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Tanzelmusi zum Maifest

HANNOVER. Am 1. Mai gab es heute Livemusik im Döhrener Biergarten neben dem Freizeitheim. Der Vormittag startete mit Schlagersänger Dominik Glaser, anschließend spielte das Quartett „Batzlblech Musik“ auf. Die vier Musiker in Lederhosen mit ihrer „Tanzelmusi“ muteten zwar bayrisch an. Sie kamen aber aus Berlin nach Hannover.Schade nur, dass mit dem Ende der AGDV auch die Sitte des „Mai-Baum-Aufstellens“ untergegangen ist. Die Arbeitsgemeinschaft der Vereine gibt es zwar nicht mehr, die Döhrener Vereine selbst sind jedoch quicklebendig. Vielleicht könnte diese Tradition ja doch wieder neu belebt werden. Nicht auf dem Programm stand in diesem Jahr der Shanty-Chor. Nachdem im vergangenen Jahr Seemannslieder zum 1. Mai erklungen waren, hatten einige Gäste wieder damit gerechnet. Doch die Sänger in den Matrosenanzügen traten diesmal nebenan im Freizeitheim selbst auf, gaben ein Benefizkonzert zu Gunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger. 


Sänger Dominik Glaser am 1. Mai in Döhren

Das Kirschblütenfest wurde abgesagt

HANNOVER. So um halb drei Uhr heute Nachmittag (28, April) wurden die Bänke und Tische am Hiroshima-Hain auf der Bult wieder zusammengetragen. Das Kirschblütenfest war wegen vorrangegangen Regenschauern kurzfristig abgesagt worden. Dabei kam gearde in diesem Augenblick die Sonne wieder zum Vorschein und blauer Himmel machte sich breit. Rund um die leider schon verblühten Zierkirschen am Hiroshima-Hain fanden sich trotzdem vielen Menschen ein. Sie alle hatten sich auf das 19. japanische Fest auf der schönen Wiese gefreut und wurden von der Absage überrascht. Unter den Besuchern waren auch diesmal wieder eine ganze Reihe von Cosplayern. In ihrem Hobby schlüpfen Cosplayer (Kurzform von Costume Player - Kostümspieler) in Figuren aus der japanischen Manga- und Fantasywelt, die tollen Kostüme sind zumeist selbstgeschneidert.


Cosplayer auf der Alten Bult: Tom als japanischer Kämpfer mit zwei Schönheiten

Cosplayer auf der Alten Bult:Natascha und Paulie hatten sich auch auf das Fest gefreut

Kamen kostümiert: Natascha, Luise und Pauline

Toller Einsatz: Bezirksratsfrau Brigitta Miskovic und Frank Hartmann sorgen für Bewegung bei den Wülfeler Kids

HANNOVER. Gute Idee, glückliche Kinder:

Die Kleinen von der Kindertagesstätte  Ratz und Rübe in Wülfel haben nun jeden Donnerstag die Chance zum richtig Austoben und Herumtollen. Sie dürfen an diesem Tag kostenlos den rund 300 Meter vom Kindergarten entfernt liegenden Soccerpark nutzen. Bezirksratsfrau Brigitta Miskovic (SPD) knüpfte den Kontakt zu Geschäftsführer Frank Hartmann. Fussballfans könnte der Name bekannt vorkommen. Frank Hartmann gilt als hannoversche Stürmer-Legende.

 „Das Außengelände der Kita wird zur Zeit komplett überplant, deshalb sind Teile davon  zur Zeit für die Zwerge nicht zugänglich. Im Umkreis gibt es auch nichts, wo sich die Kinder austoben können. Im ganzen Stadtteil Wülfel gibt es ebenfalls kein Ballsport-, Turn- oder Lauffläche für Kinder“, begründet Miskovic ihr Engagement. Frank Hartmann habe sie vor Jahren bei einem gemeinsamen Projekt in der Südstadt kennengelernt. Brigitta Miskovic: „Er ist eine unglaublich tolle und engagierte Person.“

So kam die Sozialdemokratin Miskovic auf die Idee, wegen des Kindergartens einmal bei Frank Hartmann anzuklopfen. Mit durchschlagenden Erfolg. „Die Kita darf jeden Donnerstag ganzjährig den Indoor-  und Outdoorbereich nutzen. Die Kinder dürfen alles spielen,  was sie möchten. Es können Ballsportarten sein. Sie können aber auch nur Laufen oder Turnen. Dies ist ihnen freigestellt. Und das Ganze ist kostenlos“, freut sich die Bezirksratsfrau

  • Publiziert in Politik

Verfügung vom Bauamt: Café ja - Kultur nein

HANNOVER. Hannover will im Jahr 2025 die Kulturhauptstadt Europas werden. Doch in der Praxis werden Bürgern, die Kultur auch in die Stadtteile bringen wollen, bürokratische Hürden in den Weg gelegt. Jens Klinkert aus dem Stadtteil Döhren hat es nun am eigenen Leib erfahren.

Klinkert ist Betreiber des Cafés  Gingoo in der Landwehrstraße. Aus dem kleinen Lokal machte er ein Kulturcafé, bot Raum für örtliche Künstler, die ihre Werke hier ausstellen, lud zu Lesungen und Auftritte von Schauspielern ein und manchmal gab es Livemusik. Kultur vor Ort: eigentlich passend zum Thema „Nachbarschaft“, das die Stadt für ihre Bewerbung als Kulturhauptstadt auf die Fahnen geschrieben hat. Doch ein Bescheid der Bauaufsicht untersagt Klinkert jetzt alle weiteren kulturellen Angebote. Innerhalb einer Frist von nur drei Tagen musste er alle geplanten Veranstaltungen absagen. Damit auch wirklich ab sofort im Gingkoo nur Kaffee, Kuchen und andere Speisen ausgeschenkt werden, hängten die Beamten im Rathaus auch noch einen Sofortvollzug  an ihre Verfügung.

Der Grund: Genehmigt sei nur ein Café, Jens Klingert würde aber stattdessen ein Varieté betreiben. Und dafür habe er bislang keine Baugenehmigung. 2000 Euro Zwangsgeld wird ihm angedroht, falls er das Café weiter zu Veranstaltungszwecken nutze.

„Ich betreibe kein Varieté", wehrt sich Jens Klinkert, „es finden überwiegend Lesungen, Vernissagen und Reiseberichte in Wort und Bild statt.“  Klinkert weiter: „Wir bieten lediglich den regionalen Künstlern ein kleines Forum.“  Und das nicht jeden Tag, sondern nur ab und zu.

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“, reimte schon Wilhelm Busch. Könnten Beschwerden wegen Lärm der Auslöser für den Bauordnungsbescheid gewesen sein? In der Verfügung steht dazu nichts. Jens Klinkert weist solche Vorwürfe auch zurück. Ab 22 Uhr sei Schluss gewesen und gegen Lärmvorschriften habe er nicht verstoßen. Geplante Veranstaltungen hat er nun erst einmal auf Eis gelegt und gegen die Untersagungsverfügung Widerspruch eingelegt.

Kommentar:  Vorrangig geht es „nur“ um die Frage der formalen Baurechtswidrigkeit.  Für ein Varieté oder Veranstaltungszentrum gibt es tatsächlich keine Baugenehmigung,  für ein Café aber schon.  Für die Juristen dürfte letztendlich entscheidend sein, welches Angebot im Vordergrund steht: Eine Kleinkunstbühne, bei der dem Publikum auch – quasi als Nebengeschäft – mit Getränken und kleinen Speisen versorgt wird oder ein Gastronomiebetrieb, bei dem der Verkauf von Speisen und Getränken im Vordergrund steht und den Gästen nebenbei auch noch etwas Kultur geboten wird.

Sicherlich lässt sich diese Abgrenzung großzügiger oder kleingeistiger vornehmen. Für eine Stadt, die meint, das Format für eine Kulturhauptstadt zu haben,  wäre eine großzügigere Interpretation des Sachverhalts sicherlich angemessen. Kultur ist eben nicht nur das Angebot der Hochkultur im Opernhaus oder beim Staatsschauspiel. Eine demokratische Kulturszene wird vor allem durch die Bürger bei Aktionen vor ihrer Haustür gelebt. Klar, Lärmbelästigungen der Nachbarschaft sollten vermieden werden. Darum scheint es hier aber auch nicht zu gehen, zumal der Wirt ja bereit ist, sich nach Lärmschutzvorschriften zu richten. Vielmehr wird mit formalen Argumenten – und offenbar ohne dass ein Mitarbeiter vor Ort die Situation überprüft hat -  ein wohnungsnahes Kulturangebot kaputtgemacht.

 

SPD will ein "geordnetes Verfahren" für die Neuwahl des Oberbürgermeisters

HANNOVER. In der sogenannten hannoverschen Rathausaffäre um den Oberbürgermeister Stefan Schostok haben der SPD-Stadtverbandsvorstand Hannover, der geschäftsführende Vorstand des SPD-Unterbezirks Region Hannover und der Vorstand der SPD-Ratsfraktion Hannover  heute (26. April) zusammen getagt und eine gemeinsame Erklärung beschlossen. Der Text im Wortlaut:

"1. Wir haben die Erklärung von Oberbürgermeister Stefan Schostok in der gestrigen Ratssitzung (25. April 2019) zur Kenntnis genommen und begrüßen seine Bereitschaft, mit den Verantwortlichen der Ratsfraktionen eine einvernehmliche Lösung über die weitere Verfahrensweise herbeizuführen. 

2. Es gilt nun, mit den Fraktionen ein geordnetes Verfahren für die Neuwahl des Oberbürgermeisters in der Landeshauptstadt Hannover abzustimmen, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

3. Wir bedauern außerordentlich die Entwicklung. Weiterhin gilt für Stefan Schostok die Unschuldsvermutung. Es bestand Einigkeit, zunächst die juristische Bewertung der Staatsanwaltschaft im Rahmen des Ermittlungsverfahrens abzuwarten. Die Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft Hannover verlangt nunmehr klare Konsequenzen, um das Ansehen des Amtes des Oberbürgermeisters zu wahren."

Vor allem in Punkt 2 des beschlossenes Texte wird deutlich, dass die hannoverschen Sozialdemokraten ihrem Oberbürgermeister nicht mehr die Stange halten. Denn ein "geordnetes Verfahren für eine Neuwahl" macht nur dann Sinn, wenn des Amt des ersten Beamten der Stadt Hannover neu zu besetzen ist.

Entweder könnte der Rat der Stadt den Oberbürgermeister abwählen oder Stefan Schostok macht den Weg zu einer Neuwahl frei, indem er seinen Ruhestand beantragt. Als Ruhestandsbeamter wäre aber sowohl für ihn als auch für die Stadt die Affäre noch nicht abgeschlossen. Je nachdem, was aus der gegen Stefan Schostok erhobenen Anklage wird, müsste möglicherweise auch gegen ihn als Ruhestandsbeamten das Disziplinarverfahren fortgesetzt werden und Schostok müsste eventuell sogar um sein Ruhegehalt fürchten.

Dem (Noch-)Stadtoberhaupt wird Untreue zum Schaden der Stadt Hannover vorgeworfen. Er soll gesetzlich unzulässige Zahlungen an zwei Spitzenbeamte geduldet und nicht unterbunden haben.

 

 

  • Publiziert in Politik