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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 27.Juli 2021

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Hellebardier am Maschsee © Ulrich Stamm Hellebardier am Maschsee © Ulrich Stamm

HANNOVER.

„Ökomodellregion Hannover“ soll Anteil an ökologisch angebauten Lebensmitteln erhöhen

Agrar- Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen besucht Kooperationsbetriebe

 

v.l.Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette, Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen und Bio-Gärtner Rothenfeld © LHH

 

Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hat am Montag (26. Juli 2021) das Projekt „Ökomodellregion Hannover“ besucht. Sein erster Weg führte ihn zur Gärtnerei Rothenfeld in Neuwarmbüchen (Gemeinde Isernhagen). Die zweite Station war das Depot der „Solidarischen Landwirtschaft“ in Hannover-Kirchrode.

„Die Öko-Modellregionen tragen dazu bei, unsere regionale Landwirtschaft zu stärken und neue Bio-Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die Nachfrage nach ‚mehr Bio‘ ist da, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Deutschland wurden 2020 etwa 15 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln umgesetzt, das ist ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wir möchten Bio-Lebensmittel – aber aus Niedersachsen! Gleichzeitig unterstützen die Öko-Modellregionen unseren ‚Niedersächsischen Weg‘, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Niedersachsen weiter auszubauen“, betonte Agrar-Staatssekretär Prof. Theuvsen.

„Der Besuch von Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen steht ganz im Zeichen der Regionalvermarktung, denn die ausgewählten Stationen seines Besuches sollen demonstrieren, wie zeitgemäße Vermarktung unter ökologischen und regionalen Aspekten funktionieren kann“, erläuterte Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette den Themenschwerpunkt der Veranstaltung.

Die Ökomodellregion Hannover ist im Dezember 2020 gestartet und kann sich dank einer Förderung des Ministeriums in Höhe von bis zu 60.000 Euro jährlich noch bis November 2022 für mehr Ökolandbau im Umland von Hannover einsetzen. Das Projekt der Landeshauptstadt, mit dem Leitmotiv „Urbanität als Chance“, fokussiert sich auf die Förderung der Regionalvermarktung und die Information der Verbraucher*innen über die Produktion und die Vermarktung von regionalen Produkten. Dies geschieht vor dem Hintergrund folgender Rahmenbedingungen einer Großstadt: Trotz der großen potenziellen Absatzmärkte durch die vielen Verbraucher*innen war der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen 2020 in der Region Hannover mit 5,2 Prozent lediglich durchschnittlich. Im Rahmen des „Agrikulturprogramms“ der Landeshauptstadt Hannover, das im Fachbereich Umwelt und Stadtgrün umgesetzt wird, werden seit 2017 die stadteigenen Landwirtschaftsflächen bei einer Neuverpachtung bevorzugt an Ökolandwirt*innen vergeben. So tragen sowohl das Agrikulturprogramm als auch die Ökomodellregion zu den Zielen des Niedersächsischen Weges bei. Dort ist vorgesehen, den Anteil des Ökolandbaus in Niedersachsen bis 2025 auf 10 Prozent zu verdoppeln und bis 2030 sogar 15 Prozent ökologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen zu erreichen.

Gärtnerei Rothenfeld

Die Bio-Gemüsegärtnerei Rothenfeld in Neuwarmbüchen verdeutlichte, wie eine vielseitige Vermarktungsstruktur umgesetzt werden kann: Beliefert werden Betriebskantinen, Bioläden und Verbrauchergemeinschaften in der Stadt Hannover. Über den eigenen Hofladen werden neben dem selbst angebauten Gemüse auch Produkte von umliegenden Bio-Betrieben vertrieben. Ein wichtiger Vermarktungspartner ist die Gemüsekiste aus Hemmingen-Hiddestorf. „Wir haben uns von einem Pionier der regionalen Online-Vermarktung zu einem etablierten Abo-Kistenanbieter für Privathaushalte und Büros entwickelt“, betonte Mark Reinert von der Gemüsekiste. Neben der Gärtnerei wird die Gemüsekiste von weiteren Biobetrieben beliefert, die neben Obst und Gemüse auch Fleisch erzeugen. Die Gemüsekiste setzt, wo immer es möglich ist, auf regionale Erzeugnisse. Aufgrund von fehlenden Wertschöpfungsketten können jedoch viele ökologische Erzeugnisse nicht in der Region gehalten werden. Es mangelt an zertifizierten Schlachtereien, Mühlen und Molkereien. Hier zeigen sich die Grenzen der Regionalvermarktung. Im Bereich der Wertschöpfungsketten gibt es nicht nur in Hannover noch viel Entwicklungspotential für die Ökomodellregionen.

Challenge und App

Zunächst jedoch konzentriert sich die Ökomodellregion auf die Förderung der bestehenden Regionalvermarktung. Vom 13. bis 19. September ruft die Ökomodellregion zur „Bio-Regio-Challenge“ auf: Die Herausforderung ist, sich eine Woche nur mit bioregionalen Produkten zu ernähren. Mit der Aktion wird nicht nur die regionale Direktvermarktung gefördert, sondern auch intensiv für bioregionale Ernährung geworben. Mit einem bunten Begleitprogramm werden die Teilnehmenden dazu animiert, ihre Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und die direktvermarktenden Betriebe in der Umgebung kennenzulernen. So soll auch die Kaufbereitschaft für bioregionale Produkte langfristiger gefördert werden. Nähere Informationen zur Aktionswoche unter: www.hannover.de/regio-challenge.

Ein weiteres Projekt zur Verbesserung der Regionalvermarktung ist die Förderung eines digitalen Einkaufsführers: Über die Smartphone-Anwendung „Regio-App“ kann digital nach Einkaufsmöglichkeiten regionaler Produkte in der Nähe gesucht werden. Hier sollen bis Herbst möglichst viele der Bio-Direktvermarkter aus dem hannoverschen Umland zu finden sein.

Solidarische Landwirtschaft

Die zweite Station des Besuches aus dem Ministerium war in Hannover-Kirchrode bei einem Depot der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Hannover. Eine SoLaWi ist ein besonderes Vermarktungsmodell und funktioniert wie folgt: Alle Mitglieder zahlen den Landwirt*innen einen festen Monatsbeitrag und erhalten dafür einen Ernte-Anteil – der je nach Ernteerfolg und Jahreszeit unterschiedlich üppig ausfällt. Die Kooperation garantiert dem Betrieb die wirtschaftliche Existenzsicherung und den Mitgliedern hochwertige Produkte aus fairer Regionalvermarktung. Die Waren können wohnortnah in den Depots der SoLaWis abgeholt werden. Der intensive Austausch zwischen Erzeuger*innen und den Mitgliedern sowie die Möglichkeit, freiwillig auf dem Hof mitzuarbeiten, ermöglicht einen Einblick, woher das Gemüse stammt und welche Arbeit dahintersteht – ein wichtiger Aspekt in Zeiten zunehmender Entfremdung zwischen Städter*innen und der Landwirtschaft.

Während Martin Ingelmann mit der 2018 gegründeten SoLaWi Hannover derzeit expandiert und ab Herbst auch Flächen in der Stadt bewirtschaftet, berichtete auch Sabine Adam, Landwirtin vom Gut Adolphshof, bei dem Termin über die Erfolge und Herausforderungen der ersten SoLaWi in Raum Hannover.  

 

Veloroute 08: Eröffnung des erneuerten Radwegs am Maschsee-Ostufer

Oberbürgermeister Belit Onay hat heute (26. Juli) gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Südstadt-Bult, Lothar Pollähne, den erneuerten Radweg am Maschsee-Ostufer feierlich eröffnet. Damit konnte ein erstes Bauprojekt entlang der ersten zur Umsetzung vorgesehenen Veloroute 08 realisiert werden.

Das Teilstück reicht vom Kurt-Schwitters-Platz bis zum Strandbad und weist insgesamt eine Länge von rund 2,4 Kilometern auf. Die Ende April gestarteten Arbeiten zur Verbreiterung und Erneuerung des Radwegs wurden abschnittsweise unter Aufrechterhaltung des Verkehrs durchgeführt. Letzte Woche erfolgte schließlich der Asphalteinbau. Die Baukosten betrugen insgesamt rund 600.000 Euro.

„Durch die neue Asphaltierung und die teilweise Verbreiterung des Radweges wurden wesentlich verbesserte Fahrbedingungen für den Radverkehr auf dieser schon heute – sowohl für den Alltags- als auch für den Freizeitverkehr – bedeutsamen Radroute geschaffen,“ so Oberbürgermeister Belit Onay. „Mit dem nun erneuerten Teil des Radwegs am Maschsee-Ostufer ist darüber hinaus ein erster wichtiger Schritt hin zu einer hochwertigen und sehr gut zu befahrenden Velorouten-Verbindung von Hannovers Innenstadt in die südlichen Stadtteile bis nach Laatzen gemacht worden.“

Die Oberfläche des Radweges wies zuvor eine Vielzahl von Schadstellen auf, welche die Befahrbarkeit beeinträchtigten. Der Radweg wurde in Breiten von 3,80 Meter bis zu fünf Metern ausgebaut. Des Weiteren wurde die Entwässerungssituation optimiert, die bei starken Regenereignissen nicht ausreichend war. Das Wasser konnte abschnittsweise nicht schnell genug abfließen, was zur Pfützenbildung führte. Hierfür wurde unter anderem die Anzahl der Straßenabläufe um circa 20 Stück erhöht. Zusätzlich wurde der Schutz der Bäume, die zum Teil sehr dicht am Radweg stehen, verstärkt indem abschnittweise ein baumparalleler Streifen entsiegelt und der Radweg auf diesen Abschnitten in Richtung Westen erweitert wurde.

Bis Anfang August werden noch Restarbeiten ausgeführt. So werden beispielsweise die Grünflächen straßenseitig und die wassergebundene Decke seeseitig an die neue Asphaltdeckschicht angeglichen sowie die Markierungen ausgeführt.

Über die Veloroute 08

Im Herbst 2020 wurden fünf Velorouten (Nr. 03, 06, 08, 09 und 12) mit einer provisorischen Kennzeichnung durch Piktogramme, Banderolen mit GPS-Codes und Fahnen an den Start und Zielpunkten versehen. Die Veloroute Nr. 08 ist die erste Route, bei der bauliche Maßnahmen umgesetzt wurden.

Die Veloroute hat eine Länge von rund sieben Kilometern. Der Einstieg erfolgt wie bei allen Velorouten über den City-Radring und verläuft dann über die folgenden Straßen:

  • Willy-Brandt-Allee
  • Rudolf-von-Bennigsen-Ufer
  • Schützenallee
  • Frobösestraße
  • Am Lindenhofe
  • Wiehbergstraße
  • Hildesheimer Straße bis zur Stadtgrenze Laatzen

Ausblick

Die Umsetzung der Veloroute Nr. 08 erfolgt in zwei Phasen: Die Phase I beinhaltet die erfolgte Deckensanierung und Verbreiterung des Radweges am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer. Zudem zählt auch die Erneuerung der Rad- und Gehwege in der Schützenallee im Rahmen des Grunderneuerungsprogrammes „GiB“ dazu. Die Fertigstellung dieser Maßnahme inklusive aller Restarbeiten ist im August vorgesehen. 

In den Sommerferien 2021 wird auf der Hildesheimer Straße, von der Wiehbergstraße bis zur Stadtgrenze Laatzen ein Verkehrsversuch in Fortsetzung des bereits im Mai durch Region und Stadt Laatzen initiierten Verkehrsversuchs (Interkommunale Veloroute) eingerichtet. Bei diesem wird auf großen Teilen der Strecke ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert. Außerdem werden geringfügige bauliche Anpassungen vorgenommen. Der Probebetrieb mit begleitenden Evaluationen ist für die Dauer von einem Jahr vorgesehen.

Bis Oktober 2021 sollen die Fahrradstraßen Frobösestraße und Am Lindenhofe eingerichtet werden. In der Fahrradstraße Wiehbergstraße ist ein circa einjährig andauernder Verkehrsversuch zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs ab November 2021 vorgesehen.

In Phase II erfolgt die Auswertung der Verkehrsversuche Hildesheimer Straße und Wiehbergstraße und die Planung ergänzender baulicher Maßnahmen. Bis Ende 2023 sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein.  Zur Realisierung der Projekte entlang der Veloroute 08 liegt ein positiver Förderbescheid vor (Landeszuwendungen aus dem Programm „Nachhaltige Mobilität und Verbesserung der Luftreinhaltung in der Stadt Hannover“).

 

Illumination: Der Garten leuchtet

 

Auch im August öffnen die Herrenhäuser Gärten für romantische Abendspaziergänge. An allen Wochenenden (Freitag bis Sonntag) erstrahlen sprudelnde Brunnen und Fontänen, imposante Figuren und dichte Hecken in effektvollem Licht. Dazu erklingt die „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel in einer Aufnahme der Hannoverschen Hofkapelle.

Einlass ist jeweils ab 20 Uhr, von 21 bis 22 Uhr wird der Garten illuminiert. Der Eintritt beträgt vier Euro, ermäßigt drei Euro, und ist für Kinder unter zwölf Jahren frei. Die Termine sind im Internet unter herrenhausen.de zu finden.

 

Termine

 

August 21 bis 22 Uhr (Einlass ab 20 Uhr)

So. 1.8.

Fr. 6.8.* Sa. 7.8.* So. 8.8.*

Fr. 13.8.* Sa. 14.8.* So. 15.8.

Fr. 20.8.* Sa. 21.8. So. 22.8.*

Fr. 27.8.* Sa. 28.8.* So. 29.8.*

 

September 20.30 bis 21.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr)

Fr. 3.9. Sa. 4.9. So. 5.9.

Fr. 10.9. Sa. 11.9. So. 12.9.

Fr. 17.9. Sa. 18.9. So. 19.9.

Fr. 24.9. Sa. 25.9. So. 26.9.

 

Oktober 19.30 bis 20.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr)

Fr. 1.10. Sa. 2.10. So. 3.10.

 

* Wenn Veranstaltungen im Großen Garten stattfinden, muss die Illumination bei reduziertem Eintritt „stumm“ bleiben.

Die Kasse schließt eine halbe Stunde vor dem Ende der Illumination.

Änderungen vorbehalten! Aktuelle Informationen: herrenhausen.de.

 

Brückstraße wegen Straßenbauarbeiten gesperrt

Ab Montag, 2. August, 7 Uhr, bis voraussichtlich Freitag, 6. August, wird die Brückstraße zwischen Schützenallee und Landwehrstraße in beiden Fahrtrichtungen wegen dringender Straßenbauarbeiten für den Kfz-Verkehr voll gesperrt. Die Durchfahrt für den Busbetrieb wird aufrechterhalten. Der Verkehr wird stadteinwärts über die Straßen Schützenallee, Willmerstraße, Hildesheimer Straße und in Richtung stadtauswärts/Hemmingen über die Hildesheimer Straße und den Südschnellweg umgeleitet. Hinweistafeln werden entsprechend aufgestellt.

Die Straßenverkehrsbehörde bittet alle Verkehrsteilnehmer*innen um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit in diesem Bereich. Ortskundige werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren.

 

Organisations- und Personalausschuss tagt öffentlich

Am Mittwoch, 28. Juli, findet um 14 Uhr, im Ratssaal, Neues Rathaus, Trammplatz 2, eine öffentliche Sitzung des Organisations- und Personalausschusses statt.

Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von medizinischen Mund-Nase-Bedeckungen oder FFP2-Masken ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang in die Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

 

 

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