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Polizei Nachrichten aus Hannover vom 28.Juni 2020

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Täglich aktuelle Polizei Nachrichten aus Hannover (C) Ulrich Stamm Täglich aktuelle Polizei Nachrichten aus Hannover (C) Ulrich Stamm

HANNOVER.

Vinnhorst: Gruppe Maskierter greift feiernde Jugendliche an

In den frühen Morgenstunden am Sonntag, 28.06.2020, haben etwa zehn bis 15 dunkel gekleidete und maskierte Personen eine private Geburtstagsparty jäh beendet. Die feiernden Jugendlichen sind teilweise mit Schlagring, Schlagstock und Messer angegriffen und ausgeraubt worden. Nach derzeitigem Erkenntnisstand des Polizeikommissariats Nordstadt feierten einige Jugendliche an einer Sitzbank nördlich des Mittellandkanals in Höhe der Sporthalle des Turn- und Sportvereins (TuS) Vinnhorst von 1956 e.V. an der Straße Grashöfe.

Gegen 05:20 Uhr griffen die mutmaßlichen Täter die alkoholisierten Jugendlichen unmittelbar an und raubten ein Handy. Durch die Tat erlitten ein 16-Jähriger aus Hannover und ein 15-Jähriger aus Laatzen leichte Verletzungen. Der alarmierte Rettungsdienst leistete erste Hilfe und verbachte einen Jugendlichen in ein Krankenhaus. Die Eltern der verletzten Jugendlichen wurden benachrichtigt.

Am Tatort befand sich bei Eintreffen der Polizei kurz nach dem Notruf nur noch der Verletzte 16-Jährige. Die anderen Jugendlichen liefen offenbar davon, wobei der zweite Verletzte später angetroffen werden konnte. Unmittelbare Fahndungsmaßnahmen nach der flüchtigen Tätergruppierung sowie nach den angegriffenen Jugendlichen verliefen zunächst erfolglos. Durch Zeugenhinweise konnte jedoch bereits ein mutmaßlich Beschuldigter (15 Jahre) aus Hannover identifiziert werden. Dieser hat nach derzeitigem Kenntnisstand bereits zuvor eine Streitigkeit mit der feiernden Gruppe gehabt. Die weiteren Ermittlungen der Polizei wegen schweren Raubes sowie wegen Körperverletzung dauern an. Die sachbearbeitende Dienststelle ist die Polizeiinspektion Hannover-Ost, die für Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 0511 109-2717 zur Verfügung steht.

 

Südstadt: Frau mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen in Wohnung aufgefunden / Beschuldigter in Untersuchungshaft

In der Nacht von Freitag auf Samstag, 27.06.2020, ist eine Frau (57) in einem Mehrfamilienhaus an der Hoppenstedtstraße mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen aufgefunden worden (wir haben berichtet). Ein 64 Jahre alter Mann steht unter Tatverdacht. Er ist heute einem Haftrichter vorgeführt worden. Beamte hatten die Frau schwer verletzt in einer Wohnung vorgefunden. Sie wird noch immer in einer Klinik behandelt. Ihr Zustand ist weiter lebensbedrohlich. Ein 64 Jahre alter Mann steht unter Tatverdacht. Er war noch am Samstag von Polizeibeamten vorläufig festgenommen worden. Heute, Sonntag, 28.06.2020, wurde er einem Haftrichter vorgeführt. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover ordnete der Haftrichter Untersuchungshaft an. Hergang und Hintergründe der Tat sind noch immer Gegenstand von Ermittlungen.

 

Ricklingen: Mann filmt Personen am Badesee

Am Freitagabend (26.06.2020) ist es gegen 20:15 Uhr an den Ricklinger Kiesteichen zu tumultartigen Verfolgungsszenen gekommen. Ursprung der Auseinandersetzungen waren Filmaufnahmen von vielen anwesenden Personen durch einen 38-jährigen Mann. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei filmte der Mann eine Vielzahl der Personen, darunter auch Kinder, auf dem Gelände des Dreiecksteiches. Eine Gruppe Jugendlicher sprach ihn darauf an und forderte die sofortige Löschung der Aufnahmen.

Offenbar fühlte sich der Mann von den Jugendlichen bedroht und zog daher ein Taschenmesser und wedelte damit herum. Dabei erlitt ein 17-Jähriger eine Schnittwunde am Unterarm. Der Mann flüchtete und wurde durch mehrere Personen verfolgt, die versuchten ihn festzuhalten. Den hinzugerufenen Polizeibeamten stellte sich die Lage vor Ort anfangs als tumultartig dar. Aufgrund der Gefahrenlage weiterer Stichverletzungen wurden die Jugendlichen wiederholt dazu aufgefordert zurückzubleiben. Jedoch ignorierten sie die Handlungsanweisungen der Polizei und brachten sich damit nicht nur selbst in Gefahr, sondern behinderten auch die polizeilichen Maßnahmen. Der mutmaßliche Tatverdächtige wurde durch die Polizei kurz darauf festgenommen. Gegen den Handyfilmer wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Ein datenschutzrechtlicher Verstoß durch die Handyaufnahmen wird ebenfalls geprüft. Des Weiteren erstattete der Mann Strafanzeige gegen fünf Personen ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung.

Nach seiner Aussage haben sie ihn beworfen und ins Gesicht geschlagen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann entlassen.

 

Innenstadt: Das Einsatzkonzept der Polizei ist Samstag (27.06.2020) für die angezeigten sieben Versammlungen aufgegangen. Es ist zu keinen schwerwiegenden Verkehrsstörungen oder Zwischenfällen gekommen. Im Zusammenhang mit dem Aufzug "Unsere Antwort auf die Krise: Solidarität für alle!", der sich durch die hannoversche Innenstadt bewegte, kam es zu kurzzeitigen Straßensperrungen und damit auch zu Störungen des Individualverkehrs.

Zum Ende dieser sich fortbewegenden Versammlung schlossen sich die etwa 300 Teilnehmenden der ortsfesten Versammlung "Gerechtigkeit für George Floyd" (Black Lives Matter) auf dem Waterlooplatz an. An dieser haben in der Spitze bis zu 850 Menschen teilgenommen, sie demonstrierten friedlich und alle Versammlungsauflagen wurden eingehalten. Bei der parallel stattfindenden Versammlung am Georgsplatz zum Thema "Für eine friedliche und freie Zukunft" haben nach Zählung der Polizei circa 65 Personen teilgenommen.

Einige Versammlungsteilnehmende kamen der Auflage, einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen, nicht nach. Nach mehrfacher Aufforderung durch die Versammlungsleiterin und der Polizei haben einzelne Personen weiter keinen MNS aufgesetzt, es wurden jeweils Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die Niedersächsische Corona-Verordnung eingeleitet. Auch bei dem Aufzug "Für unsere Freiheit" mit etwa 95 Teilnehmenden im Bereich Küchengarten, Königsworther Platz bis zur Nienburger Straße musste die Polizei diverse Anzeigen wegen Verstöße gegen die Hygieneverordnung fertigen. Bei beiden Versammlungen sind Strafverfahren wegen mutmaßlich gefälschter Atteste eingeleitet worden. Diese wurden von Personen in den Versammlungen dazu genutzt, eine Befreiung vom Tragen eines MNS vorzutäuschen. Die weiteren Versammlungen in der Innenstadt verliefen ohne nennenswerte Störungen.

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