Polizei Holzminden stellt Verkehrsunfallstatistik 2018 vor

Samstag, 30 März 2019 08:22
Publiziert in Verschiedenes
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Polizei Holzminden stellt Verkehrsunfallstatistik 2018 vor Erster Polizeihauptkommissar Burkhard Schramm und die derzeitige Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes, Polizeihauptkommissarin Nadine Meese (C) Polizei Holzminden

HOLZMINDEN. Bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für das Polizeikommissariat Holzminden konnten der Dienststellenleiter, Polizeioberrat Marco Hansmann, der stellvertretende Dienststellenleiter, Erster Polizeihauptkommissar Burkhard Schramm und die derzeitige Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes, Polizeihauptkommissarin Nadine Meese, erneut eine positive Bilanz ziehen. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis ist auch im Jahr 2018 wieder mit 1742 Verkehrsunfällen leicht rückläufig (2017:1755, 2016: 1762). "Trotz dieser Entwicklung halten wir weiterhin an unseren Kontroll- und Präventionsmaßnahmen fest", schildert Marco Hansmann einleitend.

Anstieg der Verkehrsunfälle mit Schwer- und Leichtverletzten; Rückgang der Verkehrstoten

Nachdem die Polizei Holzminden 2016 und 2017 jeweils eine Reduzierung in diesem Bereich feststellen konnte, stieg die Zahl der leichtverletzten Personen im Jahr 2018 um 31 auf 256 (+13,7 %). Die Zahl der Schwerverletzten stieg minimal von 62 auf 63. Glücklicherweise sanken allerdings die Verkehrsunfälle mit getöteten Verkehrsteilnehmern von sechs im Vorjahr auf vier. Insgesamt stiegen die Personenschäden in 2018 um 28 (+9,5 %), nachdem in den Jahren 2017 und 2016 jeweils ein Rückgang von 16 bzw. 20 Verunglückten zu verzeichnen war. Betrachtet man die Gesamtunfallzahlen in Bezug auf die Örtlichkeit, so kann festgestellt werden, dass sich mit knapp 60 % nach wie vor die meisten Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften ereignen. Hierunter fallen in erster Linie Unfälle mit Sachschäden oder leichtem Personenschaden. In Bezug auf die Unfallfolgen ist jedoch feststellbar, dass sich die überwiegende Anzahl der Unfälle mit schwerverletzten Personen außerhalb geschlossener Ortschaften ereignen (73 %). Hier liegt eine der Hauptunfallursachen in der erhöhten Geschwindigkeit. Das Ziel der Polizei Holzminden ist es daher nach wie vor, die Unfälle mit schwer- und tödlich Verletzten zu reduzieren. Es wird somit weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die Verfolgung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit, sowie auch der Ablenkung z. B. durch Handynutzung, liegen.

Wieder Anstieg bei Verkehrsunfällen der Risikogruppe Junge Kraftfahrer

War im vergangenen Jahr hier noch ein äußerst positiver Trend erkennbar, ist im Jahr 2018 erneut eine auffällige hohe Anzahl junger Kraftfahrer (18 bis unter 25 Jahre) an Verkehrsunfällen mit Personenschäden beteiligt. Von den insgesamt 63 Schwerverletzten gehören 9 (14,3 %) zu der bezeichneten Gruppe. Bei den Leichtverletzen gehörten sogar 57 (22,3 %) der o. a. Risikogruppe an. Im Jahr 2017 lag der Anteil der Schwerverletzten noch bei 9,6 % sowie der Anteil der Leichtverletzten bei 16,4 %. Insbesondere diese Altersgruppe neigt vermehrt zur Handynutzung während der Fahrt, was nicht nur zu deutlich reduzierten Reaktionszeiten führt. Neben gezielten Geschwindigkeits-, Gurt- sowie Alkohol- und Drogenkontrollen wird aufgrund dessen ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung des Handyverbotes beim Autofahren gerichtet werden. Außerdem ist auch im Jahr 2019 angedacht, die sogenannten "Crash Kurse" zu veranstalten, bei denen insbesondere angehenden und jungen Fahrzeugführern die besonderen Gefahren im Straßenverkehr eindrucksvoll vor Augen geführt werden.

Zunahme der schweren Unfallfolgen bei Motorradunfällen

Nachdem die Polizei Holzminden bereits im Jahr 2017 eine Steigerung auf 98 Motorradunfälle zu verzeichnen hatte, wird diese Zahl leider 2018 erneut übertroffen. Insgesamt ereigneten sich 120 Motorradunfälle (+22,5 %). Dabei sank zwar die Zahl der getöteten Motorradfahrer von vier auf 1, jedoch stiegen die Zahlen im Bereich der leichtverletzten Motorradfahrer um sieben auf 50 (+16,3 %) und der schwerverletzten Motorradfahrer um 13 auf 34 (+62%). Das bedeutet ebenfalls, dass 19,5% aller Leichtverletzten und 54 % aller Schwerverletzten Motorradfahrer waren. Diese Zahlen machen deutlich, dass an den seit 2016 intensivierten präventiven als auch repressiven Maßnahmen erneut festgehalten werden muss. Nicht nur, dass die Motorradfahrer keine "Knautschzone" besitzen, erhöht das Risiko einer schweren Verletzung, sondern auch die z. T. gefahrenen hohen Geschwindigkeiten sowie die vorgenommenen Bauartveränderungen an den Fahrzeugen. "Neben den eigentlichen Kräften des Polizeikommissariats Holzminden werden wir hier auch wieder auf die "Kontrollgruppe Krad" der Polizeidirektion Göttingen zurückgreifen, um sowohl durch Einzelkontrollen als auch in Form von länderübergreifenden Kontrolltagen wieder eine Reduzierung der Motorradunfälle zu erreichen", ergänzt Burkhard Schramm. Zahl der verletzten Seniorinnen und Senioren stagniert Die Gruppe der Seniorinnen und Senioren rückt nach wie vor in den Blickpunkt der polizeilichen Präventionsarbeit. Die zunehmende Mobilität und Aktivität dieser Altersgruppe wirkt sich auch auf eine gestiegene Teilnahme am Straßenverkehr aus. Dies hat zur Folge, dass es umso wahrscheinlicher ist auch in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Aufgrund der mit zunehmendem Alter höheren Unfallgefährdung betrachtet man in der polizeilichen Verkehrsunfallstatistik zwei Altersklassen. Einerseits alle über 65-Jährigen, sowie dann nochmals die der ab 75-Jähringen. Im Verhältnis zum Vorjahr ist die Zahl der Leicht-, Schwer- sowie tödlich Verletzten nahezu gleichgeblieben. Seitens der Polizei Holzminden wird daher zwingend an den bestehenden Präventionsprogrammen, auch in Zusammenhang mit den polizeilichen Netzwerkpartnern, festgehalten. Informationen hierzu sind über das Polizeikommissariat Holzminden zu erfragen. Deutlicher Rückgang bei den Wildunfällen Wurde 2017 noch eine Zunahme um 24 Unfälle verzeichnet, ist 2018 ein deutlicher Rückgang festzustellen. Die Zahl der Wildunfälle sank um 22,6 % auf 302 (2016:366, 2017: 390). Verkehrsunfallfluchten deutlich angestiegen In 20,8 % aller Verkehrsunfälle (362 / 1742 Ges.) im Landkreis Holzminden entfernte sich der Verursacher unerlaubt vom Unfallort. Gegenüber den Vorjahren (2016: 17,5%, 2017: 15,9%) ist hier bedauerlicherweise ein deutlicher Anstieg (+82) zu verzeichnen. Diese Verkehrsunfallfluchten ereignen sich zum überwiegenden Teil innerhalb geschlossener Ortschaften, z. B. beim Einparken. Hierbei handelt es sich keinesfalls um ein Bagatelldelikt, sondern um eine Verkehrsstraftat, die mit hohen Geldstrafen und dem Entzug der Fahrerlaubnis geahndet werden kann. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 43,1 % und ist somit zu den Vorjahren (2016: 45%, 2017: 46,7%) leicht gesunken. Umso erfreulicher ist, dass die Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten, bei denen jemand verletzt wurde, hingegen gestiegen ist und bei 68,8 % liegt (2016: 61,53 %, 2017: 62,5 %).

Alkohol und Drogen im Straßenverkehr weiterhin ein Thema

Trotz Aufklärung und der Intensivierung der Kontrollen im Bereich der Alkohol- und Drogenfahrten ist bei den Verkehrsunfällen unter Alkohol- bzw. Drogen- oder Medikamenteneinfluss kaum ein Rückgang zu verzeichnen. Zwar waren im Jahr 2018 mit 21 alkoholisierten Verkehrsteilnehmern 22,2% weniger in Unfälle verwickelt als die Jahre zuvor (2017:27, 2016: 24). Allerdings stieg die Zahl der in Unfälle verwickelten Verkehrsteilnehmer unter Drogen- bzw. Medikamenteneinfluss von 9 auf 12. Gleichzeitig wurden im Rahmen von Kontrollen 79 Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss und 100 Verkehrsteilnehmer unter Drogen- bzw. Medikamenteneinfluss festgestellt und somit insgesamt zehn Verstöße mehr als 2017. "Diese Zahlen machen einmal mehr deutlich, dass sich die Verkehrsteilnehmer zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit auch in diesem Bereich auf eine Fortsetzung der intensiven polizeilichen Kontrollen einstellen müssen, z. B. im Rahmen einer erneut geplanten "Verkehrssicherheitswoche", bei der neben anderen präventiv und repressiv behandelten Themen, auch das Thema Alkohol-, Drogen- und Medikamentenbeeinflussung aufgegriffen wird", so Schramm weiter. Auch im Jahr 2019 werden sich die polizeilichen Schwerpunktsetzungen im Verkehrsbereich wieder an den festgestellten Signifikanzen orientieren. Die Polizei Holzminden agiert hierbei weiterhin ganzheitlich um durch die Kontrollen nicht nur die verkehrsrechtlichen Aspekte abzudecken, sondern auch die relevanten Erkenntnisse in die Kriminalitätsbekämpfung einzubinden", schließt Kommissariatsleiter Marco Hansmann.

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