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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 29.Mai 2021

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Neue Freiheit für einen Baum: Dachöffnung am Seelhorster Friedhof erweitert © LHH Neue Freiheit für einen Baum: Dachöffnung am Seelhorster Friedhof erweitert © LHH

HANNOVER. 

Neue Freiheit für einen Baum: Dachöffnung am Seelhorster Friedhof erweitert

Neue Freiheit für einen Baum: Dachöffnung am Seelhorster Friedhof erweitert © Ostländer

 

Die Lücke eines Eingangsdaches am Stadtfriedhof Seelhorst wurde in dieser Woche vergrößert. Der Grund: Eine seit Jahrzehnten durch die Öffnung wachsende Platane hatte nicht mehr genügend Platz. Mit Maschinen waren Fachleute zwei Tage lang beschäftigt, um das Betondach zu bearbeiten und dem etwa 120 bis 150 Jahre alten Baum für etwa die kommenden zwei Jahrzehnte mehr Platz zum Wachsen zu geben.

Zum zweiten Mal wurde die Öffnung für den trotz seines Alters noch sehr vitalen Baum zu eng und musste vergrößert werden. Baumspezialisten, Friedhofsgärtner, Bauunterhalter des Gebäudemanagements und eine beauftragte Firma leisteten gemeinsam ganze Arbeit, um dem Baum wieder mehr Luft am Stamm zu verschaffen. Weil Presslufthammer, Kernbohrer und Beton der Rinde des Baumes großen Schaden zuführen können, wurden der Stamm und die Starkäste mit Brettern und Folien verkleidet.

Neue Freiheit für einen Baum: Dachöffnung am Seelhorster Friedhof erweitert © LHH

Die Betonarbeiten erfolgten umsichtig. Zuerst wurden mit einem Kernbohrer von oben dicht aneinander 15 Zentimeter große Löcher an der neuen Öffnungsstelle gebohrt und die herabfallenden Betonteile mit einem Spezialkorb aufgefangen, um nicht den Baum zu beschädigen. Anschließend wurden die „Nasen“ an den Bohrlöchern mit einem Presslufthammer weggestemmt. Besonders heikle Stellen mussten anschließend über Kopf von unten entfernt werden. Zum Schluss wurden die Bohrstellen wieder weiß gestrichen.

Die ungefähre Geschichte der Platane und ihr „Leben im Dach“: Als der Stadtfriedhof Seelhorst 1920 eröffnet wurde, stand sie schon dort als junger Baum am damaligen Nebeneingang zur Ahornstraße oder wurde frisch dort gepflanzt. Ende der 1960er-Jahre wurde der Haupteingang des Friedhofs vom Eingang Hoher Weg zur Garkenburgstraße verlegt, weil dort eine Straßenbahnhaltestelle auf der Messelinie neu gebaut wurde. Die schnellwüchsige Platane stand bei den Planungen für den neuen Haupteingang im Weg. Doch statt sie zu fällen, wurde sie in das Bauwerk integriert. Ein damals noch kleineres Loch im Betondach ermöglichte dem Baum, unbeschadet weiterzuwachsen.

 

Dr. Jens Binner wird neuer Direktor des ZeitZentrum Zivilcourage

Dr. Jens Binner wird am 1. Juni die Stelle des Direktors des ZeitZentrum Zivilcourage antreten. Er übernimmt damit die Nachfolge des langjährigen Leiters der Städtischen Erinnerungskultur Dr. Karljosef Kreter, der Ende April aus dem städtischen Dienst altersbedingt ausgeschieden ist und die Städtische Erinnerungskultur durch sein Wirken maßgeblich geprägt hat.

„Dr. Binner bringt umfassende Erfahrungen im Handlungsfeld Erinnerungskultur mit und wird gemeinsam mit dem Team des ZeitZentrum Zivilcourage die erfolgreiche Arbeit fortsetzen und weiterentwickeln“, freut sich Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf auf ihren neuen Mitarbeiter. 

Hannover verfügt über eine langjährige, gleichermaßen kommunal-professionell und vielfältig-bürgerschaftlich geprägte, städtische Erinnerungskultur. Mit einem breiten politischen Konsens wurde die Weiterentwicklung der Erinnerungskultur beschlossen, hierunter auch die Errichtung einer neuen kulturellen Bildungseinrichtung, dem ZeitZentrum Zivilcourage: „das Z“.

Mit der bundesweit öffentlich ausgeschriebenen Leitungsposition und der Eröffnung des ZeitZentrum Zivilcourage hat die Landeshauptstadt Hannover auch ihre Erinnerungskultur neu aufgestellt. Die Aufgaben der Städtischen Erinnerungskultur gehen in die neue Einrichtung ZeitZentrum Zivilcourage über. Das ZeitZentrum Zivilcourage ist im Fachbereich Kultur als Sachgebiet im Bereich Zentrale Angelegenheiten verankert.

Zu Dr. Jens Binner:

Dr. Jens Binner, Geburtsjahrgang 1965, hat in Hannover Geschichte mit den Nebenfächern Politische Wissenschaft und Soziologie studiert und promoviert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftungen Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie Lager Sandbostel. Seit 2015 war er persönlicher Referent des Geschäftsführers der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Leiter der dortigen Abteilung für Kommunikation und Veranstaltungen.

 

Naturpfad und Kulturpfad - Studierende der Leibniz Universität erarbeiten Ausstellung in Hannovers großem Stadtwald

Neun große Tafeln informieren seit heute (28. Mai) über Natur und Kultur in der Eilenriede. Diese kleine Ausstellung im Wald ist das Ergebnis eines Projekts von neun Studierenden im Rahmen des Masterstudiums „Geschichte der Freiraumplanung“ sowie Teil der Aktivitäten anlässlich des Jubiläums „650 Jahre Eilenriede“: Im Jahr 1371 hatten die Bürger*innen der heutigen Landeshauptstadt die Nutzungsrechte für Hannovers bekannten Stadtwald erhalten. Dieses Jubiläum war der Ausgangspunkt für das Projekt der Leibniz Universität, Institut für Landschaftsarchitektur, in dem sich die Studierenden mit der kulturellen Entwicklung und der Natur in der Eilenriede intensiv beschäftigt haben. In Kooperation mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt sind neun großformatige Informationstafeln entstanden, die nun in der Vorderen Eilenriede zu sehen sind.

„Mit vielen Aktionen feiern wir das 650-jährige Jubiläum, denn die beliebte Eilenriede hat und hatte für die Stadt und ihre Einwohner*innen immer eine sehr große Bedeutung. Ich freue mich, dass sich die Studierenden der langen Geschichte des Waldes mit großem Engagement angenommen und ein hervorragendes Ergebnis erarbeitet haben. Dies ist auch ein weiteres Beispiel für die enge und für beide Seiten sehr produktive Zusammenarbeit zwischen Landeshauptstadt und Leibniz Universität“, unterstrich Oberbürgermeister Belit Onay bei der offiziellen Präsentation der Ausstellungstafeln.

Masterprojekt „650 Jahre Eilenriede – ein ganz besonderer Stadtwald“

Aufgabe und Ziel des Masterprojekts „650 Jahre Eilenriede – ein ganz besonderer Stadtwald“ bestanden darin, ein Informationskonzept zu entwickeln, um die Geschichte des hannoverschen Stadtwaldes im Rahmen des Jubiläumsjahres zielgruppenorientiert zu vermitteln und die Einzigartigkeit und Vielfalt des historischen Freiraumes in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken. Dieser Herausforderung stellten sich die Studierenden Ade Septiandi, Amelie Oltmanns, Carolin Schneider, Da Un Yun, Diana Braukmüller, Joana-Luisa Grau, Luise Rössig, Nathania Tulak und Paul Tontsch. Sie wurden in ihrem fünfmonatigen Masterprojekt von Prof. Dr. Joachim Wolschke-Bulmahn und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Juliane Roth betreut.

Ausstellung an neun Orten in der Vorderen Eilenriede

Im Rahmen der Untersuchungen wurde schnell deutlich, dass es zwar eine Vielzahl an Broschüren, Audiodateien und Web-Artikeln über die Eilenriede gibt, bis dahin aber noch kein Angebot im Stadtwald selbst existierte, das vor Ort plakativ über die Geschichte des Stadtwalds und die Entwicklung seiner Natur und Kultur informiert. Schließlich fiel in enger Absprache mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün die Entscheidung für eine Ausstellung zur Geschichte dieses Waldes sowie für ein begleitendes Informationsfaltblatt. Die Anforderungen und Inhalte wurden miteinander abgestimmt.

Entstanden sind insgesamt neun großformatige Informationstafeln zu unterschiedlichen Eilenriede-spezifischen Themen. Die Ausstellungstafeln gliedern sich in die Themenbereiche „Natur in der Eilenriede“ und „Kultur in der Eilenriede“. Der Bereich „Natur“ unterteilt sich in die Themen „Pflanzen“, „Tiere“, „Wasser“ und „Pflege“. Das Gebiet „Kultur“ widmet sich den Aspekten „Nutzungsgeschichte“, „Sport und Spielplätze“, „Gaststätten und Feste“, „Kunst/Malerei, Literatur und Musik“ sowie „Denkmäler“. Aufgabe des Masterprojekts waren dabei nicht nur die Recherche und die inhaltliche Bearbeitung der einzelnen Themen, darüber hinaus waren auch die Auswahl geeigneter Abbildungen und die Gestaltung eines einheitlichen Ausstellungslayouts unter dem Jubiläumsmotto „650 Jahre Eilenriede“ gefordert.

Natur- und Kulturpfad

Die vier Tafeln zu Naturthemen und die fünf Ausstellungstafeln zur Kultur wurden dann zu einem „Naturpfad“ und zu einem „Kulturpfad“ zusammengefasst und so in der Vorderen Eilenriede verortet, dass die jeweiligen Inhalte der Tafeln möglichst einen direkten Bezug zu den umgebenden Orten bilden. Auf dem rund 1,1 Kilometer langen „Naturpfad“ erfahren Besucher*innen unter anderem, welche Bedeutung das Element Wasser in der jahrhundertelangen Entwicklungs- und Nutzungsgeschichte des Stadtwaldes gespielt hat und warum das hoch anstehende Grundwasser für den Namen „Eilenriede” verantwortlich ist. Darüber hinaus lernen sie die wichtigsten vorkommenden Tier- und Pflanzenarten kennen und können das neu erworbene botanische und faunistische Wissen auf dem Weg zur nächsten Tafel in der Nähe der Bernadotteallee ausprobieren: Dort gibt es abschließende Informationen zu den Themen Waldpflege und Forstwirtschaft. Die Natur-Tafeln sind in Grün gestaltet.

Wer gerne mehr über die kulturhistorische Bedeutung der Eilenriede lernen möchte, dem bietet sich ein Spaziergang auf dem Kulturpfad an. Dort gibt es fünf Informationstafeln, die sich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Welche Rolle spielten und spielen Gaststätten und Feste in der Eilenriede? Wie entwickelte sich das breitgefächerte Spiel- und Sportangebot im Stadtwald? Und woher hat das Milchhäuschen eigentlich seinen Namen? Die Informationstafeln des Kulturpfades können an ihrer gelben Gestaltung erkannt werden. Auf einer Länge von rund drei Kilometern führt der Pfad unter anderem am Spielplatz „WAKITU”, am Fabeltier-Denkmal sowie am gemütlichen Waldcafé Milchhäuschen mitten im Herzen der Vorderen Eilenriede vorbei.

Beide Themenpfade lassen sich auch gut kombinieren und laden zu einem insgesamt rund zweistündigen Spaziergang im Wald ein. Alle neun Ausstellungstafeln aus PVC-freiem Material wurden „naturgerecht“ und ohne Eingriffe entlang der Wege in den Wald integriert und dazu zwischen den Bäumen „aufgespannt“.

Faltblatt und weitere Informationen

Neben den Ausstellungstafeln wurde auch ein Faltblatt erarbeitet, das die Beschreibung des Projektes sowie eine Karte mit den Standorten der Informationstafeln enthält. Damit können sich Interessierte des Stadtwalds ihre „Ausstellungsroute“ selbst zusammenstellen.

Die Ergebnisse des Projekts – Informationstafeln und Faltblatt – sind im Internet unter www.hannover.de/650-jahre-eilenriede zu finden.

Veranstaltungen zu „650 Jahren Eilenriede

Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover feiert das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen im Stadtwald. Unter anderem wurden der neue beschilderte Pfad „Zeitreise in der Eilenriede“ (nahe Petrikirche) im April vorgestellt und die ersten neuen Übersichtsschilder an den Waldeingängen installiert. Im Rahmen von rund 40 Führungen informieren Fachleute bis Oktober interessierte kleine und große Menschen über die Natur und Kultur im Wald.

 

 

Informationen am Mittwoch: Schlaganfall kann jede*n treffen

Wie können Senior*innen einem Schlaganfall vorbeugen? Welche neuen Erkenntnisse und Therapiemöglichkeiten gibt es? Diese und weitere Fragen werden in einer Veranstaltung der Reihe „Informationen am Mittwoch“ des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) beantwortet, die am 9. Juni um 15 Uhr digital übertragen wird.

Es gibt kaum eine Familie, in der alle Angehörigen von einem Schlaganfall verschont bleiben. Für ältere Menschen ist das Thema oft auch im Freundeskreis präsent. Es steht eine Vielzahl an Informationen zur Verfügung, die in ihrer Fülle allerdings auch verunsichern können. Daher klärt Prof. Dr. med. Andreas Schwartz, Chefarzt der Klinik für Neurologie im KRH Klinikum Nordstadt, im Rahmen eines Online-Vortrags über Möglichkeiten der Vorbeugung eines Schlaganfalls sowie aktuelle Erkenntnisse und Therapieansätze auf. Teilnehmende können zudem im Anschluss Fragen stellen.

Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt. Das Angebot endet gegen 17 Uhr und ist kostenfrei. Weitere Informationen zum Vortrag und der Onlineübertragung gibt es auf der Webseite www.seniorenberatung-hannover.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0511-168-45195.

 

 

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