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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 7.Juli 2022

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Radbordstein © Berding Beton Radbordstein © Berding Beton

HANNOVER.

Lagebericht zur Stadtentwicklung: Vergleich von Hannover und anderen Großstädten im Coronajahr 2020

Die Landeshauptstadt Hannover hat ihren Lagebericht 2021 zur Stadtentwicklung veröffentlicht. Dieser Großstädtevergleich untersucht regelmäßig die 15 größten Städte Deutschlands in verschiedenen stadtentwicklungsrelevanten Themenfeldern.

Die Daten des aktuellen Großstädtevergleichs beziehen sich vor allem auf das Jahr 2020. Dabei wird deutlich, dass die weitreichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie seit März 2020 Auswirkungen auf praktisch alle Themen hatten.

Die Bevölkerungszahlen stagnierten 2020, was insbesondere an weniger Wanderungen lag. Die Arbeitslosigkeit stieg, gleichzeitig nahm die Nutzung von Bildungs- und Kultureinrichtungen wie Volkshochschulen und Bibliotheken stark ab. Der ÖPNV wurde deutlich seltener genutzt als vor Corona, und auch Tourismus konnte 2020 nur sehr reduziert stattfinden. Soweit für den Städtevergleich Zahlen für 2021 verfügbar waren, zeichnet sich tendenziell aber eine Verbesserung gegenüber 2020 ab.

 

 

Verkehrsversuch am Schiffgraben – Stadt reicht Antrag für Verstetigung des zusätzlichen Radfahrstreifens ein

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) hat einen Antrag an den Rat der Stadt (Drucksache-Nr. 2038/2022) eingereicht der Überführung des als Verkehrsversuch mit Mitteln der Straßenverkehrsordnung (Markierung und Beschilderung) ausgeführten Radfahrstreifens am Schiffgraben in eine dauerhafte bauliche Ausführung im Rahmen der Gestaltungshoheit der Gemeinde zuzustimmen. Dies beinhaltet den Verzicht auf einen Fahrstreifen für den Kfz-Verkehr auf der Straße Schiffgraben unter der DB-Brücke (in Fahrtrichtung Berliner Allee). Die Gesamtkosten würden sich auf rund 35.000 Euro belaufen.

„Wir bedauern es, dass mit dem zuständigen Ministerium weiterhin keine Verständigung zur Verstetigung des Verkehrsversuchs am Schiffgraben getroffen werden konnte und wir an dieser Stelle keine Unterstützung auf dem Weg Hin zu einer Verkehrswende erhalten. Die weitere Verkehrszählung am Schiffgraben hat ergeben, dass sich die Zahl der Radfahrenden deutlich erhöht hat. Das Projekt ist ein riesiger Erfolg und zeigt, dass wir mit guten Angeboten die Menschen auf das Fahrrad bekommen! Die Umsetzung fördert den Radverkehr auf dieser wichtigen Verbindung und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer erhöhten Sicherheit der Radfahrenden – und jetzt bewegen wir uns komplett im Rahmen der Gestaltungshoheit der Kommune“, so Oberbürgermeister Belit Onay. 

Aktueller Sachstand

Die LHH hat im Juni 2022 eine erneute Verkehrserhebung durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass sich die getroffene Maßnahme deutlich positiv auswirkt. Die Erhebung bestätigt die Ergebnisse aus dem November 2021 nicht nur, sie bekräftigt, dass mit dem Radfahrstreifen ein (im Vergleich zum ursprünglichen Zustand) sehr gut angenommenes Angebot entstanden ist, ohne dass für den Kfz- Verkehr unverhältnismäßige Nachteile entstanden sind. Bei der jüngsten Erhebung wurden unter der Brücke im Querschnitt des Schiffgrabens 3.875 Radfahrende in 13 Stunden erfasst. Bei der ersten Zählung waren es 2.218 Radfahrende in 13 Stunden. Zur gleichen Zeit befuhren jetzt 13.737 Kfz den Schiffgraben, ca. 2.000 weniger als zuvor.

Bezogen auf die stadtauswärtige Spur befuhren bei der aktuellen Zählung im Erhebungszeitraum 1.745 Radfahrende den neu eingerichteten Radfahrstreifen. Im letzten Jahr waren es 1.040 Radfahrende. Gleichzeitig nutzten 494 Fußgänger*innen den stadtauswärtigen, bis zur Einrichtung des Radfahrstreifens gemeinsam mit den Radfahrenden zu nutzenden Gehweg. Bei der Vergleichszählung am 2.12.2021 waren es 428 Fußgänger*innen. Die Rückstaulängen für den Kfz-Verkehr vor dem Knotenpunkt Lavesstraße aus Richtung Aegi sind tendenziell eher geringer geworden und stellen aus Sicht der Verwaltung kein Leistungsfähigkeitsproblem dar.

Bis zuletzt konnte keine Einigung über die von der Stadt vorgeschlagenen Lösungen mit dem MW herbeigeführt und der Dissens hinsichtlich der Notwendigkeit der Zwei-Spurigkeit ausgeräumt werden. Deshalb schlägt die Stadt vor, ungeachtet der Weisung und Rechtsauffassung des MW, den beabsichtigten Weg einer baulichen Abtrennung des Radverkehrsstreifens von dem mit Kfz befahrenen Teil der Fahrbahn umzusetzen. Die bauliche Abtrennung zur Fahrbahn geschieht in der Gestaltungshoheit der Stadt und soll mit in die Fahrbahn eingelassenen Spezialborden hergestellt und durch verkehrsbehördliche Maßnahmen begleitet werden, um den vom MW geforderten Punkten „Konfliktsituationen beim Einfädeln für Geradausfahrende“ und „sicherer und leichter Verkehrsablauf“ in nördlicher Richtung gerecht zu werden.

Zur Verbesserung des Kfz-Verkehrsflusses in nördliche Richtung soll zudem die Einfahrt in die Hinüberstraße als Linksabbieger, die bislang mitunter zu Störungen im Verkehrsablauf führt, unterbunden werden und die Einbahnrichtung der Hinüberstraße umgekehrt werden. Dies hatte sich bereits bei der Erneuerung der DB-Brücke über die Königstraße über einen längeren Zeitraum (ca. zwei Jahre) als unproblematisch erwiesen.

Um zu prüfen, ob die im Rahmen der Verkehrserhebung im November 2021 konfliktträchtig angesehenen Spurwechselvorgänge kurz vor dem Knotenpunkt Schiffgraben/Lavesstraße immer noch in nennenswerten Umfang vorhanden sind, sollen weitere Verkehrsbeobachtungen durchgeführt werden. Sollten sich dies bestätigen, soll diesen durch eine geeignete bauliche Trennung zwischen der Rechtsabbieger- und Geradeausspur in den letzten 50 bis 100 Metern vor der Kreuzung begegnet werden.

Die bauliche Umsetzung der dauerhaften baulichen Lösung soll unmittelbar nach der politischen Beschlussfassung der Drucksache-Nr. 2038/2022 erfolgen, um hier möglichst kurzfristig zu einer verkehrssicheren und gleichzeitig auch rechtssicheren Lösung zu kommen.

Um die Situation am Schiffgraben insgesamt zu verbessern, wird die Stadt zudem grundsätzliche Überlegungen anstellen, wie die Verkehrsräume neu sortiert und zeitgemäß überarbeitet werden können.

 

Im vergangenen Sommer hatte die Stadtverwaltung auf politischen Antrag hin auf der östlichen Fahrbahnseite des Schiffgrabens in Richtung stadtauswärts eine der beiden vorhandenen Kfz-Fahrspuren mit einer provisorischen Markierung als Radfahrstreifen exklusiv für den Radverkehr zur Verfügung gestellt. Die Maßnahme erstreckt sich von der Einmündung der Lavesstraße, unter der Brücke der Deutschen Bahn bis zur Einmündung Hinüberstraße. Zuvor mussten sich Radfahrende und Fußgänger*innen auf diesem Abschnitt eine sehr schmale Verkehrsfläche teilen. Die provisorische Lösung wird sehr gut angenommen. Auch die Polizeidirektion Mitte bestätigte in einer Stellungnahme die Vorteile dieser Lösung für den Radverkehr bei gleichzeitig sehr vertretbaren Einschränkungen für den Kfz-Verkehr.

Das MW intervenierte im vergangenen Herbst mit dem Hinweis, dass ein „zwingendes Erfordernis“ dieser Maßnahme nicht ausreichend begründet sei. Zwischen dem Wirtschaftsministerium und der LHH wurde daraufhin vereinbart, die etwaige langfristige Umsetzung eines festen Radwegs auf Basis einer begleitenden verkehrlichen Evaluation des Verkehrsversuchs zu untersuchen. Die Stadtverwaltung hatte einen entsprechenden Vorschlag für eine dauerhafte Lösung erarbeitet und dem Ministerium zusammen mit den Evaluationsergebnissen übermittelt.

 

Am 16. Juli findet wieder der Internationale Hannover Cup statt 

 

Am Sonnabend, den 16. Juli findet im Erika-Fisch-Stadion (Ferdinand-Wilhelm-Fricke Weg) zum neunten Mal der Internationale Hannover Cup statt.

Der Hannover Cup ist eine Sportveranstaltung, an der hannoversche Fußballteams aus zwölf unterschiedlichen Nationen teilnehmen. Unter dem Motto „Jeder Mensch hat seine eigene Identität und Herkunft, aber wir alle sind in Hannover zu Hause und Hannoveraner" sollen das Miteinander und der Dialog gestärkt werden. Ein weiteres Anliegen ist die Steigerung des sportlichen Engagements und die Vermittlung in den organisierten Sport. Veranstalter ist der städtische Fachbereich Sport, Bäder und Eventmanagement. Für die fairste Mannschaft des Turniers wird ein gesonderter Preis verliehen.

Teilnehmende Teams 2022

Türkei, Albanien, Polen, Brasilien, Bosnien & Herzegowina, Deutschland, Italien, Kamerun, Mesopotamien, Ruanda, Ghana und Eritrea.

Turnierrahmen

Es wird auf Fußballkleinfeldern gespielt. Die Anzahl der einzusetzenden Spieler ist auf maximal zwölf begrenzt. Gespielt wird in Siebener-Mannschaften mit einem festen Torhüter.

Wer kann teilnehmen? 

Es dürfen nur Spieler aus der Region Hannover teilnehmen, die über ein Nationalteam angemeldet werden. Das bedeutet, die Teams bestehen aus Spielern, die aus der persönlichen Biografie heraus und/oder mit ihren familiären Wurzeln einen nationalen Bezug zum angemeldeten Team haben. Ausnahmen werden bei den Teams gemacht, die aufgrund der Einwohnerzahlen in der Region Hannover oder aus nachvollziehbaren Gründen kein Nationalteam zusammenstellen können. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre.

Das erwartet Besucher*innen beim Internationalen Hannover Cup 2022

Die Teams können bei der Vorbereitung mitwirken und mitgestalten. Alle Teams werden einmalig mit einem kompletten Trikotsatz für ihr Nationalteam ausgestattet. Es wird ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein geben.

Geplanter Ablauf:

10.00 Uhr – Gemeinsames Einlaufen der Teams

10.15 Uhr – Eröffnung

10.30 Uhr – Gruppenfoto

11.00 Uhr – Anstoß der ersten Begegnungen

 

Der Internationale Hannover Cup wird durch die Lotto-Sport-Stiftung finanziell gefördert.

 

Eine Brücke in die Zukunft: Innenstadtkonzept liegt vor und wird nun in den Rat eingebracht

Die Ergebnisse des Innenstadtdialogs liegen vor. Die Stadtverwaltung legt den Ratsgremien ein Gesamtkonzept zur Entwicklung einer klimaneutralen resilienten Innenstadt vor – dort wird es in den kommenden Monaten beraten. Ziel ist, die inhaltlichen Leitplanken für die Innenstadtentwicklung im Herbst zu beschließen.

Das Konzept fasst die zentralen Erkenntnisse aus dem Innenstadtdialog und den zusätzlichen fachlichen Einschätzungen zusammen, bündelt sie in abgewogene und zueinander in Bezug stehende Ziele und formuliert klare Maßnahmen. Getragen ist es von der Idee, dass die Innenstadt ein lebenswerter, kulturell und städtebaulich bunter Ort ist. Die City soll zu einem bewegenden Ort werden, der den Menschen einen guten Aufenthalt ermöglicht, in dem sie sich problemlos bewegen können und auch die An- und Abreise angenehm ist. Hier sollen sich die verschiedenen Interessen und Bedarfe verschiedener Nutzer*innengruppen stetig ausbalancieren. Ausgehend von der Annahme, dass die Innenstadtentwicklung niemals abgeschlossen sein wird, setzt die Stadt langfristig auf Kooperation und Austausch, in dem die verschiedenen Interessen und ihre Vertreter*innen fortlaufend Gehör finden.

Oberbürgermeister Belit Onay sieht die Stadt auf einem guten Weg: „Hannover ist auf dem Weg zur autofreien Innenstadt. Gemeinsam schaffen wir die Grundlagen für eine City zum Leben und Genießen, zum Shoppen und Verweilen. Wir haben ein Konzept, wir haben Mittel eingeworben, wir haben die ersten Projekte bereits konkretisiert – nun brauchen wir noch den politischen Beschluss.“

Stadtbaurat Thomas Vielhaber sagt zum Konzept: „Das vorliegende integrierte Innenstadtkonzept definiert den Rahmen der Innenstadtentwicklung Hannovers bis 2035. Es zeigt Ziele und Strategien auf und ist richtungsweisend, bleibt dabei offen gegenüber künftigen Einflüssen und ist Einladung an die Akteur*innen der Stadtgesellschaft. Institutionen der Wissenschaft, der Kultur und kreativer Bereiche, des Gesundheitswesens oder der Baukultur finden Möglichkeiten, sich in der Innenstadt zu präsentieren, hier zu arbeiten, zu diskutieren und mit anderen ins Gespräch zu kommen.“

Das Konzept folgt einem integrierten Ansatz, in dem städtebauliche, verkehrliche, kulturelle, ökologische und soziale wie wirtschaftliche Aspekte miteinander verwoben werden. Es bietet die Grundlage für langfristige Ziele: So soll die Hannover bis 2035 klimaneutral sein und die Innenstadt selbst krisenresistenter und widerstandfähiger werden.

Neben den strategischen Leitlinien beinhaltet das Konzept eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen, die in der Innenstadt umgesetzt werden sollen. Dies sind sowohl Vorhaben der Stadtverwaltung und anderer öffentlicher Träger als auch solche, die auf privaten Initiativen beruhen. Onay hierzu: „Schon heute werden zahlreiche Projekte in der Innenstadt vorangetrieben, durch private oder auch städtische Initiativen. Ich denke an die Roof-Walks oder die Leinewelle. Auch der Umbau der Schmiedestraße ist planerisch auf der Zielgerade, genauso wie die Konzeption für den Steintorplatz.“

Die Vorhaben der Stadt sind in kurz-, mittel und langfristige Maßnahmen strukturiert und sollen bis 2035 abgeschlossen sein. Baudezernent Vielhaber verweist darauf, dass die Innenstadt im stetigen Wandel sein wird und sich stets an aktuelle Herausforderungen anpassen müsse. „Die Europäische Stadt mit ihren vielfältigen Angeboten und kurzen Wegen hat sich über Jahrhunderte immer wieder an die jeweils aktuellen Lebensverhältnisse angepasst. Heute ist das nicht anders. Nur dass mit den Anpassungen an die Folgen des Klimawandels besonders grundsätzliche Veränderungen bevorstehen.“

Onay verweist darauf, dass in den letzten beiden Jahren neben der konzeptionellen Vorbereitung der Innenstadtentwicklung bereits viele Fördermittel gewonnen wurden, um die City voranzubringen, insgesamt rund 20 Millionen Euro. Die Mittel würden nun in die ausgearbeiteten Projekte einfließen. Er verweist darauf, dass auch vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation und der zahlreichen Krisen die Neuaufstellung der Innenstadt nicht verzögert werden dürfe: „Wir dürfen unserer Stadt nicht die Chance auf Zukunft nehmen und müssen deshalb die Entwicklung mit Entschlossenheit vorantreiben. Jetzt zu zögern, würde bedeuten, morgen im Hintertreffen zu sein.“

Das Gesamtkonzept zur Innenstadtentwicklung sowie veranschaulichende Visualisierungen sind auf www.innenstadtdialog-hannover.de zu finden.

 

Der Innenstadtdialog läuft seit gut einem Jahr. Im Rahmen von Experimentierräumen im Sommer 2021 hatten die Hannoveraner*innen die Möglichkeit, die alternative Nutzung öffentlicher Räume zu erleben und zu erproben. Im Rahmen von repräsentativen Umfragen wurden zentrale Bedürfnisse ermittelt - insbesondere mehr Grün, weniger Autos und mehr Aufenthaltsqualität wünschen sich die Hannoveraner*innen. Im Laufe des Winters gab es sogenannte Quartierswerkstätten: Anlieger*innen und Stakeholder aus verschiedenen Bereichen der Innenstadt diskutierten konkrete Maßnahmen. Ende Mai stellte die Stadtverwaltung dann erste Ergebnisse im Rahmen von Visualisierungen neu zu gestaltender Orte vor. Alle Erkenntnisse und Vorhaben sind nun im Gesamtkonzept gebündelt.

 

 

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