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Tigerschutz: Erfolge und Hürden in den Tigerstaaten

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TIGERSCHUTZ. Der Tiger soll ausgerottet werden. Diesem skrupellosen, rechtlosen Anspruch und Vorgehen internationaler Gruppen von Wilderern folgte lange Zeit seitens der Staatengemeinschaften nur Ignoranz. Bisweilen Unentschlossenheit oder das Hinwegtäuschen der ernsten Lage hinsichtlich der massiv schrumpfenden Tigerpopulation. In alarmierenden Zahlen veranschaulicht: Während es vor 100 Jahren noch etwa 100.000 Tiger weltweit gab, sind es heute weniger als 4000 Tiger.

Eine Zäsur gab es 2010. Da kam es zur internationalen, staatlichen Wende im Einsatz gegen internationale Wilderer. Auf dem Petersburger Tigergipfel gingen 13 Regierungen von Tigerstaaten in Kooperation, auch mit dem WWF, in die Offensive und erklärten als Ziel: Die Verdoppelung des damaligen Tigerbestandes in freier Wildbahn auf etwa 6000 Tiger im Jahr 2022.

Deutschland, als einflussreiche Stimme auf dem Weltmarkt, müsse sich nach Befinden von Umweltaktivisten auch im Tigerschutz nennenswert einbringen. Der WWF kommt dieser Aufgabe längst nach, auch aktuell und ist nach eigenen Angaben "in 10 von 12 Tiger-Verbreitungsstaaten" aktiv am Ausbau des Tigerschutzes beteiligt. Das bedeute: Das Sichern und Ausweiten des Tigerlebensraumes, das Vorgehen gegen Wilderer und den Schmuggel mit Tigerprodukten. Dafür setzte man auch auf das "Erfolgsmodell Artenspürhunde". Große Bedeutung käme auch dem internationalen und nationalen Druck auf die lokale Justiz zu, die festgenommene Wilderer vor Gericht auch einem Strafurteil unterziehen müssten, nachdem sie die Tiere in tödliche Fallen lockten und köderten, solche Rechtsbrecher dingfest machen und die Arbeit der Ranger ergänzen müssten, statt auf einem Auge blind zu bleiben. Auch da dürfe man auch bei Rückschlägen nicht kapitulieren. Zur strukturellen Offensive und dem Nichteinbrechen bei lokalen Schwierigkeiten gilt die langfristige Kooperation mit den Regierungen der 13 Tigerstaaten als unumgänglich für sichtbare Fortschritte.
 
Tigerschutz dürfe nicht auf der Strecke bleiben. Zunächst verbindet man damit im Allgemeinen den Schutz der Art, der Bäume, Flüsse im Lebensraum des stolzen Tieres. Aber die Aktivisten geben dem Unterfangen Gestalt, im Konkreten führt der WWF teils diese Erfolge an: "In Indien sind 39 Tigerreservate etabliert worden mit bis zu acht weiteren Reservaten in unterschiedlichen Stadien der Ausweisung. Rund die Hälfte aller wild lebenden Tiger weltweit befindet sich in Indien." Aktuelle Zahlen belegten einen Anstieg der Tigerpopulation in indischen Reservaten. Das sei sehr erfreulich. Die sich ergänzende Verkettung von Tigerschutzräumen und bewahrten Landstrichen mit Dörfern gehört ebenso zu den Prioritäten. So gelang dem WWF die Pacht der Urwälder um den Fluss Bikin für 49 Jahre. Damit wird der Armurtiger geschützt, ebenso die Siedlungsgebiete der Ureinwohner jener Region, die Udege und Nanai. Weitere Tigerschutzprojekte werden betrieben in: Amur-Heilong, Bikin, Sumatra, im Grenzgebiet zwischen Thailand und Myanmar als auch in den Eastern Plains in Kambodscha.
 
Damit der Tigerbestand nicht einmal ganz von der Erde verschwindet, unterstützt man auch Anti-Wilderereinheiten vor Ort mittels "Ausbildung und Ausstattung". Davon profitierten unter anderem der Amur Tiger, der Indochinesische Tiger und ebenso der Sumatratiger. Die Tiger, die fragile Klimakette. Die Tiger, ebenso die Pflanzen, Bäume und nachfolgenden menschlichen Generationen.
 
Das aktive Vorgehen ist für die Tigerspezies letztlich längst eine Frage von Sein und Nichtsein. Bedroht sind sie weiterhin duch die Kraken der Industrialisierung, die Ausbreitung der menschlichen Population und dem globalen Kampf und Wetteifern um die unnachgiebige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Das Ziel für 2022 bleibt jedoch bestehen - trotz Hürden in der Verwaltung, Politik, regionalen Gesinnung. DC
 
 

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