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Integration in Peine - Gemeinsames Statement von Bürgermeister Michael Kessler und Banafsheh Nourkhiz, Beauftragte für Gleichstellung, Familie und Integration

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Integration in Peine - Gemeinsames Statement von Bürgermeister Michael Kessler und Banafsheh Nourkhiz, Beauftragte für Gleichstellung, Familie und Integration Peine (C) Ulrich Stamm
Integration in Peine - Gemeinsames Statement von Bürgermeister Michael Kessler und Banafsheh Nourkhiz, Beauftragte für Gleichstellung, Familie und Integration

Die Gedanken und Pläne kreisen derzeit um die Flüchtlinge aus den Krisengebieten unserer Erde - um ihre Unterbringung, aber auch um ihre Integration. Dazu ist bereits Vieles reflektiert worden.

Wir dürfen in diesem Zusammenhang aber die Fortsetzung der Integration der hier seit langem lebenden Migranten/innen nicht aus den Augen verlieren, von denen ein Großteil bereits den deutschen Pass besitzt.

Auf diesem Gebiet sind zwar in den letzten 10 Jahren beachtliche Erfolge erzielt worden, aber man kann die Integration keinesfalls als abgeschlossen ansehen.

Mit anderen Worten: Wir fahren ein zweigleisiges Integrationsprogramm, da die ersten Schritte zur Integration der in Peine untergebrachten Flüchtlinge eine gänzlich andere Arbeit erfordern.

Dazu einige Zahlen und Fakten:

In der Stadt Peine leben über 10.000 Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund – davon zu trennen sind die uns zugewiesenen Flüchtlinge in einer Größenordnung von derzeit 850 Personen. Bis Ende des Jahres sollen noch ca. weitere 600 Personen dazu kommen.

Dies bedeutet, dass bereits über 21 % unserer Peiner Bevölkerung von Migranten/innen gestellt werden ( wie gesagt ohne Flüchtlinge ), die aus vielen Nationen kommen - an der Spitze sind sie türkisch- und arabischstämmig oder kommen aus Polen und Russland.

In den vergangenen Jahren hat sich deutschlandweit nicht nur die Zusammensetzung der Gesellschaft verändert, sondern auch das Verständnis von Integration und Zusammenleben. Nach diesem Verständnis bedeutet Integration die aktive Beteiligung der Migranten/innen an allen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu kommt die Öffnung der Mehrheitsgesellschaft, in der die Migranten/innen nicht als „Andere“, sondern als Teil der einen Gesellschaft wahrgenommen werden.

Fakt ist aber, dass die Partizipation und Teilhabe am gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen und kulturellen Leben erst durch Erwerb der Sprachkenntnisse und Bildung ermöglicht wird. 

Das Miteinander der verschiedenen Kulturen in Peine ist dank vieler Initiativen immer besser geworden, aber es gibt durchaus noch Nachholbedarf z. B. im sprachlichen Bereich für die Kinder und Jugendlichen.

Auch das von unserer Integrationsbeauftragten, Frau Nourkhiz, initiierte Programm „Familie und Bildung“ trägt wesentlich dazu bei, den Migranten/innen die Bedeutung der Bildung für den weiteren Lebensweg nahezubringen. 

Weiter ist es uns in gelungen durch Förderung der Frauennetzwerke unter den Migrantinnen das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement zu stärken.

Zudem wird das gute Miteinander in Peine durch Sportvereine, gemeinsame Aktivitäten, Feste in der Südstadt usw. beflügelt.

Es ist ein Prozess, der seine Zeit braucht  – oft über drei oder vier Generationen. Wir können aber mit Freude beobachten, dass unter anderem immer mehr junge Frauen mit Migrantenhintergrund sichtbar in anerkannte  Berufe aufsteigen – wie zum Beispiel als medizinisch oder pharmazeutisch-technische Fachangestellte (früher „Arzt- bzw. Apothekenhelferinnen“) in Arztpraxen und/oder Apotheken.

 

Was immer noch zu selten vorkommt, sind private Begegnungen von Christen und Muslimen. Wenn wir dies intensivieren können, beschleunigt sich die interkulturelle Verständigung. 

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