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[IN]SIGHT - Im Kreismuseum Peine Räume anders erleben

Der Entwurf des Bühnenbildners Dominik Steinmann zeigt den Ausstellungsraum des Kreismuseum Peine im „Razzle dazzle“-Muster. (C)Dominik Steinmann Der Entwurf des Bühnenbildners Dominik Steinmann zeigt den Ausstellungsraum des Kreismuseum Peine im „Razzle dazzle“-Muster. (C)Dominik Steinmann

PEINE. 

Die außergewöhnliche Installation „[IN]SIGHT – Eine Begegnung mit dem [Nicht]Sichtbaren“ lädt vom 18.6. bis 24.6.2019 im Kreismuseum Peine dazu ein, reizvoll anders wahrzunehmen.

Während wir uns im Alltag von unseren Augen leiten lassen, spricht das Kunstprojekt „[IN]SIGHT“ durch seine ungewöhnlichen und spielerischen Raumsituationen den gesamten Körper als Sinnesorgan an. So wird man immer wieder, mal durch die Performenden, mal durch die räumlichen Eindrücke, dazu aufgefordert, die Augen zu schließen.

Dies mag an das Erlebnisformat „Dinner im Dunkeln“ erinnern, wobei es bei „[IN]SIGHT – Eine Begegnung mit dem [Nicht]Sichtbaren“ nicht bloß darum geht, sich zurechtzufinden, ohne zu sehen. Im Mittelpunkt stehen, wie es der Titel andeutet, individuelle  Begegnungsmomente und Einsichten: Einerseits ergeben sich eigene unvorhersehbare „Choreografien“ mit einem Gegenüber, andererseits findet man sich in ungewöhnlichen Raumanordnungen wieder, die jeder aus der „Innensicht“ kartographiert.

Das Erforschen der eigens konstruierten Umgebungen ist dabei äußerst unterhaltsam. Die Raumgestaltung, für die der prämierte Schweizer Bühnenbildner Dominik Steinmann verantwortlich zeichnet, ist ebenso fein ausgeklügelt wie freilassend: Dem Publikum steht ein Raumgefüge offen, auf das es Einfluss nehmen kann. Es gilt Entscheidungen zu treffen. Aus vier unterschiedlichen Räumen können die Besucherinnen und Besucher wählen. Auch dabei geht es weniger ums Sehen, sondern vielmehr um den subtilen Zustand, in den einen jede Raumsituation auf verblüffende Weise versetzt. Gleich der Beginn des Raumarrangements, von wo aus man sich in den gewählten Raum führen lässt, mag ebenso Irritation wie Inspiration auslösen. Dort flirren die Wände nur so vor visuellen Strukturen. Die, im Grunde schlichten Linien, schwarz auf weißem Grund, verdichten sich zu komplexen geometrischen Muster. Mit der Zeit beginnen sie einem vor Augen zu tanzen. Je länger man hinschaut, desto mehr vernebeln sie. Der Reflex, die Augen schließen zu wollen, stellt sich womöglich ein, so sehr fordert das Sichtbare heraus. „[IN]SIGHT – Eine Begegnung mit dem [Nicht]Sichtbaren“ steht ganz im Zeichen dieses changierenden „razzle dazzle“- Tarnprinzips (das englische Wort „dazzle“ bedeutet blenden oder verwirren):  Dieses im 1. Weltkrieg entwickelte Muster sollte die Form von Schiffen durch eine Überlagerung von verschiedenen Mustern auflösen und sie so vor Beschuss schützen. Das Kreismuseum wird damit zu einem begehbaren Spiel mit dem Sichtbaren und Scheinbaren.

systemrhizoma, das künstlerische Team, will die Fantasie des Publikums anregen und gesteht ihm Aktivität und Entscheidungsfreiheit zu. Die Installation wird einzeln, in einem Zeitfenster von ca. 30 Minuten, begangen. Die konzeptionelle Entscheidung für eine sogenannte 1:1-Performance wird von den professionellen Tänzerinnen und Tänzern sensibel und situativ gestaltet. Die interaktive choreografische Installation ist eigens für den Sonderausstellungsraum des Kreismuseums entstanden. Es ist die erste Kooperation zwischen dem Peiner Landkreis und Museum und dem Hildesheimer Tanz- und Performance-Kollektiv systemrhizoma. Seit 2014 realisieren die jungen Künstler_innen professionell experimentelle, choreografische Projekte. Sie werden regelmäßig regional gefördert und führen überregional und in internationalen Kontexten auf. Für Peine ist nicht nur die ortsspezifische Installation ein Novum, sondern auch das inszenierungsbegleitende Vermittlungsprogramm wie u.a. der „Blick hinter die Kulissen“ ein Nachgespräch mit den Künstler_innen am Dienstag 25.06.2019 von 18:00 bis 19:30 Uhr.

Für die Aufführungstage vom 18.6. bis 24.6.2019 sind noch Restplätze frei. Individuelle Anmeldungen mit Angabe eines Wunschtermins werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerne entgegen genommen. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es unter www.kreismuseum-peine.de

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