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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 27.August 2020

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Im Berggarten (C) Ulrich Stamm Im Berggarten (C) Ulrich Stamm

HANNOVER.

Seltene Salzpflanzen gedeihen durch Grünlandbeweidung mit Rindern – Erfolge beim Pflanzenartenhilfsprogramm am Benther Berg

Eine Grünlandbeweidung mit Rindern fördert die Biodiversität. Dies zeigt sich beispielsweise auf einer Weide in Badenstedt, wo sich in den vergangenen Jahren seltene Pflanzenarten wie das Große Flohkraut (Pulicaria dysenterica) und die Salzbunge (Samolus valerandi) in den Hufabdrücken der Rinder angesiedelt haben. Hinsichtlich der Salzbunge hat Hannover in manchen Jahren eines der größten Vorkommen in ganz Norddeutschland.

Mit dem Beweidungsprojekt am Fuße des Benther Bergs in Badenstedt wird eine vor 20 Jahren aus einem Acker neu geschaffene Grünlandfläche durch eine extensive Beweidung mit Rindern gepflegt. Mit Wilfried Otto aus Lenthe hat der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün einen Landwirt gefunden, der mit Engagement die Landwirtschaft und den Naturschutz zusammenführt. Auf dem von ihm gepachteten Weideland nördlich der Lenther Chaussee sind mittlerweile nicht nur die Salzbunge und das Große Flohkraut heimisch, sondern auch der seltene Laubfrosch sowie weitere seltene Pflanzenarten wie das Kleine Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum).

Das wurde nur möglich durch das Prinzip „Pflege durch Nutzung“. Bei diesem Beweidungskonzept dürfen nicht zu viele Tiere zu lange auf der Weide grasen. Eine zusätzliche Düngung würde die seltenen, zierlichen und konkurrenzschwachen Pflanzenarten verdrängen und wird deshalb nicht durchgeführt. Vor der Beweidung durch die Rinder hatte der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün den vormals fetten Oberboden, mit einer Düngermenge von Jahrzehnten, abtragen lassen. Die Erfolge der Ansiedlung und Verbreitung der seltenen Pflanzenarten konnten sich nach 20 Jahren extensiver Beweidung einstellen.

„Mehr Natur in der Stadt“

Seit 2010 arbeitet der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover bereits nach einer lokalen Biodiversitätsstrategie, dem Programm „Mehr Natur in der Stadt“. Ziel ist es, die Naturpotenziale in der Stadt zu erhalten und – auch in der wachsenden Stadt – neuen Raum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Denn die Verbesserung der biologischen Vielfalt ist wichtig für die Menschen, gerade in einer Großstadt. Einen ersten Erfolg gab es 2011, als Hannover als „Bundeshauptstadt der Biologischen Vielfalt“ ausgezeichnet wurde.

Ein wichtiger Baustein der Biodiversitätsstrategie ist der Schutz besonders seltener, geschützter Pflanzenarten, das sogenannte „Pflanzenartenhilfsprogramm“. Hannover liegt an der Grenze von zwei großen Landschaftsräumen, dem norddeutschen Tiefland und dem niedersächsischen Bergland. Damit ist die Stadtlandschaft schon „von Natur aus“ reich an Arten. Durch extensive Landwirtschaftsformen wurden darüber hinaus am Rande der Stadt Arten erhalten, die vor vielen Jahrzehnten häufig anzutreffen waren. In der industriell geprägten heutigen Landwirtschaft sind viele Arten selten geworden oder ausgestorben.

 

Integrationsbeirat Buchholz-Kleefeld tagt öffentlich

Der Integrationsbeirat Buchholz-Kleefeld tagt am Montag, 31. August, um 19 Uhr, in der Aula der Grundschule Buchholz-Kleefeld II, Nackenberger Straße 4, Hannover, öffentlich. 

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen wird dringend empfohlen. Besucher*innen werden gebeten, die Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten zu beachten.

 

Kunsthistorikerin stellt die „Kriegszeit. Künstlerflugblätter aus den Jahren 1914 – 1916“ am 7. September vor

Die Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ startet am Montag (7. September) wieder durch. Um 19.30 Uhr stellt die Kunsthistorikerin Dr. Anette Brunner „Kriegszeit. Künstlerflugblätter aus den Jahren 1914 - 1916“ in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Str. 12, vor. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 168-42169 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Bei allen Veranstaltungen berücksichtigt die Stadtbibliothek Hannover die geltenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie.

Zum Inhalt des Vortrags:

Als Kaiser Wilhelm II. am 1. August 1914 die allgemeine Mobilmachung über das Deutsche Reich verhängte, war die deutsche Bevölkerung beinahe ausnahmslos davon überzeugt, dass der Krieg dem Deutschen Reich aufgezwungen worden sei. In die allgemein herrschende Kriegsbegeisterung stimmten auch die deutschen Künstler*innen ein. Entsprechend der Mahnung Julius Meier-Graefes „Wehe dem Künstler, der heute nicht erlebt!“ (1914), wurden zahlreiche auf eine Vereinigung von Kunst und Krieg zielende Publikationen ins Leben gerufen, darunter die im Verlag Paul Cassirer, Berlin, erschienene „Kriegszeit“. Die Zeitschrift mit dem Untertitel „Künstlerflugblätter“ erschien zwischen 1914 und 1916. Veröffentlicht wurden Beiträge von Künstler*innen in Form von Lithografien, die sich mit dem Kriegsgeschehen auseinandersetzten. Zum Mitarbeitendenkreis zählten insbesondere Künstler*innen, die in Verbindung mit dem Berliner Kunsthändler und Mitherausgeber Paul Cassirer standen, wie etwa Max Liebermann, Fritz Rhein, Willy Jaeckel und die Bildhauer Ernst Barlach und August Gaul. 1916 stellte die „Kriegszeit“ ihr Erscheinen ein und wurde durch die pazifistisch ausgerichtete Publikation „Der Bildermann“ ersetzt.

Infos zu „Stadtbibliothek aufgeschlossen“:

Für die Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ schließt die Bibliothek Magazine und Tresore auf und stellt jeden ersten Montag im Monat ein besonderes Buch aus der über 575-jährigen Geschichte vor.

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