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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 28. Mai 2021

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Landeshauptstadt Hannover legt ersten gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsbericht vor - v.l. Susanne Wildermann und Oberbürgermeister Belit Onay © LHH Landeshauptstadt Hannover legt ersten gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsbericht vor - v.l. Susanne Wildermann und Oberbürgermeister Belit Onay © LHH

HANNOVER.

Modellprojekt Impfen in beengten Wohnverhältnissen gut angenommen

Aktueller Engpass bei den Impfstoffen: Projekt muss pausieren

Positive Bilanz beim Modellprojekt Impfen in Quartieren mit beengten Wohnverhältnissen: Rund 750 Menschen haben an insgesamt vier Tagen im hannoverschen Stadtteil Mühlenberg und im Garbsener Stadtteil Auf der Horst ihre Erstimpfung erhalten. „Das Interesse war damit deutlich größer als wir erwartet haben“, sagt Dr. Axel von der Ohe, Ordnungsdezernent der Stadt Hannover. „Wir sind sehr froh, dass das Angebot gut angenommen wurde.“ Rund 350 Impfungen wurden in der vergangenen Woche im Stadtteil Mühlenberg verabreicht, insgesamt rund 400 am gestrigen Mittwoch und am heutigen Donnerstag in Garbsen.

„Uns war wichtig, in diesen Quartieren für das Thema Impfen zu sensibilisieren und auch zu informieren“, sagt Cordula Drautz, Finanz- und Gebäudedezernentin der Region Hannover. „Das ist auf jeden Fall gelungen.“ Im Einsatz waren die mobilen Impfteams des gemeinsamen Impfzentrums von Stadt und Region Hannover. Das Projekt wurde begleitet von Sozialarbeiter*innen sowie Polizei. Ein besonderes Anliegen war Stadt und Region Hannover sowie der Stadt Garbsen als Kooperationspartnerin, das Angebot niedrigschwellig zu halten. Eine Anmeldung war daher nicht notwendig. In Garbsen warteten Menschen bis zu drei Stunden vor Beginn der Aktion am Freizeitheim Planetenring.

Wann das Modellprojekt fortgesetzt werden kann, ist derzeit ungewiss. „Die aktuellen Impfstofflieferungen sind für die jetzt stattfindenden Zweitimpfungen reserviert. Das Kontingent ist damit quasi ausgeschöpft“, sagt Dr. von der Ohe. Darüber hinaus habe das Land angekündigt, dass noch vor den Sommerferien alle Schüler*innen er ab 12 Jahren geimpft werden soll. „Wenn das so kommt, sind damit erhebliche Kapazitäten gebunden“, verdeutlicht Drautz. Derzeit sei deshalb nicht absehbar, ob und wann die Impfungen in beengten Wohnquartieren fortgesetzt werden können. „Aber der erste Schritt ist gemacht und ein Erfolg. Wir hoffen, dass etwaige Ängste und Sorgen genommen wurden“, sagt Drautz.

 

„Große kommunalpolitische Gestaltungsaufgabe“ – Landeshauptstadt Hannover legt ersten gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsbericht vor

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) ist seit Jahren durch eine vielfältige Nachhaltigkeitskultur geprägt. Für die integrierte und strategische Herangehensweise mit kreativen Praxisprojekten erhielt sie den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018. Wie weit Hannover „auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“ schon vorangekommen ist, fasst nun der erste gesamtstädtische „Nachhaltigkeitsbericht 2020“ zusammen, den Oberbürgermeister Belit Onay heute (27. Mai) vorgestellt hat. Der Bericht formuliert für die „Dimensionen“ Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kultur sowie „Good Governance“ („Gutes Verwaltungshandeln“) insgesamt 20 Leitziele und rund 50 Unterziele.

Querschnittsorientiert zeigt der Bericht in fünf Bänden und auf insgesamt mehr als 400 Seiten für die vergangenen zehn Jahre den Sachstand der Beschlüsse, der Umsetzungsmaßnahmen und – soweit möglich – deren Nachhaltigkeitswirkung im Hinblick auf die Zielerreichung anhand von rund 100 Indikatoren auf. Der sechste Band „Überblick und Ausblick“ fasst die Entwicklungen und Ergebnisse zusammen.

„Nachhaltigkeit ist eine große kommunalpolitische Gestaltungsaufgabe. Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass unsere Städte zukünftig anders aussehen werden, als wir es heute gewohnt sind“, betont Oberbürgermeister Belit Onay und führt weiter aus: „Darin liegt aber auch eine große Chance. Für eine nachhaltige Entwicklung und eine gemeinwohlorientierte Gesellschaft müssen wir Verbesserungen auf allen Ebenen erzielen, interdisziplinär denken sowie vertrauensvoll und transparent zusammenarbeiten. Die Kommunen können so bundesweit eine gemeinsame Vorreiterrolle einnehmen.“

Susanne Wildermann, Leiterin des städtischen Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüros, das den Bericht konzeptioniert und koordiniert hat, fügt hinzu: „Wir alle gemeinsam haben die großen Herausforderungen zu meistern, weshalb es mich ganz besonders freut, dass insgesamt 20 Fachbereiche und mehr als 80 Fachdienststellen zum Gelingen des ersten gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsberichts beigetragen haben“. Der umfassende Bericht würdige auch die vielen in der Stadtgesellschaft aktiven Menschen, die einen Beitrag zur Umsetzung der globalen „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ leisten. „Unsere Erfahrungen zeigen“, so Wildermann, „dass der Wunsch zur nachhaltigen Gestaltung in unserer Stadt weit verbreitet ist: bei Wissenschaft und Forschung, Bildungseinrichtungen, ansässigen Unternehmen, Energieversorgern, Vereinen, Verbänden und Initiativen aus dem umwelt-, sozial- und entwicklungspolitischen Bereich, Kulturschaffenden und ehrenamtlich Tätigen. Wir müssen und wollen diesen Weg ambitioniert fortsetzen und möchten dazu anregen, aktiv mitzumachen.“

Mehr als Schutz von Klima und Umwelt

Im Zusammenhang mit den großen weltweiten Herausforderungen des Klimawandels, der Digitalisierung und der Globalisierung stehen alle Städte - verstärkt durch die Pandemie – auch vor großen lokalen Transformationsprozessen. Dass es beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur um den Schutz von Klima und Umwelt geht, wird in den sechs Bänden des Berichts deutlich:

Die wohnungsnahen Grünflächen und Freiräume der Landeshauptstadt Hannover sind für die Erholung der Einwohner*innen unverzichtbar, besitzen eine hohe klimaökologische Wirksamkeit und sind als Ausgleichsräume von großer Bedeutung. Gleichzeitig gibt es zunehmend Nutzungskonkurrenzen. Diesen Entwicklungen trägt das zukunftsweisende Freiraumentwicklungskonzept „Stadtgrün 2030“ mit 61 Projekten und Maßnahmen Rechnung.

Hannover ist eine wachsende Stadt - vor allem die Zahl der Kinder und Jugendlichen sowie die der älteren Menschen steigt bis 2030 stark an. Daraus resultieren enorme Herausforderungen für Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft, ausreichend qualitätsvollen, bezahlbaren, inklusiven und barrierefreien Wohnraum mit entsprechender Infrastruktur zu schaffen. Deshalb werden zurzeit große Neubauprojekte wie die Erweiterung am Kronsberg-Süd (Kronsrode, 4.000 Wohneinheiten) und die Wasserstadt Limmer (bis zu 1.800 Wohneinheiten) realisiert.

Um die „Klimaneutrale Stadt“ möglichst bis 2035 zu erreichen, sind konkrete Umsetzungsschritte in den Bereichen erneuerbare Energien und effiziente Energieversorgung, Wirtschaft, Gebäude und Wohnen, Verkehr sowie Lebensstilwandel erforderlich. Der Verkehr ist neben Wirtschaft und Privathaushalten der drittgrößte Verursacher von Kohlendioxidemissionen. Ziel ist es, ein intelligentes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement für die Innenstadt zu entwickeln und für die Stadtteile sowie Quartiere umweltfreundliche, für alle Nutzer*innen attraktive und sichere Mobilitätsangebote zu schaffen.

Herausforderungen in Wirtschaft und Bildung

Die LHH ist weiterhin ein starker, gut angebundener Industrie-, Logistik-, Wissenschafts-, Dienstleistungs-, Tourismus- und Kongressstandort. Hannover erfüllt zentrale Aufgaben als Landeshauptstadt, Arbeitsmarktzentrum und Einkaufsmetropole. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und des weiter steigenden Online-Handels ist die Innenstadt allerdings von einem weiter fortschreitenden Wandel betroffen. Deshalb wird ein öffentlicher Diskurs zur Entwicklung einer zukunftsfähigen, resilienten Innenstadt geführt.

In der Corona-Pandemie ist auch deutlich geworden, dass die individuelle Bildungsbiografie unabhängig von der Herkunft und den unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen weiter in den Mittelpunkt gerückt werden muss. Eine integrierte, inklusive sowie nachfragegerechte Bildungsinfrastruktur ist dabei ein wesentliches Kriterium. Hannover möchte Familien mit ihren Kindern und Jugendlichen in allen Familienphasen ein attraktives Umfeld zum Leben, Lernen, Wohnen und Arbeiten bieten, in dem sie ökonomisch gesichert und gesund leben können und somit gleichberechtigte Teilhabechancennutzen können. Allen Menschen soll bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes und aktives Leben in Gemeinschaft in lebendigen Quartieren ermöglicht werden

Migration ein Gewinn für die Stadtentwicklung

Ziel der Migrations- und Teilhabepolitik der LHH ist es, den sozialen Zusammenhalt und die Verwirklichung gleichberechtigter Teilhabe aller Hannoveraner*innen unabhängig von ihrer Herkunft zu fördern. Aktuell entwickeln die Expert*innen aus Verwaltung und Stadtgesellschaft im Rahmen des Integrationsplans 2.0 konkrete Maßnahmen, um die Migrations- und Teilhabepolitik in der Stadt zu stärken.

Für die nachhaltige Entwicklung Hannovers sind Eingewanderte ein Gewinn. Sie tragen mit ihren Perspektiven zum großstädtischen Mosaik der Lebensstile, Kulturen, Sprachen und Religionen bei. Kultur leistet dabei einen wesentlichen Beitrag, ist ein wichtiger Spiegel der Gesellschaft, ein Seismograph gesellschaftlicher Veränderung und kann das demokratische Grundverständnis stärken.

Auch eine gute Finanzpolitik ist für eine hochwertige, verlässliche, nachhaltige und widerstandsfähige Infrastruktur und eine am Gemeinwohl orientierte Stadtentwicklung unerlässlich. Das Ziel nachhaltiger Finanzpolitik ist es, weder auf Kosten zukünftiger Generationen noch von der aufgebauten Substanz vergangener Generationen zu leben.

Für den weiteren Prozess soll der Bericht eine verlässliche Grundlage zur Information, für Diskussion und Dialog, aber auch für strategische Entscheidungen der Politik und Evaluierungen innerhalb der Verwaltung bilden.

Der Nachhaltigkeitsbericht wird der Ratspolitik als Informationsdrucksache 1111/2021 vorgelegt und ist in voller Länge abrufbar unter www.hannover.de/nachhaltigkeitsbericht-lhh.

 

Mein Quartier 2030 Herrenhausen-Stöcken: Einladung zur Online-Werkstatt

Die Landeshauptstadt Hannover hat das Büro plan zwei beauftragt, ein integriertes Entwicklungskonzept für den Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken zu erarbeiten. Dieses analysiert den Bezirk und zeigt Entwicklungsperspektiven bis 2030 auf. Hierbei werden auch die Bevölkerungsentwicklung, Veränderungen der Wirtschaft und Arbeitswelt sowie der Klimawandel betrachtet. Das Konzept „Mein Quartier 2030 Herrenhausen-Stöcken“ soll im Herbst 2021 fertiggestellt werden. Ein besonderes Anliegen ist es, auch die Einwohner*innen und Nutzer*innen des Stadtbezirks als Expert*innen für „ihren“ Stadtbezirk zu Wort kommen zu lassen. Deshalb sind alle Interessierten aufgerufen, sich am Abstimmungsprozess bis zur Fertigstellung des Konzepts zu beteiligen. Am 8. Juni lädt plan zwei zum Austausch in Form einer Online-Werkstatt ein.

Aufgrund der pandemischen Lage können aktuell keine Beteiligungsverfahren durchgeführt werden, die das Zusammentreffen mehrerer Menschen vorsehen. Auf der Webseite https://meinquartier2030-hs.de wird jedoch fortlaufend über den Stand der Planung informiert und es werden Angebote für kontaktlose Veranstaltungen und Beteiligungsaktionen angekündigt.

Digitaler Austausch in der Online-Werkstatt

Im Rahmen eines virtuellen Treffens am Dienstag, 8. Juni, um 18.30 Uhr stellen die Planer*innen allen Interessierten die bisherigen Untersuchungen vor und präsentieren die bis dato eingeholten Meinungen und Anregungen aus dem Bezirk. Die Teilnehmenden haben zudem während der Online-Werkstatt die Gelegenheit, einen ersten Entwurf der Entwicklungsstrategie und Ideen für den Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken gemeinsam zu diskutieren.

Bereits seit Anfang Mai kann der Stadtbezirk mithilfe der App „Actionbound“ entlang sieben Spazierrouten erkundet werden. Anhand von QR-Codes führt die App Bürger*innen bis zum 30. Mai durch den Bezirk. Außerdem gibt es die Möglichkeit, anonym Fragen zur Zukunft und zum aktuellen Zustand des Stadtteils allgemein oder zu bestimmten Orten und Situationen in der App zu beantworten und Kommentare zu hinterlassen. Alternativ kann ein digitaler Fragebogen zuhause am Rechner ausgefüllt werden.Die in diesem Prozess gesammelten Angaben der Spaziergänger*innen werden ebenfalls in der Online-Werkstatt von den Stadtplaner*innen vorgestellt.

Als Anwendung für die Veranstaltung wird die Kommunikationsplattform „Zoom“ verwendet. Interessierte können sich formlos per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden.Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der oben genannten Webseite.

 

Acker in der Leineaue wird zu Grünland

Eine rund 15 Hektar große ehemalige Ackerfläche in der Leineaue bei Marienwerder wird in extensiv bewirtschaftetes Grünland umgewandelt. Das Areal zwischen dem Klosterforst und dem Sommerdeich pachtet ein Biolandwirt aus der Region zur Beweidung mit einer Mutterkuhherde. Seit heute (28. Mai) wird ein Weidezaun um die Fläche gesetzt. Die gesamte Maßnahme ist Bestandteil des Projektes „Mehr Natur in der Stadt“ zur Förderung der biologischen Vielfalt und eine Maßnahme im „Agrikulturprogramm“ der Landeshauptstadt Hannover. Die Kosten für die Anlage des Grünlandes betragen rund 40.000 Euro, hinzu kommen etwa 60.000 Euro für die Pflanzung und die Anwuchspflege neu zu pflanzender Bäume. Das Vorhaben wird aus Finanzmitteln für Ersatzmaßnahmen zur Kompensation von Versiegelungen finanziert.

Bereits im April hat der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover auf der Fläche eine Saatgutmischung aus regionalen Gräsern und Kräutern angesät. Das aktuelle Errichten des Zauns dauert voraussichtlich nur wenige Tage. Die Umzäunung dient der späteren Weidetierhaltung und soll die Fläche vor unbefugtem Betreten schützen, damit die neue Ansaat sich gut entwickeln kann. Im Herbst werden fünf schattenspendende Baumgruppen mit insgesamt 31 Bäumen (Eichen, Ulmen und Weiden) gepflanzt. Voraussichtlich ab dem Sommerhalbjahr 2022 kann die Fläche durch die Mutterkuhherde beweidet werden.

 

 

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