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BERLIN (PM). Vier Tage nach der verheerenden Explosion in Beirut mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Samstag in Berlin 43 Tonnen Hilfsgüter mit einem Airbus A300F auf den Weg nach Beirut geschickt. „Wir sind froh, dass wir den Menschen in der libanesischen Hauptstadt mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes so schnell helfen können.

Die Lage vor Ort ist katastrophal. Bis zu 300.000 Menschen haben durch die Explosion ihre Wohnungen verloren. Deshalb wird dieser Hilfstransport sicherlich nicht der letzte sein“, sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter. Der Hilfsflug startete am Samstagnachmittag auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld und sollte in der Nacht in Beirut landen.

Insgesamt unterstützt das Auswärtige Amt das DRK mit mehr als 1,5 Millionen Euro. Die 43 Tonnen Hilfsgüter, die das DRK nach Beirut fliegt, entsprechen in etwa der Ladung von sechs großen LKWs mit Anhänger. Darunter befinden sich Erste-Hilfe-Sets, Verbandsmaterialien, Decken, Werkzeuge für den Aufbau von Notunterkünften, Küchenutensilien, Eimer, Hygienepakete sowie medizinische Hilfsgüter und Covid-19-Schutzausstattung wie Masken und Schutzanzüge. Darüber hinaus sollen die Freiwilligen des Libanesischen Roten Kreuzes unterstützt werden.

„Die Tragödie am vergangenen Dienstag verschärft die bereits zuvor äußerst schwierige Lage im Land weiter. Unsere Schwestergesellschaft, das Libanesische Rote Kreuz, mit der wir seit langem eng verbunden sind, leistet in dieser akuten Notlage Außergewöhnliches. Sowohl das ganze Ausmaß der Katastrophe als auch die mittel- und langfristigen Folgen sind noch nicht absehbar“, sagt Reuter. Das Deutsche Rote Kreuz rufe dringend zu Spenden auf. Der Bedarf an internationaler Unterstützung für die Menschen im Libanon bleibe auf Monate hinaus sehr groß.

GARBSEN / NEUSTADT (PM). Der WVGN ruft zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Aufgrund der letzten niederschlagsarmen Wochen läuft die Trinkwasserförderung auf Hochtouren. Wegen der anhaltenden Trockenheit wird bereits wieder viel kostbares Trinkwasser zur Gartenbewässerung benutzt. Nicht nur die Hitze führt zu höheren Wasserverbräuchen.

Es gibt auch hier einen „Corona Effekt“: Viele Kunden, die sonst in den Ferien verreist wären, sind zu Hause. Andere pendeln wegen Kurzarbeit oder Home-Office nicht zu ihren Arbeitsplätzen außerhalb des Versorgungsgebietes. Der tägliche Verbrauch hat die Wasserabgabe wieder an die Spitzenauslastung der Anlagen geführt. Der WVGN bittet alle Kunden um einen umsichtigen und wohldosierten Umgang mit Trinkwasser.

Selbstverständlich ergreift der Verband alle erforderlichen Maßnahmen zur Erhöhung der eigenen Gewinnungsmengen. Neue Brunnen wurden, wie der WVGN im März berichtete, im Wasserschutzgebiet Hagen und im Wasserschutzgebiet Forst Esloh in Betrieb genommen. Der Bau weiterer Brunnen ist geplant um ältere Brunnen mit abnehmender Ergiebigkeit zu ersetzen.

Auch in der Gemeinde Lauenau im Landkreis Schaumburg kommt es zu einem teilweisen Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung. Die Feuerwehr rief die Bewohner auf, sich mit Trinkwasser aus dem Supermarkt vorsichtshalber zu versorgen. Betroffen sind ca. 4.000 Einwohner. Die Freiwillige Feuerwehr will in den betroffenen Wohngebieten Brauchwasser ab heute zur Verfügung stellen, so das die Anwohner z.B. Toilettenspülungen aufzufüllen können. Die Verantwortlichen haben hierzu einen Krisenstab installiert. Die Deisterquelle für die Wasserversorgung dieser Gegend reicht wegen der Trockenheit zurzeit nicht mehr aus, um den angestiegenen Wasserbedarf zu decken. Normalerweise liefern drei Hochbehälter, die aus Wasser vom Deister gespeist werden, konstant rund um die Uhr Wasser.

Nach Rücksprache mit dem Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg, Georg Hudalla, haben sich die am Freitagnachmittag begonnenen Aufklärungsmaßnahmen der Bevölkerung durch die Feuerwehr und die Gemeinde schon positiv bemerkbar gemacht. So wurde der Wasserverbrauch um 2/3 gesenkt. Auch in Lauenau macht sich der Corona-Effekt bemerkbar. Viele Einwohner sind nicht in Urlaub gefahren und nutzen die freien Tage, um im Garten zu sein oder kleine aufblasbare Swimmingpools zur Abkühlung zu nutzen. Aber trotz der Reduzierung warten noch mindestens eine Woche Sommerhitze auf uns, so Hudalla.

HANNOVER. Durch die neuen Regelungen des Bundesgesundheitsministers, dass sich Reiserückkehrer seit letztem Samstag kostenlos testen lassen können, wird die Unterscheidung der unterschiedlichen Testbedingungen für viele Beteiligte nicht unbedingt einfacher. Einerseits gelten die Vorgaben des Robert Koch-Instituts bei Corona-Verdachtsfällen, anderseits gibt es nun freiwillige Möglichkeiten zur Durchführung eines Corona-Test für Reiserückkehrer. Hinzu kommt nun noch die seit heute (08.08.) geltende Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikoländern.

Damit kann eine erhebliche Belastung der Hausarztpraxen, der Gesundheitsämter und Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen ausgelöst werden. Dieses betrifft vor allem den nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand bei Weiterleitungen an die Testzentren. Inzwischen ist es auch schon zu den ersten Ablehnungen durch Hausärzte bei den Vermittlungen an die Testzentren bei Reiserückkehrern gekommen, obwohl der Anspruch laut Bundesgesundheitsministerium klar definiert wurde.

Für viele Betroffene wird es schwierig, die für sie geltenden Bestimmungen zu erkennen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gilt z.B. die generelle Pflicht, sich nach der Einreise sofort in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und sich umgehend beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Dort muss der genaue Aufenthaltsort der Quarantäne bekannt gegeben werden. Wer aus einer anderen Region (also keinem Risikogebiet) einreist, kann sich aber auch testen lassen. Innerhalb von 72 Stunden nach Einreise ist der Test für alle Rückreisende aus dem Ausland kostenlos. Hierbei sollen die Hausärzte den Test über eines der Corona-Testzentren veranlassen. Wer für die Rückreise nach Deutschland in seinem Urlaubsland einen Corona-Test hat machen lassen, muss sicherstellen, dass der Test nicht älter als 48 Stunden ist.

Inzwischen werden die Probleme in dem System sichtbar. So plant die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen laut ihrem Pressesprecher Dr. Uwe Köster ein Online-Selbstanmeldesystem für Corona-Tests bei Reiserückkehrern für ihr Zuständigkeitsgebiet. Man arbeite mit Hochdruck an einer praktikablen Lösung, welche die Hausarztpraxen entlasten würde. So würde man den Verwaltungsweg verschlanken. Laut Köster muss man auch an eine Ausweitung der Testzentren oder ihre Verfügbarkeitszeiten denken, wenn der Ansturm zu groß würde. Im Moment sind die Corona-Testzentren der KVN am Wochenende geschlossen, da ja auch keine Hausarztpraxen geöffnet haben. Nur am Flughafen wird das Testzentrum rund um die Uhr betrieben. Hier allerdings ausschließlich für ankommende Flugreisende. Reiserückkehrer per Auto oder anderer Verkehrsmittel müssen sich bis Montag gedulden, wenn die Hausärzte wieder öffnen.

Wie kompliziert die derzeitige Lage vor allem im Abrechnungsbereich geworden ist, zeigt die nachfolgende Presseerklärung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen von gestern:

Die kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) übt heftige Kritik an ihrer Auffassung nach wirklichkeitsfremden und abstrakten Abrechnungsbestimmungen bei der Durchführung von Corona‐Test. „Sie widersprechen der medizinischen Gesamtlage, aber auch dem natürlichen Gerechtigkeitsempfinden vieler Patienten und Ärzte“, so der stellv. KVNVorstandsvorsitzende Dr. Jörg Berling. „Corona‐Tests sollten generell kostenlos sein.“

Schon beim Thema Urlaub beginnen fragwürdige Unterscheidungen. Im In‐ und Ausland verlangen viele Hotels von anreisenden Gästen einen negativen Corona Test. Den müssen sie aus ihrer Reisekasse finanzieren. Kommen Sie aus dem Urlaub zurück, dürfen oder müssen Sie sich wieder testen lassen. Dann ist der Test kostenlos – aber nur für Auslandsrückkehrer. Wer im Inland blieb, hat keinen Anspruch darauf – auch wenn er sich vielleicht in der Nähe eines Corona‐Hotspots einquartiert hatte.

Auch widersinnig: Soll etwa ein Kind für eine Operation im Krankenhaus aufgenommen werden, muss das Krankenhaus den Corona Test durchführen. Er ist Teil der stationären Behandlung. Die erwachsene Begleitpersonen dagegen, die vielleicht im Krankenhaus übernachten möchte, muss den geforderten Test selbst bezahlen. Wird die Operation aber ambulant durchgeführt, ist der vorherige Corona‐Test eine Privatleistung. Wenn medizinische Fachangestellte einen negativen Testnachweis erbringen müssen, um in ihrer Praxis weiterarbeiten zu können, müssen sie den Test ebenfalls aus eigener Tasche bezahlen. Wird aber einem Mitarbeiter über die Corona‐WarnApp ein „erhöhtes Risiko“ angezeigt, ist der Test eine Kassenleistung und muss vom örtlichen Gesundheitsamt organisiert werden.

Wie schnell Patienten in ein wirklichkeitsfremdes Getriebe von Fallunterscheidungen geraten können, macht der Fall eines Pflegebedürftigen deutlich, der von seinen Angehörigen in die Kurzzeitpflege gegeben werden sollte. Die Pflegeeinrichtung verlangte einen Corona Test, den der Patient selbst zu zahlen hatte. Zwar stellt die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministers in solchen Fällen einen kostenlosen Test in Aussicht. Es bindet die Entscheidung aber an die Einschätzung der epidemiologischen Lage durch das örtliche Gesundheitsamt. Wenn das eine allgemeine Gefährdung durch die Pandemie im Landkreis feststellt, wird der Test aus öffentlichen Mitteln bezahlt. Das war in diesem Fall aber nicht gegeben. Pech für den Patienten: Hätte er gehustet, hätte wegen Infektionsverdachts die Krankenkasse den Test bezahlt.

Berling: „Solche Beispiele entspringen einer formalen Rechtslogik, die in sich schlüssig sein mag, aber mit der erfahrbaren Situation der Patienten kaum in Übereinstimmung zu bringen ist.“ Im schlimmsten Fall, so Berling, belasten die diffizilen Vergütungsregelungen auch das Arzt‐Patienten‐Verhältnis in den Praxen. Denn die Ärzte sind diejenigen, die ihren Patienten erklären müssen, ob sie den Test nun bezahlen müssen oder nicht. „Das ist teilweise nicht mehr vermittelbar. Schlimmstenfalls setzt sich beim Patienten noch der Argwohn fest, der Arzt wolle sich mit dem Corona‐Test selbst bereichern.“

HANNOVER (PM). Kommt es zu einer Infektion mit dem Corona-Virus ist die sofortige und umfassende Nachverfolgung von Kontaktpersonen ein wichtiger Baustein, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet. „Die Gesundheitsämter in Niedersachsen leisten großartige Arbeit.

Die Nachverfolgung von Kontakten bindet dabei große zeitliche und personelle Ressourcen. Mit digitaler Technik werden wir – auch mit dem Blick auf die steigenden Zahlen – die Kommunen jetzt gezielt unterstützen und so für Entlastung sorgen. Wir haben das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) damit beauftragt, die von ihnen entwickelte IT-Anwendung SORMAS landesweit in unseren Gesundheitsämtern in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt einzuführen“, sagt Gesundheitsministerin Carola Reimann.

SORMAS ermöglicht es, die Kontaktnachverfolgung effizienter zu gestalten und darüber hinaus die erfassten Daten epidemiologisch auszuwerten. Damit lässt sich die epidemiologische Lage übersichtlicher darstellen und es können Erkenntnisse über die Effektivität des Kontaktpersonenmanagements gewonnen werden. „So kann ohne Mehraufwand für die lokalen Gesundheitsämter die Situation analysiert werden. Unser Ziel ist es, SORMAS bis Ende des Jahres flächendeckend zu implementieren“, so Dr. Carola Reimann.

„Eine wesentliche Neuerung und Ergänzung im Rahmen dieses Projektes ist die Möglichkeit, dass künftig Kontaktpersonen die Daten aus einem mobilen Symptomtagebuch direkt in SORMAS einspeisen können, so dass vor allem das Personal in den Gesundheitsämtern entlastet werden kann“, sagt Prof. Gérard Krause vom HZI, dem Mitinitiator und wissenschaftlichen Leiter von SORMAS.

Für die Entwicklung und den Betrieb dieser digitalen Instrumente für den Infektionsschutz stellt das Sozialministerium mehr als 1 Million Euro zur Verfügung. Die Summe ist abhängig von der Zahl der Gesundheitsämter in Niedersachsen, die mit dem digitalen Fall- und Kontaktpersonenmanagement-System einschließlich für Zusatz-App zur Steuerung der selbstständigen Gesundheitsüberwachung durch die Kontaktpersonen werden.

Ursprünglich hatte das HZI mit dem Robert Koch-Institut und anderen Partnern SORMAS mit Förderung des BMBF, des BMZ und der EU für die Bekämpfung von Ebola und anderen Epidemien in Afrika entwickelt. Dort ist SORMAS bereits seit einigen Jahren bei inzwischen über 400 Distrikten erfolgreich im Einsatz. „Aufgrund dieser Erfahrung haben wir nun SORMAS für die speziellen Bedürfnisse deutscher Gesundheitsämter angepasst und optimieren es in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern laufend weiter“, sagt Prof. Gérard Krause.

Ministerpräsident Stephan Weil hatte sich am 8. Mai bei seinem Besuch des HZI in Braunschweig über die Effizienz von SORMAS informiert und die Einführung unterstützt. Gesundheitsministerin Carola Reimann überzeugte sich am 8. Mai beim Gesundheitsamt des Landkreises Hameln-Pyrmont ebenso wie der Ministerpräsident am 13. Juli beim Landkreis Gifhorn vom bereits erfolgreichen praktischen Einsatz von SORMAS.

Freitag, 07 August 2020 13:08

Eisbär-Jungtier Nana eiskalt erfrischt

HANNOVER (PM). Eiszeit im Erlebnis-Zoo Hannover! Eisbär-Jungtier Nana und ihre Mutter Milana wurden in Yukon Bay mit zwei Eistorten überrascht, die sie sich nicht nur schmecken ließen – Jungtier Nana spielte auch mit ihrer Torte bis zum letzten Tropfen. Und war prompt eiskalt erfrischt.

Für die bärenstarken Eistorten füllten die Tierpfleger 10-Liter-Eimer zu einem Viertel mit kleingeschnittenen Fleischstückchen, Haferschleim, Fisch, Nüssen und Obst und gossen dann Wasser und einen Hauch Lebertran hinzu. Die Behälter wurden über Nacht in der Tiefkühlkammer gelagert – zwölf Stunden später war der eiskalte Beschäftigungsspaß fertig.

Die Eistorten wurden vorsichtig aus ihren Eimern gelöst und in das Hafenbecken in der Kanadalandschaft Yukon Bay geworfen. Nana und Milana schwammen sofort auf die eiskalten Torten zu und dann ging es los. Nach kurzem Gerangel – eine Torte enthielt Fleisch und Obst, die andere Fisch und Obst – schnappten sich die beiden ein Eisstück und brachten es zum Zerlegen auf die kleine Insel im Hafenbecken. Nana schob die Torte mit der Nase vor sich her, tunkte sie ins Wasser, holte sie wieder hervor, leckte und knabberte (und testete kurz die Torte ihrer Mutter, wurde aber knurrend eines Besseren belehrt).

Schließlich stellte sie sich auf die Hinterbeine und warf ihre Torte ins Wasser, um sie da wieder zu „erlegen“ und erneut zu werfen. Eisiger Spaß bis zum letzten Tautropfen! Und so sind Eistorten Tierbeschäftigung und Kühlsystem zugleich.

Eigentlich ist die eisige Abkühlung nicht notwendig. Tiere können mit Hitze sehr viel besser umgehen als Menschen. Sie sind belastbarer, haben ein höchst stabiles Herz-Kreislaufsystem und sind im Ganzen viel vernünftiger: Sie ziehen sich bei Hitze in den Schatten oder ins Wasser zurück, trinken viel und bewegen sich nicht unnötig – abgesehen von kleinen Eisbären, für die das Leben viel zu spannend ist, um still zu verharren…

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