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Alkoholtestkäufe in Hildesheim: Rote Karte für viele Geschäfte!

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Alkoholtestkäufe in Hildesheim: Rote Karte für viele Geschäfte! Rote Karte (C) Stadt Hildesheim

HILDESHEIM. „Darf ich bitte mal Ihren Ausweis sehen?“ Diesen Satz haben (hoffentlich) schon viele junge Menschen an der Kasse gehört, als sie Alkohol oder Tabak kaufen wollten. Die Abgabe und der Verzehr von Alkohol an Jugendliche sind eindeutig in § 9 des Jugendschutzgesetzes geregelt. Der Gesetzestext hängt an den Regalen oder an der Kasse aus. Unter 16 Jahren darf gar kein Alkohol gekauft oder getrunken werden, Bier und Wein ab 16 Jahren, Branntwein oder branntweinhaltige Getränke sowie Tabak ab 18 Jahren. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht leider anders aus, wie von der Stadtjugendpflege unternommene Testkäufe zeigten. Diese ergaben ein sehr bedenkliches Ergebnis: Nur fünf von 18 kontrollierten Geschäften und Märkten haben keinen Alkohol und Tabak an Minderjährige verkauft. Die beiden 16 und 17 Jahre jungen Testkäufer wurden nur in wenigen Fällen nach dem Ausweis gefragt. Es kam sogar vor, dass trotz Ausweiskontrolle und technischer/elektronischer Alterssystemprüfung  an den Kassen Alkohol verkauft wurde. „Die sahen schon älter aus, die sind so groß, es war so viel los oder ich kontrolliere sonst immer“,  waren die häufigsten Ausreden der Verkäuferinnen/Verkäufer. Besonders schlecht schnitten Kioske ab: Alle kontrollierten Kioske haben Alkohol oder Tabakwaren an Minderjährige verkauft. 

Die Gründe warum Jugendlichen Alkohol verkauft wird, sind vielschichtig: „Vielen fehlt das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Schutzbefohlenen und die Reflexionsfähigkeit, die Folgen ihres Handelns zu begreifen“, so Kristin Schulze (Stadtjugendpflege). Dies verdeutlicht noch einmal den Bedarf an Schulungen zum Thema „Kinder- und Jugendschutz“ für Verkäufer/Innen und zeigt die Bedeutsamkeit regelmäßiger Kontrollen, die für das Kinder-  Jugendschutzgesetz sensibilisieren. 

Die wenigen Märkte, die sich vorbildlich verhielten, erhielten von der Stadt Hildesheim die „Grüne Karte“ für ihre Mitwirkung am Kinder- und Jugendschutz. Den Märkten und Kiosken, bei denen ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz vorlag, wurde dagegen die „Rote Karte“ ausgehändigt. Sollten weitere Verstöße festgestellt werden, wird bei der nächsten Kontrolle ein Bußgeld fällig. Der aktuelle Bußgeldsatz für den Verkauf von Alkohol und Tabak an Minderjährige beläuft sich auf 200 Euro, welcher bei weiteren Verstößen verdoppelt wird. Weitere Testkäufe werden in Kürze und in regelmäßigen Abständen folgen, um die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes vermehrt einzufordern.

 

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