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Langenhagener Bürger gedenken gefallener Flakhelfer von 1943

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Kranzniederlegung durch den stellv. Bürgermeister der Stadt Langenhagen, Willi Minne © Carl-Marcus Müller Kranzniederlegung durch den stellv. Bürgermeister der Stadt Langenhagen, Willi Minne

Langenhagen (cmm). In der Nacht vom 27. auf den 28. September 1943 wurde die damalige Feuerstellung der Flak-Batterie, nahe dem Gedenkstein auf der Pferderennbahn Langenhagen, bei einem Angriff alliierter Bomberverbände schwer getroffen. 13 Schüler im Alter von 16 bis 17 Jahren kamen dabei ums Leben.

Zu einer Kranzniederlegung am Denkmal für die gefallenen Flakhelfer von 1943 hatten sich einige wenige Langenhagener Bürger auf dem Gelände der Pferderennbahn Langenhagen eingefunden. Eine Abordnung des Langenhagener Blasorchesters begleitet die Gedenkveranstaltung musikalisch.

Willi Minne, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Langenhagen, fand in seiner Rede treffende Worte: „ Erinnern und mahnen, auch wenn es inzwischen viele Menschen in unserer Gesellschaft nicht mehr hören wollen, ist unsere Pflicht und wird unsere Pflicht bleiben. Es soll uns immer wieder daran erinnern, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen darf.“

„Lasst uns diese Gedenktage so lange begehen wie es geht, um die Gräueltaten des Kriegs nicht zu vergessen.“ mahnt Minne weiter.

Bei diesen Worten nickte Rolf Zick zustimmend. Rolf Zick, er feiert im nächsten April seinen 100. Geburtstag, ist der letzte Überlebende der betroffen Flak-Batterie in der er seinerzeit als junger Leutnant eingesetzt war. Er ist heute extra aus Lehrte angereist und bedauert, dass in diesem Jahr die letzten beiden noch lebenden Flakhelfer von damals verstorben sind.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung erzählt er noch ein wenig von Kriegszeiten. Nein, stolz ist er darauf ganz sicher nicht!

Zick erzählt von der herrschenden Diktatur und wie sie sich auf die Menschen damals ausgewirkt hat. Er war 12 Jahre alt als Hitler an die Macht kam und ist somit in das damalige Regime hineingewachsen.

„Es gab nur Diktatur und Unfreiheit; Meinungs- und Pressefreiheit, sowas gab es damals gar nicht. Das wurde alles durch die Propaganda gesteuert.“ erklärt Zick, „Viele wussten es damals einfach nicht besser und konnten gar nicht begreifen was alles geschah.“ fügt er bedrückt dazu.

Geprägt durch die Kriegsereignisse setzt sich Zick seit 1949, also seit mehr als 70 Jahren, als Journalist für die für Meinungs- und Pressefreiheit ein. Er war viele Jahre Vorsitzender der niedersächsischen Landespressekonferenz und ist seit 2011 Ehrenvorsitzender der niedersächsischen Landespressekonferenz und des Presse Club Hannover.

Im Jahr 2011 wurde Rolf Zick Niedersachsens höchste Auszeichnung, die Niedersächsische Landesmedaille, für sein umfangreiches publizistisches Schaffen verliehen.

„Der Krieg ist der größte Irrsinn aller Zeiten.“ mahnt Zick, als letzter Zeitzeuge.


Der stellv, Bürgermeister Willi Minne gedenkt einer kurzen Ansprache mit einigen Langenhagener Bürgern den ums Leben gekommenen jugendlichen Flakhelfern von 1943. © Carl-Marcus Müller

Rolf Zick – Der letzte Zeitzeuge wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. © Carl-Marcus Müller

Die Gedenkveranstaltung wird durch eine Abordnung des Langenhagener Blasorchesters musikalisch begleitet. © Carl-Marcus Müller

Die Tafel von der Arbeitsgruppe GLIEM (Ganz Langenhagen ist ein Museum), neben dem Gedenkstein, beschreibt die Geschehnisse des 27. September 1943. © Carl-Marcus Müller

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