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Diese Fehler sollte man bei der Nutzung von Solarstrom vermeiden

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Photovoltaik-Anlage -Luftbild © Ulrich Stamm Photovoltaik-Anlage -Luftbild © Ulrich Stamm

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HANNOVER. 

Der selbst erzeugte Solarstrom liegt derzeit im Trend, weil sich damit hohe Energiekosten sparen lassen. Dabei geht es nicht nur um die großen Solaranlagen auf dem Dach. In vielen Fällen ist bereits eine tragbare Powerstation, z. B. von de.ecoflow.com, vorteilhaft. Damit lassen sich unterwegs Handys oder Akkus von E-Bikes nachladen. Deshalb kann mit einer mobilen Solaranlage kaum etwas falsch gemacht werden. 

Bei den stationären Photovoltaikanlagen auf dem Dach sieht es jedoch anders aus. In dem Bereich gibt es mehrere Fehlerquellen, die sehr oft auftreten. Schon kleinste Fehler kosten dem Betreiber zumeist sehr viel Geld.

 

Solarstrom lohnt sich immer

Einige Menschen denken, dass ihre Dachfläche viel zu klein ist und sich deshalb keine Montage von Solarzellen lohnt. Doch das stimmt so nicht. Um eine Leistung von 1.000 Watt zu erzielen, sind je nach Region etwa sechs bis acht Quadratmeter Dachfläche erforderlich. Wer seinen kompletten Strombedarf von etwa 3.000 kW/h im Jahr mit Solarenergie decken möchte, braucht ungefähr 30 bis 40 Quadratmeter Dachfläche. 

Eine solch große Dachfläche muss auch nicht wie immer wieder zu hören in südlicher Richtung vorhanden sein. Befindet sich die Giebelseite in südlicher Richtung, dann können sowohl auf der Ost- als auch auf der Westseite Solarkollektoren angebracht werden. Dadurch lässt sich die Sonne vom Aufgang bis zum Untergang ausnutzen.

 

Ist die Dachfläche nicht groß genug, dann können mitunter auch das Garagendach oder das Dach vom Geräteschuppen genutzt werden. Das gelingt jedoch nur, wenn die Bauweise stabil genug ist. Auch auf einem Flachdach kann mittels Aufständerung eine Photovoltaikanlage installiert werden. 

In der heutigen Zeit gibt es kaum noch Einschränkungen. Deshalb sollte auf jeden Fall ein Fachmann mit der Planung und der Montage beauftragt werden.

 

Bei der Bauplanung an eine Solaranlage denken

Wird ein neues Gebäude geplant, denkt nicht jeder sofort daran, dass es sich auch für die Nutzung einer Solaranlage eignen sollte. Deshalb ist es empfehlenswert, schon von Anfang an auf die perfekte Ausrichtung des Gebäudes zu achten. 

Dadurch können die Dachflächen so geplant werden, dass die Sonnenstrahlung perfekt ausgenutzt werden kann. Doch nicht nur die Ausrichtung des Gebäudes ist von Bedeutung. Genauso wichtig ist die Konstruktion des Daches. Diese sollte eine ausreichend hohe Tragfähigkeit aufweisen.

 

Nicht einfach eine nachträgliche Montage durchführen

Bei Bestandsgebäuden entscheiden sich die Eigentümer mitunter ganz spontan, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren. Mitunter werden sogar Bausätze zur Selbstmontage angeboten. Diese sind verlockend, weil dadurch geringere Kosten anfallen als bei der Installation durch einen Fachbetrieb. 

Der eigentliche Gedanke dahinter ist, dass geringere Investitionskosten automatisch zu einer höheren Rendite führen müssen. Doch ganz so einfach ist es nicht. 

Die Installation einer solchen Anlage ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Dazu sind zahlreiche Berechnungen und Fachkenntnisse erforderlich. Schon kleinere Fehler können zu einer geringeren Leistungsfähigkeit und damit auch zu Einbußen führen. Im schlimmsten Fall geht von einer unsachgemäß geplanten und installierten Photovoltaikanlage eine Gefahr aus.

 

Eine Überdimensionierung vermeiden

Sofern eine große Dachfläche zur Verfügung steht, ist es verlockend, diese komplett mit Solarpanels auszustatten. Solarstrom, der nicht selbst verbraucht wird, kann in das öffentliche Netz eingespeist werden. Dafür erhalten die Eigentümer eine geringe Vergütung. Allerdings verringert sich diese Vergütung im Laufe der Jahre. Dadurch sinkt die Rendite. 

Zudem haben die Netzbetreiber die Möglichkeit, nur 70 oder 50 Prozent der überschüssigen Energie abzunehmen. Das wird gemacht, um starke Schwankungen zu vermeiden. Bei einem aktuell hohen Strombedarf wird der komplette überschüssige Strom abgenommen. Bei einem geringen Verbrauch kann es auch nur die Hälfte sein. Ausgenommen von dieser Regelung sind kleinere Anlagen. 

Wer eine Solaranlage plant, sollte sich deshalb vor der Montage darüber bei seinem Netzbetreiber informieren. Es wäre sehr unwirtschaftlich, eine große Solaranlage zu betreiben, die dann nur zum Teil genutzt werden kann.

Deshalb sollte die Photovoltaikanlage auf den eigenen Stromverbrauch ausgerichtet werden. Anstatt sie zu groß zu planen und auf eine hohe Rendite aus der Einspeisevergütung zu hoffen, sollten lieber Stromspeicher installiert werden. Bei einer hohen Sonnenstrahlung werden die Stromspeicher gefüllt. Am Abend nach dem Sonnenuntergang steht dann immer noch eine Menge Solarstrom zur Nutzung zur Verfügung. Eventuell können während der Spitzenzeiten auch Brauchwasser erhitzt oder Wärmepumpen mit Energie versorgt werden.

 

Keine Kompromisse bei der Qualität

Die Preisspanne bei den PV-Anlagen ist sehr groß. Da eine solche Anlage jedoch mindestens 20 Jahre lang halten sollte, ist es empfehlenswert, auf eine hohe Qualität zu achten. Die Anlage auf dem Dach ist folgenden Belastungen ausgesetzt:

  • Sturm
  • Regen
  • Hagel
  • Gewitter
  • Hitze
  • Kälte

Diese Phänomene setzen jedem Material stark zu. Werden jedoch qualitativ hochwertige Komponenten auf dem Dach installiert, gibt es keine Probleme aufgrund von witterungsbedingtem Verschleiß. Bei Teilen aus minderwertigen Materialien können diese jedoch auftreten. Dadurch wird nicht nur die Leistungsfähigkeit reduziert, sondern auch die Haltbarkeit deutlich verringert. 

Grundsätzlich gilt jedoch bei jeder Solaranlage Folgendes: Je länger sie in Betrieb ist, desto wirtschaftlicher erweist sie sich.

 

Installation einem Fachbetrieb überlassen

Für Solaranlagen gibt es sehr strenge Anforderungen. Ähnlich wie es für Fahrzeuge aller Art den TÜV gibt, stehen auch gesetzliche Anforderungen für Photovoltaikanlagen, die mitunter auch PV-Anlagen bezeichnet werden, fest. Diese beziehen sich auf folgende Dinge:

  • Material
  • Installation
  • Funktionstüchtigkeit
  • Sicherheit

Aufgrund von fehlerhaften Verbindungen können Kurzschlüsse auftreten und Brände auslösen. Bevor die Feuerversicherung für den entstandenen Schaden aufkommt, wird zunächst von einem Sachverständigen überprüft, ob die Anschlüsse korrekt waren oder ob es sonstige Probleme im Bereich der Installation oder der Materialbeschaffenheit gab. Dann kann es schon vorkommen, dass der Schaden nicht übernommen wird. Das ist auf jeden Fall ein großer finanzieller Verlust. Noch dramatischer ist es, wenn durch eine unfachmännische Installation Schäden auftreten, bei denen Personen zu Schaden kommen.

Deshalb ist es dringend zu empfehlen, sowohl die Planung als auch die Installation einer PV-Anlage von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen. Dieser sollte selbstverständlich für solche Arbeiten autorisiert sein und auch schon einige Erfahrungen in diesem Bereich aufweisen.

 

Eine zusätzliche Versicherung nicht vergessen

Die meisten Versicherungsunternehmen bieten spezielle Versicherungen für Photovoltaikanlagen an. Diese Anlagen sind zumeist nicht automatisch mit in der Gebäudeversicherung enthalten. Aus Sicht der Versicherungen bieten sie eine zusätzliche Gefahr, die gesondert abgesichert werden muss. Zudem erhöht sich der Wert der Immobilie durch eine Solaranlage auf dem Dach. Auch dieser Aspekt muss mit in die Gebäudeversicherung aufgenommen werden. In einem Schadensfall würde sonst die Gefahr bestehen, dass das Gebäude als unterversichert angesehen wird. Das kann zu erheblichen Leistungseinbußen führen. 

Deshalb sollte auf keinen Fall vergessen werden, nach der Montage einer Photovoltaikanlage mit der Gebäudeversicherung Kontakt aufzunehmen.

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