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„Orte der Erinnerung und des Gedenkens“ bereichern Erinnerungskultur in Hildesheim

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„Orte der Erinnerung und des Gedenkens“ bereichern Erinnerungskultur in Hildesheim Klaus Schäfer, Markus Roloff, Bernd Westphal, Flavio Rodilosso und Dirk Schröder (v. l.) bei der Übergabe der Erinnerungstafel am Rathaus. (C) Stadt Hildesheim
„Orte der Erinnerung und des Gedenkens“ bereichern Erinnerungskultur   

Die Stadt Hildesheim pflegt eine ausgeprägte Erinnerungskultur, die nun um ein weiteres Element bereichert wird: Orte der Erinnerung und des Gedenkens. Diese werden vom VHS-Projekt „Vernetztes Erinnern“ in Kooperation mit dem städtischen Kulturbüro mit insgesamt 13 Stelen, die sukzessive aufgestellt werden, und einer Tafel (am Rathaus/Ecke Rathausstraße) sichtbar gemacht. Das Besondere: Alle Erinnerungsorte sind mit QR-Codes versehen, sodass per Smartphone die Möglichkeit besteht, auf der entsprechenden Internetseite wichtige Informationen darüber zu erhalten, was die Orte zu Erinnerungsorten macht. Fördernde Partner sind die Sparkasse Hildesheim, die Friedrich-Weinhagen-Stiftung, der DGB und der Landschaftsverband Hildesheim.

 

Am 22. Juli übergaben Markus Roloff und Klaus Schäfer vom Projekt „Vernetztes Erinnern“ im Beisein unter anderem des italienischen Generalkonsuls Flavio Rodilosso und Bernd Westphals (MdB) der Stadt die ersten Erinnerungsorte. Enthüllt wurden die Tafel am Rathaus – Mahnmal für Hinrichtungen insbesondere von italienischen Zwangsarbeiten seitens der Gestapo auf dem Marktplatz – und die Stele Hoher Weg (an der Einmündung Andreasplatz zum Zuckerhut), die an die Verdrängung jüdischer Bürger aus dem Wirtschafts- und Arbeitsleben erinnert. Dirk Schröder (Stadt Hildesheim, Dezernent für Jugend, Soziales, Schule, Sport und Kultur) bedankte sich bei allen Beteiligten und verwies auf die umfassende Erinnerungskultur der Stadt, die unter anderem mit Gedenktagen/-veranstaltungen/-tafeln, dem Mahnmal am Lappenberg und bisher 45 verlegten Stolpersteinen gepflegt wird. „Das Projekt soll dazu dienen, dass die Opfer des NS-Regimes nicht in Vergessenheit geraten und ist auch als Prävention gegen Rechtsradikalismus gedacht. Mit den neuen Stelen wird so ein wichtiges Thema aufgegriffen und über die QR-Codes modern aufbereitet.“ 

 

Der Vorteil des Zugangs von Informationen über die QR-Codes liegt auf der Hand: Die Internetseiten lassen sich im Gegensatz zu Printprodukten flexibel gestalten und ermöglichen neben der Einbindung von Originaldokumenten auch die von Ton- und Filmdokumenten. Dieser multimediale Aspekt macht die Nutzung des Informationsangebots insbesondere auch für die jüngere Generation attraktiver. „Wir möchten damit Schulen die Chance geben, das Thema Nationalsozialismus am Beispiel der eigenen Heimatstadt bearbeiten zu können“, so Dirk Schröder. Wer kein Smartphone/keinen Internetzugang besitzt, kann sich weiterhin über Broschüren zum Thema informieren

 

 

Mehr zum Projekt „Vernetztes Erinnern“ unter http://vernetztes-erinnern-hildesheim.de.

 


Markus Roloff enthüllt die Tafel am Rathaus. (C) Stadt Hildesheim

Klaus Schäfer enthüllt die Stele am Hohen Weg. (C) Stadt Hildesheim

Qr-Code am Rathaus Hildesheim (C) Stadt Hildesheim

QR-Code am Hohen Weg (C) Stadt Hildesheim

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