Bedeutung verlieren. Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen für eine bessere Zukunft auf die Straße gehen.“

 

Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) fördert Projekte zur Jugendbeteiligung

Die Entscheidung zum diesjährigen Ideenwettbewerb des Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) ist gefallen. Thema dieses Jahres war „Mach mit! Junge Menschen gestalten Integration in Hannover“. Mit der diesjährigen Themenwahl sollten Jugendliche motiviert werden, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Diese Rechnung ging auf: Bis zum Ende der Bewerbungsfrist im Juni gingen 30 Anträge mit einem Fördervolumen von insgesamt 550.000 Euro ein. Die GFZ-Jury empfahl dem Internationalen Ausschuss die Förderung von 13 Projekten, die zur Durchführung Zuwendungen in Höhe von insgesamt 135.000 Euro erhalten sollen – der Ausschuss stimmte zu und legte damit die Weichen für mehr Jugendbeteiligung in der Stadt.

Von den vielen Antragssteller*innen konnte unter anderem Keliane Rosanda mit ihrem Projekt „Black lives matter“ die Jury überzeugen. An dem Projekt nehmen junge Menschen im Alter von 20 bis 26 Jahren teil, um gemeinsam über das Thema Rassismus aufzuklären. Ihr Anliegen ist es, ihren Mitbürger*innen zu helfen, sensibler und aufgeklärter an dieses Thema heranzugehen. Sie fordern zum Beispiel, dass Unternehmen bei Personalentscheidungen stärker auf Diversität achten, und dass Schulen besser über Rassismus und Kolonialgeschichte aufklären. Durch die Gestaltung von vier Kulturtagen durch Jugendliche soll ihr Lebensgefühl in Form von Tanz, Gesang und weiteren Performances präsentiert werden. Aufgrund der Covid 19-Einschränkungen sind auch Online-Diskussionen und Beiträge über Youtube geplant. Ziel ist eine größere öffentliche Präsenz von Menschen mit dunkler Hautfarbe und eine Sensibilisierung zum Thema Rassismus. Jugendliche und junge Erwachsene sollen sich mitteilen können und in öffentlichen Diskussionen und Debatten Gehör finden.

Zu den ausgewählten Projektträger*innen gehören nicht nur Vereine und Verbände, sondern auch die Arbeitsgemeinschaft Jugend, die an der Überarbeitung des Lokalen Integrationsplans (LIP) mitwirkt. Diese setzt sich für die Einführung unabhängiger Antidiskriminierungsstellen in Bildungseinrichtungen ein, die von jungen geschulten Menschen geführt werden sollen. Betroffene erhalten einen schnellen und niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung vor Ort.

Der GFZ-Ideenwettbewerb findet seit 2009 jedes Jahr statt und soll das zivilgesellschaftliche Engagement in der Stadt stärken. Eine vollständige Auflistung der zu fördernden Projekte finden Sie hier: www.hannover.de/Ideenwettbewerb

 

 

 

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